Muhammad Ali — die Welt trauert über den Tod eines der größten Boxer und Aktivisten

Am Freitag, 3. Juni 2016, starb einer der größten und erfolgreichsten Boxer und politischen Aktivisten des Sports, Muhammad Ali, im Alter von 74 Jahren an den Leiden, einer seit „drei Dekaden“ langen Parkinsonerkrankung in Scottsdale im Bundesstaat Arizona.

Ali, welcher am 17. Januar 1942 als Cassius Marcellus Clay Jr. in Louisville in Kentucky geboren wurde, war einer der erfolgreichsten Boxer und der einzige, der im Schwergewicht den Titel „Unumstrittener Boxweltmeister” dreimal in seiner Karriere gewinnen konnte. Er gehörte zu den bedeutendsten Athleten des 20. Jahrhunderts und wurde 1999 vom Internationalen Olympischen Komitee zum „Sportler des Jahrhunderts“ gewählt.

“Wir haben nicht alle Trauerredner zu diesem Zeitpunkt bestätigen können, aber eine Rede wird vom ehemaligen US-Präsident Bill Clinton gehalten werden”, sagte ein Sprecher der Familie von Muhammad Ali während einer Pressekonferenz wegen der Beerdigung. Diese wird am Donnerstag, 9. Juni 2016, in Louisville in Kentucky geplant, dem Geburtsort des Boxers und seiner Heimatstadt.

Aber auch als politischer Aktivist leistet Ali eine ausgewöhnliche Leistung für den „Weltfrieden“ und für den Pazifismus. So lehnte er öffentlich den Vietnamkrieg ab, verweigert den Wehrdienst und unterstütze die Empazipationsbewegung zur „Freiheit aus der Sklaverei“ und gegen die Diskriminierung der Afroamerikaner in den 60-iger Jahren in den USA.

„Warum sollten sie mich fragen, eine Uniform anzuziehen und 10.000 Meilen von zu Hause aus wegzugehen, um Bomben abzuwerfen und Schüsse auf andere Menschen in Vietnam abzugeben, während die sogenannten Neger in Louisville wie Hunde behandelt werden und ihnen die einfachen Menschenrechte verweigert werden? Nein, ich werde nicht 10.000 Meilen von zu Hause aus Mord unterstützen und andere arme Menschen aus Nationen verbrennen, damit die Herrschaft der weißen Sklavenhalter über die dunkleren Menschen auf der ganzen Welt fortgesetzt werden. Dies ist der Tag, an dem solche Übel zu einem Ende kommen müssen. Ich habe sie gewarnt, dass solch eine Meinung mich Millionen von Dollar kosten wird. Aber ich habe es einmal gesagt und ich werde es wieder sagen. Der wirkliche Feind meines Volkes ist hier. Ich werde meine Religion keine Schande bereiten, mein Volk und ich selbst werden als ein Werkzeug missbraucht, im Kampf für ihre eigene Gerechtigkeit, ihre Freiheit und ihre Gleichheit zu versklaven … Wenn ich an den Krieg denke, und würde 22 Millionen meines Volkes in Freiheit und in Gleichheit leben, würden sie mich nicht dazu bringen, mich zu entwerten, ich würde mich über den Morgen erfreuen. Ich habe nichts zu verlieren und stehe zu meiner Auffassung und meinem Glauben. Also werde ich ins Gefängnis gehen, warum? Weil wir seit 400 Jahren im Gefängnis gewesen sind.“ Zitat von Muhammad Ali. Im Juni 1971 hob der Oberste Gerichtshof die 1967 verhängte Sperre auf und erkannte die von Ali genannten Gründe für seine Wehrdienstverweigerung an.

1974 in Kinshasa: „Ist das alles, George? Ich habe mehr erwartet! Ist das alles, was du drauf hast?“ Ali bezeichnente einen rechten Cross zum Kopf Foremans als eindeutige Wirkung gegen seinen Kontrahenten und als seine Taktik. Foreman erhielt ein K.O. Schlag an die Schläfe und wurde ausgezählt. Ali Muhammad war wieder einmal Weltmeister!

Einer der „größte Boxkämpfe aller Zeiten“ geltende Kampf „Rumble in the Jungle“ (Schlägerei im Dschungel) war ein historischer Boxkamp vom 30. Oktober 1974 in Kinshasa in Zaire zwischen Muhammad Ali gegen den US-Boxer George Foreman vor mehr als ein hunderttausend Zuschauern. Es folgten die berühmten Kämpfe „Fight of the Century“ (Kampf des Jahrhunderts) und „Thrilla in Manila“ gegen den damaligen amtierenden Boxweltmeister Joe Frazier. Sie gelten als Klassiker unter den Schwergewichtskämpfen.

