Käfig League: Viel mehr als nur Fußball

Der kleine Mustafa wird gefoult — anders als in vielen Käfigen Wiens bricht hier keine Rudelbildung mit nonverbalen Attacken aus, sondern die Kids und Jugendlichen begegnen einander mit Respekt und zeigen ein überaus soziales Verhalten. So entschuldigt sich etwa Stefan sofort wegen dem Foulspiel und hilft dem gefoulten Mustafa beim Wiederaufstehen. Genau das ist das Ziel des Projekts „Käfig League“.

Die Fußballstars der Käfig League

42 Coaches, 600 Burschen und Mädchen, 23 Käfige

Seit Mai 2010 bietet die Käfig League Mädchen und Burschen von 6–14 Jahren einmal pro Woche kostenloses Fußballtraining. Unter sport- und sozialpädagogischer Leitung wird in insgesamt 23 Wiener Käfiganlagen, verteilt über 16 Bezirke, Fußball gespielt. Bei den sozialen Brennpunkten wird dadurch ein friedliches und gewaltfreies Zusammenleben gefördert. In regelmäßigen Abständen werden Turniere veranstaltet, bei denen sich die Trainingsgruppen untereinander messen können.

Kooperationen mit Fußballklubs

Viele der Kids träumen bereits von einer Profikarriere als Fußballer — für ein paar von ihnen könnte dieser Traum durchaus in Erfüllung gehen, denn auch Marko Arnautovic, Veli Kavlak oder David Alaba zeigten einst ihr Können in Wiener Käfigen. Die Kooperationen der Käfig League mit den beiden Wiener Großklubs und dem FC Bayern München sind mit Sicherheit auch eine große Chance entdeckt zu werden.

Integration durch Sport

An den Trainings nehmen Menschen mit unterschiedlichen sozialen, kulturellen, ökonomischen und sprachlichen Hintergründen Teil und somit versteht sich die Käfig League auch als „Integrationsprojekt“, so der Leiter Martin Saboi. Wobei dennoch die verschiedenen Persönlichkeiten der Jugendlichen und die Individualität betont werden sollen. Neben technischen und taktischen Fähigkeiten im Fußball ist es der youngCaritas auch wichtig, die sozialen Stärken der Jugendlichen zu fördern. Neben Teamgeist und Fairplay wird so auch der Umgang mit Emotionen wie Ärger und Enttäuschungen und gewaltfreie Kommunikation geschult. Fußball würde sich als Teamsport besonders dafür eignen. Dennoch gibt es neben den freiwilligen Trainern auch noch Vertrauenstrainer unter der Leitung von Alexander Schneider, welche sich persönlichen und gruppendynamischen Problemen, die im Rahmen der Trainings nicht bewältigt werden können, widmen. Sie besuchen die Käfige regelmäßig oder organisieren Kurzworkshops, etwa zu den Themen Rassismus oder Gewalt.

Selbstvertrauen tanken in Turnieren

Besonders wichtig ist es, den Kindern, welche laut Saboi „nicht vom Erfolg verwöhnt sind“, ebensolche Erfolgserlebnisse zu ermöglichen. Auch dafür sei Fußball genau das richtige. Zu diesem Zweck werden neben den Trainings auch Fußballturniere organisiert, wie zum Beispiel das traditionelle Frühjahrsturnier. Dieses fand heuer am 21. Mai im Pötzleinsdorfer-Schlosspark bei schönstem Fußballwetter statt. 250 Kinder traten in 32 Teams gegeneinander an. Auf zwei Feldern wurden so die jeweiligen Sieger der U11- und U14-Bewerbe ermittelt. Besonders erfolgreich waren heuer die Mannschaften aus der Großfeldsiedlung (1210), vom Kurt-Heller-Hof (1020) und aus dem Hamerlingpark (1080).

Die Trainingsplätze der Käfig League: