Ohne Titel.

Geplant war ein Post über Zeitmanagement: wie ich mit Job, Agentur, Privatleben und Masterarbeit zurecht komme, welche Tools ich verwende und wie sehr ich mich auf “das Leben danach” freue. Und jetzt das: mein erster Frustpost.

Das heutige Jahr war bis jetzt, alt-wienerisch ausgedrückt, “ur-öd”. Die Weihnachtsfeiertage habe ich mit Fieber im Bett verbracht, im Jänner bis März war ich quasi unbeweglich und auch danach ist der Durchbruch nie wirklich gelungen. Ein kurzes Hoch im Juni, passend zu einem Fest das ärgerlicherweise zeitgleich zum letzten #cos14-Präsenzwochenende stattfand, und danach ein rascher Abstieg ins Tal des Flusses “Dauerstress”.

Wenn ich die erste Jahreshälfte mit einer Wanderung vergleiche, wäre das wohl die Tour durch den St. Gotthard-Tunnel. Eine Bahn fährt ständig neben mir her, ich schaffe es immer wieder, für kurze Zeit aufzusteigen, doch dann falle ich wieder kartoffelsack-like hinunter.

Klar, den Sager “Mei, du bist ja noch jung”, habe ich oft zu Ohren bekommen, wenn ich einmal angesprochen habe, dass z.B. so ein Halbtagsjob doch auch seine Vorzüge hat. Aber ist es wirklich so? Muss ich mich meinem Alter entsprechend abrackern und mittelfristig ein Burnout oder Gastritis an Land ziehen? Oder liegt das alles nur an meiner “Einstellung”? Ist eine 50–60 Stunden Woche für 2 Jobs (ohne Masterstudium) eh ok und ich kapiere da was nicht?

(An diese Stelle bin ich dankbar, dass der Blog nie seinen Durchbruch erlebt hat und meine (zukünftigen) Arbeitgeber das nicht lesen müssen!)

Es geht sich nicht aus.

Das muss ich mir eingestehen. Meine Energiereserven sind nicht so bulletproof, als dass sie mich fliegend von A nach B, von Besprechung zu Jour-fixe und von Projekt- zu Masterarbeit bringen. Ich komme gar nie dazu, mir ein Zeitmanagement-Tool zu organisieren oder sonstigen Trends zu folgen. Weil mir schlichtweg die Ruhe fehlt. Und zwar jene Ruhe, mich für einen gewissen Zeitraum einfach nur einer Sache zu widmen. Auch dazu gabs schon einen Trend: Monotasking. Auch versäumt.

Meine hohe Ablenkungsrate sehe ich als größten Faktor meiner Unzufriedenheit. Egal ob Mobiltelefon, Mails, Arbeitskollegen, Familie … ich schaffe es selten, mir Raum und Zeit zu gönnen, in der ich nur für mich bin. In der ich lese, (Blogposts) schreibe oder einfach nur nachdenke. Ständig kontrolliere ich die roten Zahlen auf den Apps oder mache mir Gedanken über andere (unerledigte) Dinge anstatt mich auf eine Sache zu konzentrieren.

Diese Unruhe bekomme ich bei einer Tätigkeit gut in den Griff, bei der es nur um micht geht: beim Klettern. Besonders als Anfänger muss ich jeden Stein neu kennenlernen, jeder Oberfläche zuerst mit dem Tastsinn begegnen, weil die Augen mich vielleicht täuschen, jedes Seil kontrollieren, ob es mich wohl wirklich aushält im Fall des (Runter-)Falles. Es ist die Kombination aus Koordination, Kraft und Flexibilität die den Geist fokussiert hält. Nach 1,5 Stunden in schwindelerregender Höhe bin ich zwar auch erschöpft, aber zufrieden.

Aber jetzt nicht abschweifen. Der Alltag ist doch das Problem, die vielen Ablenkungen die rufen “lies mich, schau mich an, kauf mich” halten mich beschäftigt (und ja, ich bin ja auch Teil dieser Branche). Ich könnte mir ein Tastenhandy kaufen oder sämtliche Apps löschen, würde das vielleicht Sinn machen? Dann checke ich vermutlich ganz umständlich über den Browser die Seiten, die ich betreue. Oder rufe ständig jemanden an, der das für mich übernimmt … es ist zum Davonlaufen.

Eigentlich.

Was mich aktuell aber am meisten quält ist die Torschlusspanik. Jetzt sind dann bald meine (vielleicht) letzten offiziellen Studenten-Jahre vorbei, in denen viel, sehr viel passiert ist. Und es regt mich auf, dass ich nicht stärker eingetaucht bin, in das Studentenleben. Dieses “Student-sein”, wenn auch nur für kurze Zeit, mit guten Gesprächen, Spaß haben, Party machen … das ist mir rückblickend betrachtet zu kurz gekommen. Weil ich dachte, dass 2 Jahre eine lange Zeit wären. Genau.

Das eigentliche Problem: Ich stehe jetzt am Anfang einer großen Arbeit, die sich auf die letzten zwei Jahre stützen soll und ich weiß weder ein noch aus. Wo fange ich an, was lese ich jetzt, geht sich das überhaupt noch irgendwie aus?

Und jetzt?

Mein Learning aus diesem Blogpost: Müll abladen tut gut! Ich bin jetzt 2 Stunden relativ konzentriert dabei gesessen und spüre eine innere Zufriedenheit, einerseits weil ich Juttas Auftrag nachgekommen bin und andererseits weil sich diese Emotionen in mir aufgestaut haben und jetzt endlich Luft bekommen haben. Und auch das muss so ein digitales Tagebuch aushalten können.

Veränderungen passieren nicht von heute auf morgen, Fehler passieren immer wieder (auch die Gleichen). Ich lass das jetzt einmal so stehen und schlafe drüber. Vielleicht ist der Post morgen gar nicht mehr da.

Die zwei wichtigsten Dinge auf meiner To-Do-Liste.

Ich lösche jetzt jedenfalls einmal die nervigsten Apps vom Mobiltelefon und schau mir an, wie es meinem Durchhaltevermögen und meiner Pulsfrequenz in den nächsten Tagen geht.

Ich organisiere mir Zeit.

Bald gibt’s mehr zum Thema Content Strategie und wie es mir damit geht. Danke fürs Zuhören!

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