Mein Liebster Award: 11 Antworten von Babak Zand

Derzeit steht der Staffellauf bei vielen deutschen Bloggern an — die Liebster Award-Challenge geht um. Der Liebster Award ist ein Frage-Antwort Spiel, in dem sich Blogger gegenseitig nominieren und elf Fragen rund ums Bloggen stellen. Der Nominierte muss diese dann beantworten.

Trajan Tosev, Blogger aus Bonn, der rund um das Thema Social Media, Content Marketing und Bloggen schreibt, hat die Staffel an mich weitergereicht. Mit diesem Artikel sprinte ich mal los und versuche, alle seine Fragen vor dem Zieleinlauf zu beantworten.

babakzand.de ist mein zweiter Blog, der erste lief noch unter dem Namen BaZaKom. Meine ersten Erfahrungen mit dem Bloggen auf BaZaKom.de habe ich in einem letzten Artikel dort einmal zusammengefasst. Alle Antworten beziehen sich also ganz konkret auf meinen neuen Blog.

1.) Wie lange hat es von der Idee bis zur Erstellung deines Blogs gedauert?

Die Erfahrungen aus meinem ersten Blog hingen über mir wie das Schwert des Damokles — ich wollte nicht die gleichen Fehler noch einmal machen. Darum hab ich mir für babakzand.de sehr viel Zeit für die Planung und Vorbereitungen gelassen, fast acht Monate.

Da ich ein ziemlich analytischer Mensch bin, der sehr methodisch vorgeht, hab ich mir erstmals viel Zeit für die Analyse genommen. Was will ich mit dem Blog erreichen? Wen will ich erreichen und mit welchen Themen? Wer sind die potenziellen Leser und bei welchen Problemen kann ich Ihnen mit meinem Blog helfen.

Das Ganze hat die meiste Zeit in Anspruch genommen, ich habe SWOT-Analysen erstellt (ich weiß, ich bin da ein Nerd), Personas entwickelt, mich in den Themenbereich eingearbeitet und einen Themenplan erstellt. Die Technik und das Design vom Blog war da nur ein kleiner Bestandteil der Arbeit.

2.) Was war das Schwierigste daran, deinen Blog zu erstellen und wie hast Du es gelöst?

Das Schwierigste war es, meine Nische zu finden, die mich zum einen interessiert und zum anderen relevant genug ist, gelesen zu werden. Ich bin dann auf das Stadtmarketing und deren Herausforderungen durch die neuen Medien und der Digitalisierung gekommen.

Als ehemaliger PR-Manager bei der Bundeswehr (dort nennt sich das Presse-und Informationsfeldwebel) kannte ich die Herausforderungen, mit denen sich Behörden bei der Kommunikation konfrontiert sehen.

Das Stadtmarketing erschien mir deshalb interessant, da ich persönlich denke, dass das Stadtmarketing einen nachhaltigen Einfluss auf die Lebensqualität der Bürger einer Stadt hat.

Allerdings hab ich, trotz aller vorangegangenen Recherchen und Analysen, während des Bloggen gemerkt, dass mich ein anderes Thema viel mehr reizt — Content-Strategie und das damit verbunden Content-Marketing. Gemerkt hab ich das aber erst, als ich zufällig über das Thema gestolpert bin und darüber gebloggt habe. Seitdem ist es zu meinem Leibgericht geworden und mittlerweile der eigentliche Schwerpunkt meines Blogs.

3.) Was ist Dir durch den Kopf gegangen, nachdem Du Deinen ersten Beitrag veröffentlicht hast?

„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…“. Das Zitat von Hermann Hesse war für mich mein Leitspruch, mit dem ich das Blog begonnen habe, und der mich auch jetzt noch beim bloggen begleitet. Bei meinem ersten Beitrag auf bazakom.de hab ich noch gedacht — Wow, jetzt hab ich auch was online gestellt. Bei dem ersten Beitrag auf babakzand.de hab ich mich gefragt, ob das, was ich online stelle, die Leser überhaupt interessiert.

Beide Gedanken lösen in mir immer noch den gleichen Zauber aus, wenn ich einen neuen Artikel veröffentliche. Nur denke ich heute zuerst daran, ob es meine Leser interessieren könnte, was ich da publiziere. Und dann kommt der Gedanke wieder, dass das, was ich da veröffentliche, auch gelesen wird. Und das macht mich stolz und glücklich.

4.) Was war bisher dein größter Fehler?

