Knochenfütterung beim BARFen — ein paar Grundregeln

Der Knochenanteil bei BARF / Rohfütterung wirft immer mal wieder Fragen auf. Wieviel muss gefüttert werden? Was macht man, wenn der Hund keine Knochen verträgt oder schlingt? Und bei Katzen? Bei Rationsüberprüfungen sehe ich tatsächlich häufiger mal BARF-Pläne, in denen der Knochenanteil nicht bedarfsgerecht ist. Zuviel genauso wie zuwenig. Das hat auch viel damit zu tun, dass im Netz sehr viele pauschale Angaben kursieren, genauso, wie es frei verfügbare Futterpläne zur Rohfütterung gibt, bei denen die Mengenangaben zu Knochen einfach nicht passen. Aber eigentlich ist das mit den Knochen gar nicht schwer.

Es gibt einige Grundprinzipien bei BARF / Rohfütterung, die man unbedingt beachten sollte.
Das erste: Knochen müssen IMMER roh gefüttert werden. Gegarte Knochen werden porös, die Gefahr des Splitterns wächst. Und wir wollen uns alle lieber nicht ausmalen, was passieren kann, wenn so ein Knochensplitter in die Speiseröhre piekt oder die Darmwand perforiert. Ein einziges Mal schief gehen reicht da.

Das zweite: Rohe Knochen müssen immer einen ausreichenden Fleischanteil aufweisen. Denn die Salzsäure-Produktion im Magen wird durch die Nahrungsaufnahme in Gang gesetzt, bei Carnivoren ist vor allem aufgenommenes Protein verantwortlich dafür, dass diese Verdauungsmechanismen anlaufen. Ist nicht genug Fleisch an den gefütterten Knochen, wird meist auch nicht genug Magensäure gebildet, um auch den Knochen zu zersetzen.

Das dritte: Je massiver, je dicker der Knochen, desto mehr Calcium liefert er zwar, aber desto höher kann auch das Verletzungsrisiko sein, wenn dieser Knochen ganz gefüttert wird. Tragende Knochen sollten also prophylaktisch nur gewolft (mit ausreichendem Fleischanteil) gefüttert werden.

Was die Mengen angeht: Wenn man sich an einem Fütterungskonzept wie BARF oder Prey Model Raw orientiert, hat man verlässliche Vorgaben für die Mengen. Eine Aussage wie “3 x pro Woche müssen Knochen gefüttert werden” ist hingegen kein verläßlicher Anhaltspunkt, ob die richtige Menge Calcium im Hund bzw. der Katze landet.

Wenn Hund oder Katze keine Knochen vertragen, weil sie z.B. zur Verstopfung neigen (kommt gerade bei Katzen gerne mal vor), dann muss Calcium in Form eines Zusatzes ergänzt werden. Fleischknochenmehl (http://www.barf-gut.de/pernaturam-fleischknochenmehl-p-597.… ) kommt dabei der Knochenfütterung am nächsten, bei Allergikern oder nierenkranken Tieren muss man ggffls auf andere Zusätze ausweichen. Alternativen können z.B. Algenkalk, Eierschalenmehl oder Calciumcitrat sein, um nur einige Möglichkeiten zu nennen. ( http://www.barf-gut.de/calcium/ ) Die genaue Menge sollte dabei immer ausgerechnet werden, denn mit pauschalen Dosierungen weiß man ansonsten auch bei Calciumzusätzen nicht, ob der Calciumbedarf gedeckt ist.

Die Bedarfsdeckung von Calcium ist wirklich elementar, d.h., es MÜSSEN bei bei BARF / Frischfleischfütterung entweder Knochen oder ein Calcium-Ersatz Bestandteil der Fütterung sein, sonst kann es zu Mangelerscheinungen kommen. Insbesondere bei heranwachsenden Hunden muss man den Calcium-Bedarf immer im Auge behalten. 
Ansonsten — alles gar nicht so schwer. :-)