“Alltags-Fliegen:

Geflogen wird nach vorn!”

Vorwort

Fundstück aus meiner Schulzeit: meine ersten geschriebenen Zeilen in der 1. Klasse

Du bist rundum zufrieden mit deinem Leben. Es läuft bei dir, und dafür bist du dankbar. Die Höhen und Tiefen, die dazugehören, nimmst du mit Gelassenheit und freust dich über die Gelegenheiten des Wachstums, wenn sie dich dir bieten.

Vielleicht bist du aber auch auf der Suche. Und weißt dabei noch nicht einmal, wonach. Und das womöglich schon viel länger als dir bisweilen bewusst war.

Vielleicht schlägst du dich mit einem Beruf herum, der sich die meiste Zeit nach freudloser Aufgabenbewältigung und Verwaltung nichtvorhandener Inhalte anfühlt und dessen Alltag allenfalls zu ertragen ist, indem du dich von Urlaub zu Urlaub hangelst. Du redest dir deinen Job schön. Und spürst doch tief in dir, dass da mehr geht. Dass mehr, viel mehr in dir steckt. Von empfundener Berufung weiter entfernt als der letzte Thailand-Urlaub, fragst du dich, ob du resignieren oder nach den Sternen greifen sollst.

Dein Privatleben — vielleicht fühlt es sich seit geraumer Zeit mehr nach Funktion als nach Inspiration an. Du empfindest die Mehrzahl deiner Beziehungen als Zwang. Als ein Pflichtprogramm, in dem du mehr Erwartungen bedienst als Herzhüpfen erlebst. Sind Schmetterlinge wirklich nur den Anfängen vorbehalten, und bleibt von ihnen am Ende allen Ernstes nur das Schmettern des sich immerwährend wiederholenden Tagesgeschehens?

Vielleicht suchst du nach dir. Fragst dich, wer du nach all den Jahren wirklich bist und wie du verflixt nochmal das Jetzt und die nächsten Jahrzehnte so gestalten kannst, dass du am Ende nicht so sterben wirst, wie du es dir in deinen dunkelsten und rastlosesten aller unausweichlichen Momente ausmalst.

Vielleicht suchst du im Spannungsfeld zwischen Neugier und Widerwillen auch nach nichts Geringerem als dem Sinn des Lebens. Du suchst nach dem Sinn deines Lebens. Reagierst beinahe schon mit zynischen Reflexen, wenn du auf Menschen triffst, für die das Leben einfach schön oder schön einfach ist. Ein erfülltes Leben zu führen hältst du für Romantik, die von Menschen inszeniert wird, die der Realität, dem wahren Leben entrückt sind oder von eben diesem einfach keine Ahnung haben. Ein paar glaubwürdige Erscheinungen mag es darunter ja geben. Aber das sind eben die Glückskinder. Ähnlich wie Obelix damals in den Zaubertrank gefallen ist, hatten auch sie Glück im Leben und haben es einfach drauf. Aber zu denen gehörst du ganz bestimmt nicht. Sagst du.

An anderer Stelle zuckst du innerlich zusammen, wenn du durch einen Krankheits- oder Todesfall mal wieder daran erinnert wirst, dass es auch dich irgendwann “erwischen” könnte. Und dass dann irgendwie alles umsonst gewesen sein könnte, weil du zu den vielen Dingen, die dir eigentlich am Herzen liegen, nicht gekommen bist. Ein Leben in Ketten, bei dem du das Wesentliche nicht auf die Kette bekommen hast. Bei dieser Vorstellung kann man schon mal einen Anflug von Panik empfinden. Ob du wohl deswegen so viel Kraft darauf verwendest, dich möglichst viel zu beschäftigen und abzulenken? Nebenschauplätze, die sich dir als Ablenkung anbieten oder gar als attraktiver Ersatz anbiedern, gibt es ja zu genüge. Fluch oder Segen? Du bist dir da nicht sicher, wenn du des Abends in den Schlaf gleitest oder mal wieder wachliegst, während sich dein inneres Flüstern wacker dem Stimmenwirrwarr der Außenwelt entgegenstellt.

Je länger du dich über deine innere Fülle hinwegsetzt, desto leerer fühlst du dich. Paradox und zugleich Grund des inneren Konfliktes, den du oft in Form von Unruhe und Unausgeglichenheit erlebst. Dass du dein Potenzial unberührt lässt (und zwar nicht nur deines, sondern auch das der Anderen) führt zu einer Art theoretischem Leben, das allzu oft im Konjunktiv verhaftet ist. Mit Erfahrung hat das wenig zu tun. Und mit Erfüllung noch viel weniger.

Ein Leben aus der zweiten Reihe, in dem du schon längst selbst bemerkt hast:

Solange du andere imitierst, limitierst du dich.