The Fugees — Rumble in the Jungle

Kindheit und “der Weg ist das Ziel!”

Muhammad Ali (Cassius) wurde als erster von zwei Söhnen des Schildermalers Cassius Marcellus Clay Sr. und dessen Ehefrau Odessa Grady Clay geboren und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Er erhielt zuvor den Namen seines Vaters Cassius Marcellus Clay, der wiederum nach einem US-Politiker und Gegner der Sklaverei benannt wurde. Mit dem Boxtraining begann der Zwölfjährige 1954 aus Wut über den Diebstahl seines Fahrrades und erhoffte sich dabei, den Dieb dadurch bestrafen zu können, wenn er ihn erwischte. Im Boxkeller vom eines Polizisten namens Joe Martin erlernte er das Boxen. Als weiteren Grund für seine starke Motivation für den Boxsport benennt er in seiner Autobiografie von 1975 die Ermordung des afroamerikanischen Jugendlichen Emmett Till durch weiße Rassisten und deren Freispruch. Seit seinem 16. Lebensjahr konzentrierte er sich nur noch auf sein Boxtraining.

Im Februar des Jahres 1964 bekam er einen Weltmeisterschaftskampf gegen Sonny Liston, nachdem er zuvor zwei weitere Boxer durch K.O. besiegt hatte. Viele Journalisten mochten seine selbstsichere Art nicht und prophezeiten ihm eine Niederlage gegen Liston. Doch Ali zeigte es ihnen allen und gewann der mit 7:1 als Außenseiter gesetzte durch eine Aufgabe seines Gegners nach der sechsten Runde. Nach seinem Sieg rief immer wieder „I shook up the world!“ (Ich rüttelte die Welt auf) und „I am the greatest!“ in die Mikrofone. Die Bilder von ihm mit weit aufgerissenem Mund und Augen gingen um die ganze Welt.

Im Rückkampf am 25. Mai 1965 in Lewiston, Maine, wurde Liston von Ali bereits in der ersten Runde nach nur 105 Sekunden Kampf vom so genannten „Phantomschlag“ („Phantom Punch“, auch als „Anchor Punch“ bekannt, durch einem kurzen, harten, rechten Treffer an Schläfe niedergestreckt. Ali schrie daraufhin den am Boden liegenden Liston mit den Worten „Get up, you bum!“ („Komm hoch, du Penner!“) wutentbrannt an. Der Kampf wurde dann zunächst wieder freigegeben, unmittelbar darauf jedoch beendet, da der Ringkampfrichter Nat Fleischer darauf hinwies, dass Liston schon deutlich mehr als zehn Sekunden am Boden gewesen war.

Im weiteren Verlauf des Jahres machte Clay seine Mitgliedschaft in der Nation of Islam, auch bekannt als „Black Muslims“ öffentlich und wählte Muhammad Ali als Namen. 1975 konvertierte er zum sunnitischen Islam. „Wir glauben, dass Allah (Gott) in Master W. Fard Muhammad im Juli 1930, als der lang erwartete Messias der Christen und der Mahdi der Muslime erschien,“ heißt es im Muslim-Programm.

Am 15. September 1978 gewann Ali ein drittes und letztes Mal einen Weltmeisterschaftstitel und brach damit Floyd Pattersons Rekord. Nach diesem Sieg erklärte der damals 36-jährige Ali seinen Rücktritt vom Boxsport. Zu diesem Zeitpunkt war seine Aussprache infolge seiner Parkinsonerkrankung bereits undeutlich geworden.

Im Herbst 1980 versuchte Ali zum vierten Mal Weltmeister zu werden, diesmal gegen seinen Larry Holmes. Ali war chancenlos, konnte keinen einzigen Wirkungstreffer anbringen und wurde nur durch die offensichtliche Zurückhaltung seines Gegners vor einem Niederschlag bewahrt. Nach zehn Runden beendete Alis Trainer den Kampf, wodurch dieser seine erste und einzige vorzeitige Niederlage hinnehmen musste. Ali war zu diesem Zeitpunkt bereits von seiner Parkinsonerkrankung stark gezeichnet und verlor klar den Kampf, wenngleich in seltenen Momenten noch Reste seines früheren boxerischen Könnens aufblitzten.

Muhammad Ali starb am späten Freitagabend des 3. Juni 2016 in der Nähe von Phoenix an den Folgen akuter Atembeschwerden und seinem langjährigen Kampf mit der Parkinson-Krankheit.

Weitere Texte in Englisch über Muhammad Ali:

Zitate und Fakten unter:

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