Ich glaube nicht, dass es „den größten Fehler“ gibt. Ich habe viele Fehler gemacht (nicht nur beim Bloggen), aber keiner war so schlimm, dass man es nicht ausbügeln konnte. Vor allem lernt man durch seine Fehler, besonders beim Bloggen.

BaZaKom war da ein Paradebeispiel. Bei dem Blog hab ich so alles falsch gemacht, was man beim Bloggen so falsch machen kann. Aber es waren wichtige Erfahrungen, die ich für mein neues Blog mitgenommen habe. Insofern würde ich nicht sagen, dass es einen größten Fehler gibt — ich seh es immer als Chance, daraus zu lernen und sich weiter zu entwickeln.

5.) Was war bisher dein größter Erfolg?

Durch meinen Blog und meine digitale Reputation einen Speaker-Slot auf der Content-Marketing-Conference 2015 in Köln zu bekommen. René Kühn, Geschäftsführer der Contilla GmbH, ist im Netz über mich gestolpert und hat mich gefragt, ob ich nicht Lust habe, einen ausgefallen Speaker zu vertreten.

Vor 300 Experten aus dem Bereich Content-Marketing sprechen zu dürfen, war für mich eine Riesenchance, die ich dankbar ergriffen habe. Als Resultat habe ich nicht nur viele Fachleute persönlich kennengelernt, sondern auch einige Unternehmen für meine Bachelor-Thesis gewinnen können.

Vortrag auf der Contentmarketing Conference 2015 in Köln. Foto: Michael MIseré

6.) Was wirst Du jemanden raten, der sich noch nicht traut, einen Blog zu starten?

Einfach machen. Man muss heute nicht mehr gleich ein eigenes Blog hochziehen, wenn man noch keine Erfahrungen hat. Dank Diensten wie Medium kann man sich schnell einen eigenen Account einrichten und loslegen. Dadurch bekommt man erst einmal ein Gefühl fürs Schreiben, Feedback der Leser zu den publizierten Inhalten (kein Feedback ist auch eine Art Feedback) und kann dementsprechend seinen Themenbereich weiter eingrenzen oder aber auch erweitern.

Wenn man dann eine Zeit Erfahrungen gesammelt hat, würde ich aber raten, einen eigenen Wordpress-Blog aufzusetzen. Aber nicht, ohne sich im Vorfeld Gedanken gemacht zu haben, über was man regelmäßig schreiben will, für wenn das relevant ist und was man mit dem eigenen Blog erreichen will.

7.) Wie unterscheiden sich deutsche Blogger von den Vorreitern aus den USA?

Wir sind immer ein paar Jahre hinterher — in vielen Bereichen. Das liegt aber auch an den Umständen, in denen wir agieren. Viele meiner Blogger-Kollegen beschäftigen sich, wie ich, mit Content-Marketing. Wir schreiben über neue Ansätze im Content-Marketing, diskutieren und kommentieren Innovationen aus diesem Bereich und versuchen, diese auf den deutschen Markt anzuwenden.

Aber wir alle müssen natürlich auch für unsere Leser schreiben. Das sind zum einen die anderen Blogger, die in der gleichen Filterblase sitzen wie man selbst, zum anderen sind es aber die Entscheider und Macher aus der Wirtschaft, die sich über das Thema informieren wollen. Und die sind (in meinen Augen) die eigentliche Leserschaft, die man erreichen sollte.

Oliver Marquadt hat dies in einem sehr emotionalen, aber durchaus richtigen und wichtigen Artikel zum Ausdruck gebracht: „Der Mittelstand braucht unser Wissen!“. Die Digitalisierung wirkt auf viele bestehende Geschäftsbereiche ein und verändert (in manchen Fällen: zerstört) diese. Content-Marketing ist dabei nur ein Instrument, dieser Herausforderung Herr zu werden.

Die Amerikaner haben das erkannt und arbeiten mit Hochdruck an diesem Thema — nicht nur durch das Aufbereiten von Informationen in Form von Blogbeiträgen, How-To´s und allen möglichen Formen von Content-Formaten, sondern besonders durch eine wissenschaftliche Erforschung dieses Themas. Da sind die USA (und andere Nationen) uns nämlich um einiges voraus.

8.) Was ist dir wichtiger: viele Follower in Social Media oder viele Newsletter-Abonnenten?

Da ich keinen Newsletter anbiete, freue ich mich über viele Follower.

9.) Wie stehst Du zum Thema Monetarisierung Deines Blogs?

