Content Strategy — Master der Hüte

Was machen Content Strateginnen eigentlich so? Das probiere ich im Studium “Content Strategie” herauszufinden. Grundsätzlich ist nicht alles neu, manches davon aber sehr.

Die Disziplin der “Content Strategy” ist im englischsprachigen Raum schon gut etabliert. In den letzten Jahren ist diese nun auch zu uns herübergeschwappt. Wunderbar, dass man “Content Strategie” auch studieren kann. Quasi vor meiner Haustüre, als berufsbegleitenden Master-Studiengang. Das erste Semester von vier ist fast geschafft. Ein Insight: Es geht auch um Hüte.

Hüte repräsentieren hierbei jeweils die Rolle in die man schlüpfen muss, um Inhalte in all ihren Eigenheiten zu verstehen, sie aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten und schlussendlich zielorientiert zu planen.

Welcher Hut soll es denn heute sein? Credits: Bundesarchiv, Bild 183-Z1020–302 / CC-BY-SA 3.0

Und was ist jetzt der Content? Alles, sagen sie uns!
So ein digitaler Content ist nicht nur der “Stuff between the brackets” sagt uns Rahel Bailie, eine der Content-Strategie-Koryphäen und Vortragende im Studium. So ein Content muss viel mehr können. Viele Aufgaben erwarten den Content in einer digitalen Welt. Er muss gebraucht werden, er muss gefunden oder gemacht werden, er muss verstanden werden (von Mensch und Maschine), er muss gepflegt werden, er soll auch manchmal sehr gelenkig und agil sein, er muss gemocht werden, er muss gefördert werden und wenn seine Zeit um ist, muss er aufgepäppelt, archiviert oder entsorgt werden. So ein richtiger Lifecycle halt.

Der arme Content muss ein Tausendsassa sein.
Damit der Content das werden kann, was von ihm erwartet wird, braucht er professionelle Hilfe. Hier eine unvollständige, ungeordnete Liste an Personen, die ein gut aussehender, gepflegter Content braucht:

  • Konzepter
  • Medien-Archäologinnen
  • Marktforscher
  • Subject-Matter-Experts
  • Storytellerinnen
  • Copywriter
  • Screen-Designerinnen
  • SEO-Spezialisten
  • Web-Developerinnen
  • Accessability-Beauftragte
  • User Experience Designer
  • Informationsarchitektinnen
  • Interaktionsdesigner
  • Programmiererinnen
  • Bewegtbild-Magier
  • Social-Media-Könnerinnen
  • Content-Marketer
  • ###

Man stelle sie sich vor — alle mit Hut. Bei manchen ist es womöglich ein Zylinder oder ein Helm, aber alle haben unterschiedliche Ansichten von Content und wissen wie er für ihr Gebiet beschaffen sein soll.

Wie weiß man was der Content braucht?
Zur Entwicklung der Content Strategie gibt es vielfältige Methoden und Tools. Für manches braucht man jedoch “Psychic powers”, frei nach Lisa Moore, Content Strategin und auch Vortragende am Studiengang. Oft reicht es auch schon zu wissen, wie der Content nicht sein soll und wo er keinen Sinn macht. Man muss Lücken erkennen, die Füllung dafür planen und den Überblick und die Contenance bei der Umsetzung bewahren. Daraus entsteht eine ganzheitliche Strategie, die das Beste für den Content und seine Benutzer und Benutzerinnen herauszuholen vermag. Vom ersten Touchpoint ein Leben lang.

1 von 4 Semestern hab ich schon. Ich habe meine Wissens-Lücken erkannt, schöne Hüte anprobiert und versucht meine hellseherischen Fähigkeiten einzusetzen. Aber zurück zu den Basics — man muss überhaupt einmal verstehen, wie das Internet eigentlich funktioniert…

Da kommen auch schöne Kopfbedeckungen vor! Die Sendung mit der Maus — Internet (Sachgeschichten) 1999
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