Täglicher Lauf ins Glück

Wer eine Passion im Leben hat, findet schnell zum Gefühl der Schwerelosigkeit und Freude. Birgit Kocher läuft ihren Weg.

Text: Julia Pollack

Foto: Marko Mestrovic

Wer Birgit Kocher in ihrer Freizeit treffen möchte, hat unter Umständen ein Terminproblem. Denn die 30-jährige Salzburgerin nützt neben ihrem Beruf im Online-Marketing jede freie Minute, um laufen zu gehen. Ihre Freude am Sport führt sie nicht nur zu extremen Wettbewerben, als Trainerin einer wöchentlichen Laufgruppe in der Stadt Salzburg (Frauenlaufverein „Club 261 fearless“) motiviert sie noch dazu ihr Umfeld. Doch das war nicht immer so.

Aufgewachsen auf einem Bergbauernhof, hat Birgit Ausdauersport als Jugendliche abgelehnt. Damals übte sie den Kampfsport Jiu Jitsu aus: „Wenn der Trainer meinte, wir sollen zusätzlich laufen gehen, hab’ ich immer geschummelt.“ Erst mit 20 Jahren hat sie ihre Freude am Laufen entdeckt, ihre damalige Motivation bringt Birgit aber heute zum Schmunzeln: „Ich wollte eine Bikinifigur.“

Nach zehn Jahren Training in Eigenregie (sie schreibt auch ihre Trainingspläne selbst) dreht sich in ihrem Kopf freilich nichts mehr um die richtigen Körpermaße. „Dafür esse ich viel zu gerne“, hält sie fest. Schnitzel und Kuchen gehören da genauso dazu wie ihre Lieblingsbelohnung nach großer Anstrengung — Haribo Quaxi Frösche. „Die beruhigen meine Nerven und sind immer dabei.“ Jedes Jahr steckt sich die junge Sportlerin ein neues Ziel in Form eines Wettbewerbs. Ihren bisher extremsten hat sie im Vorjahr bewältigt: die Ultra Tour Monte Rosa, bei der sich BergläuferInnen messen. Sie führt über 180 Kilometer und 10.000 Höhenmeter vier Tage lang von Zermatt bis ins italienische Aostatal. Ein Jahr lang hat sich die ambitionierte Hobbysportlerin darauf vorbereitet. Für solche Herausforderungen braucht es nicht nur Disziplin, sondern auch das richtige Equipment. Birgit hat beides. Zwei Dinge sind für sie besonders wichtig: „Ein guter Sport-BH und die richtigen Laufschuhe.“ Für Zweitere hat sie mit der Zeit ein regelrechtes Faible entwickelt, mittlerweile besitzt sie rund 60 Paar: „Viele hab’ ich einfach nur ausprobiert oder wollte mich nicht mehr von ihnen trennen“, erklärt sie die beengten Verhältnisse in ihrem Schuhkasten.

Foto: Marko Mestrovic

Birgit läuft gerne mit ihrer Laufgruppe, ihrem Freund oder aber auch alleine. Dann vorzugsweise mit Husky-Hündin Lea; sie ist die beste Trainerin, denn: „Lea kann unendlich lange laufen und ist immer voller Tatendrang.“ Die Motivation der Husky-Dame nimmt sich Birgit zum Vorbild, denn Lea hat keinen Leistungsanspruch, sondern einfach nur Freude an der Bewegung, egal, ob bergauf, bergab oder geradeaus. Birgits langfristiges Ziel? „Ich würde gerne als ältere Frau zurückblicken und sagen können, dass ich schon seit 50 Jahren laufe und es mir noch immer Spaß macht und gut tut.“ Ein Ziel, das — altersbedingt — noch in weiter Ferne liegt. Aber Birgit Kocher ist auf dem besten Weg dahin. Mehr Infos zu Birgits Trainings und Erfolgen auf: www.ultramaedchen.at

Foto: Marko Mestrovic