Ist derzeit für mich kein Thema, stehe dem Thema grundsätzlich aber nicht kritisch gegenüber, wenn das Geld wieder in den Blog und in die Inhalte gesteckt wird. Ich finde das Konzept der Krautreporter sehr gelungen, die gegen eine jährliche Gebühr ihre Inhalte anbieten. Was ich auch völlig ok finde sind die Micropayments, mit denen Richard Gutjahr schon seit einiger Zeit experimentiert. Und um noch einmal auf Frage 7 zu verweisen: auch hier sind die Amerikaner schon viel weiter als wir.

10.) Was sagen Deine Freunde zu deinem Blog?

Freunde aus der Filterblase finden ihn gut, manche Freunde außerhalb verstehen manchmal nicht, warum ich neben Familie, Studium und Job noch soviel Zeit und Energie hineinstecke. Ist aber auch nicht schlimm, denn…. (siehe Frage 11)

11.) Vervollständige diesen Satzanfang: Bloggen ist für mich wie…

…lebenslanges Lernen! Ich arbeite mich mit wissenschaftlichen Werkzeugen und Methoden in ein Thema ein, bis ich es verstehe, um es dann in eigenen Worten in das Blog zu verwerten. Zudem ist das Thema meines Blogs auch Thema meiner Bachelor-Thesis. Ein besseres Lernen kann ich mir eigentlich nicht vorstellen.

Liebster Award: Die Staffel wird an die nächsten weitergereicht

Und für den Liebsten Award nominiere ich…

  1. Isabell Anger, die gerade meinen Traum-Masterstudiengang “Content-Strategie” besucht und darüber bloggt.
  2. Doris Eichmeier, die über Content-Strategie bloggt und zusammen mit Klaus Eck eines der wenigen deutschen Fachbücher über Content-Marketing geschrieben hat.
  3. Richard Gutjahr, dessen Experimente im Bereich digitaler Journalismus ich nicht nur privat spannend finde, sondern teilweise auch bei uns in den Vorlesungen vorgestellt werden.
  4. Sascha Stoltenow, dessen “Bender-Blog” ich bereits in meiner Bundeswehrzeit regelmäßig gelesen habe.
  5. Mike Schnoor, der mit dem Online-Magazin “DigiBuzz” die Entwicklung von digitalen Geschäftsmodellen analysiert und kommentiert.
  6. Nina Diercks, die für mich immer die erste Anlaufstelle ist, wenn es um Social Media und Recht geht.
  7. Karin Krubeck schätze ich nicht nur aufgrund ihres beliebten lokalen Blog “Bonn geht essen”, sondern finde Sie auch als Mensch einfach herzlich.
  8. Wolfgang Gumpelmaier, der regelmäßig über das Thema “Crowdfunding” schreibt.
  9. Oliver Marquardt, den ich durch zahllose Kommentare in den sozialen Netzwerken sehr zu schätzen gelernt habe und der sich mit der strategischen Beratung im Content-Marketing beschäftigt.

Die Regeln für die nominierten Blogs

  1. Danke der Person, die dich für den Liebster Award nominiert hat und verlinke den Blog in deinem Artikel.
  2. Beantworte die 11 Fragen, die dir der Blogger, der dich nominiert hat, stellt.
  3. Nominiere 5 bis 11 weitere Blogger für den Liebster Award.
  4. Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen.
  5. Schreibe diese Regeln in deinen Liebster Award Blog-Artikel.
  6. Informiere deine nominierten Blogger über den Blog-Artikel.

Meine Fragen:

  1. Seit wann bloggst du und wie hast du angefangen
  2. Mit welchen Themen setzt Du dich auf deinem Blog auseinander und warum gerade diese?
  3. Hast du einen Themenplan und wenn ja, wie ist dieser organisiert?
  4. Wie sollte deiner Meinung nach ein optimaler Artikel aussehen, damit dieser auch gelesen wird?
  5. Wie sieht dein Arbeitsprozess aus, wenn du einen Artikel schreibst?
  6. Teile deine Arbeit am Blog ein — welcher Arbeitsschritt (Recherche, Produktion, Vermarktung, usw.) nimmt am meisten Zeit in Anspruch?
  7. Wie vermarktest du deine Inhalte und welche Tools nutzt du dafür?
  8. Welche Werkzeuge machen dir generell das Leben leichter, um zu bloggen?
  9. Verdienst du mit deinem Blog Geld und wenn ja, wie?
  10. Welche Bloggerplatform nutzt du und welche Plugins sind darin versteckt?
  11. Welche Erfahrungen beim Bloggen würdest du gerne anderen Bloggern mit auf den Weg geben?
    Viel Spaß an alle Nominierten, die Staffel wurde nun an Euch übergeben.