Solange du dich mit Anderen vergleichst und dich ihnen anpasst bzw. ihnen nacheiferst, begrenzt (verleugnest!) du dich. Und solange du dich aus Angst vor dem Unbekannten in dir und deinem Leben hinter Begrenzungen jeglicher Couleur versteckst, entscheidest du dich unweigerlich für die blasse Kopie eines Originals, das so viel farbenfroher und sättigender in der Welt erstrahlen könnte. Da ist er, der Konjunktiv.

Dieses Buch ist verliebt in dein Potenzial. Und es ahnt, wie es dir geht.

Es gab einen Punkt in meinem Leben, da stand ich mit dem sprichwörtlichen Rücken zur Wand. Eigentlich erlebte ich diesen Moment, als ich gerade am Strand stand und auf die Weiten des Meeres blickte. In diesem Augenblick tiefer Erschöpfung und Ratlosigkeit sah ich tief in mich hinein. Ein enthüllendes Erlebnis, bei dem ich vielleicht zum ersten Mal in meinem Leben ehrlich zu mir selbst war und anfing, mich zu besinnen. Ich werde später noch ausführlicher darauf eingehen. In jedem Fall war dies ein Geschenk von unschätzbarem Wert.

In diesem Buch erzähle ich dir, wie mir dieser Weckruf, dieser Wendepunkt zu einem Leben verholfen hat, das diesen Namen auch wirklich verdient.

Eine Schlüssel- und Hauptrolle spielt dabei die Kreativität.

Ich werde beschreiben, wie sie mich heute dazu befähigt, ja beflügelt, das ungeahnte und unerschöpfliche Potenzial in mir und Anderen zu entdecken und zuzulassen. Wie sie mich jeden Tag auf’s Neue ermutigt, weniger zu denken und mehr zu machen. Mich einlädt, die Feste zu feiern, wie sie fallen. Und mich lehrt, sogar das Fallen zu feiern, auch wenn es feste ist.

Fallen oder Fliegen — du entscheidest.

Wenn du keinen Boden unter den Füßen hast, kannst du ebenso die Schwerelosigkeit, die Unbeschwertheit genießen, findest du nicht auch?

Inmitten dieses Fluges wirst du feststellen, dass du niemanden mehr brauchst, der dir sagt, wie es geht. Du brauchst auch niemanden mehr, der auswertet, wie es dir geht und bewertet, was du machst.

Die guten Neuigkeiten zu Beginn dieses Buches lauten:

  1. Du hast es in der Hand. Ja, das Buch auch. Aber ich meine vor allem dein Leben.
  2. Du musst nichts Neues lernen — du darfst unnützes Erlerntes loslassen und dich im Gegenzug an Dinge erinnern, die dir am Herzen liegen.
  3. Du bist in guter Gesellschaft auf dieser Reise. Und wirst ankommen wie die vielen Anderen vor und nach dir auch.

Zu gegebener Zeit.

Manche Menschen führen als Begründung dafür, warum sie sich nicht verändern bzw. weiterentwickeln, gewisse Lebensumstände an. Aber es gibt auch die Anderen. Diese Anderen lassen sich inspirieren. Und schließlich nicht mehr aufhalten. Von nichts und niemandem.

Es ist nicht der Beruf, die Familie, das Sternzeichen oder mit welchem Hindernis auch immer zwischen Himmel und Erde wir uns in unserer rechtfertigenden Abwehrhaltung behelfen — wir selbst sind es, die uns einschränken.

Das weißt du längst.

Vielleicht ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, dass aus diesem Wissen Herzenswissen wird.

Du nimmst nunmehr kreative Öffnungen im (Berufs-) Alltag wahr und fasst den Mut, damit zu experimentieren, um die Farben zurück in dein Leben zu holen.

Du entdeckst neue Sicht- und Handlungsweisen im Umgang mit den Menschen, die du liebst (oder wahlweise so gar nicht leiden kannst). Wer sagt, dass man nicht selbst das Prickeln entwickeln kann, das man sich für sein Leben wünscht?

Oder du fasst den Entschluss, eine Lebensader wieder freizulegen, die beispielsweise durch den abfälligen Kommentar eines Lehrers einst verschütt gegangen ist. Du ahnst nicht, wie oft sich mir Menschen mit einer Begebenheit wie dieser anvertrauen. Dass sich Kinder in einer solchen Situation das Recht absprechen lassen, zu tun, was ihrem Herzen entspringt, ist ebenso traurig wie nachvollziehbar. Aber du bist erwachsen. Du kannst hier und heute das Rad zurückdrehen und selbst entscheiden.

Um das Ausprobieren wirst du nicht herumkommen. Denn Kreativität ist keine Frage des Wissens und Verstehens, sondern eine Antwort der Erfahrung. Und Übung. Wie das Leben. Das Leben ist auch keine Frage des Verstehens, sondern eine Antwort der Erfahrung. Und Übung.

Und letztlich Erfüllung.

Sprich der Kreativität dein Vertrauen aus. Sie wird dich in ungeahnte Höhen geleiten. Ihr Flügelschlag ist dein Herzschlag.

Geflogen wird nach vorn. Geflogen wird immer nach vorn.
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