Gedruckte Zahlen in Rot

Medienlink(s) Nummer 29

Rot, roter, ÖAK

Vergangene Woche veröffentlichte die österreichische Auflagenkontrolle (ÖAK) den Jahreschnitt österreichischer Printpublikationen aus dem Jahr 2016. Im Gegensatz zur Mediaanalyse gelten die ÖAK-Zahlen als harte Währung in der Branche.

Quasi als Schweizer Franken innerhalb der ÖAK gelten die Zahlen der “verkauften Auflage”* (theoretisch könnte man eine “verbreitete Auflage” von 1.000.000 haben und keine einzige Ausgabe verkauft haben). Am meisten verkaufte 2016 erneut die “Kronen Zeitung” mit einer durchschnittlichen (Mo-Sa) Verkaufsauflage von 748.821, gefolgt von der “Kleinen Zeitung” mit 280.037 und dem “Kurier” mit 131.613 verkauften Tageszeitungen (alle inkl. e-paper).

* “Verkaufte Auflage” wird als Summe aus Abonnements, Einzelverkauf, Großverkauf adressiert, Großverkauf unadressiert und SBSonntag ausgewiesen, wenn der Anteil des Großverkaufs adressiert und Großverkaufs unadressiert an der Summe von Abonnements, Einzelverkauf, Großverkauf adressiert, Großverkauf unadressiert und SB-Sonntag nicht größer ist als 35 Prozent. Sie inkludiert so anwendbar verkaufte ePaper Exemplare. 
Quelle: ÖAK

Die Zahlen zeichnen ein mehrheitlich rotes Bild bei den Tageszeitungsverkäufen. Im Vergleich zu den im Jahr 2015 von der ÖAK veröffentlichten Zahlen sank die Verkaufsauflage der meisten österreichischer Tageszeitung (durchschnittlich verkaufte Auflage Montag-Samstag). Ausnahmen sind die “Tiroler Tageszeitung” (Plus 1,3 Prozent) und die Vorarlberger Nachrichten (Plus 0,3 Prozent)

Quelle: ÖAK. Alle Angaben ohne Gewähr. Grafik: http://datawrapper.dwcdn.net/sMkig/1/

Auch ein langjähriger Vergleich ist interessant. In einem 10-Jahres-Vergleich der ÖAK-Zahlen fällt auf, dass vor allem Tageszeitungen in Wien die größten Verluste bei der verkauften Auflage hinnehmen mussten. Die “Kleine Zeitung” und die “Oberösterreichischen Nachrichten” konnten im Vergleich mit den Auflagenzahlen 2006 (Erscheinungstage Mo-Sa) hingegen dazugewinnen:

Quelle: ÖAK. Alle Angaben ohne Gewähr. Grafik: http://datawrapper.dwcdn.net/WeUlk/1/. Bei längerfristigen Vergleichen ist zu beachten, dass 2008 sowie 2014 Änderungen in Bezug auf Großverkauf bzw. e-paper stattfanden.

Der mit Abstand stärkste Tag für Tageszeitungen war und bleibt der Sonntag. Doch auch hier verloren die Zeitungen 2016 bei der “verkauften Auflage” im Vergleich zum Jahr 2015. Eine Ausnahme bildet die “Presse am Sonntag”, die sich um 2,8 Prozent steigern konnte.

Quelle: ÖAK. Alle Angaben ohne Gewähr. Grafik: http://datawrapper.dwcdn.net/uzPQj/1/

Die Zugewinne der “Presse am Sonntag”, die seit 2009 am Markt ist, sind auch langfristig sichtbar. Im Vergleich zum Jahr 2009 konnte sie einen Zugewinn von mehr als 25 Prozent verzeichnen:

Quelle: ÖAK. Alle Angaben ohne Gewähr. Grafik: http://datawrapper.dwcdn.net/f6L55/1/.

Apropos Sonntagszeitung: Diese werden in Österreich bekanntlich gerne aus Tragetaschen genommen ohne dafür zu bezahlen (umgangssprachlich auch “fladern” genannt). Deswegen kann ein Blick auf die Abo-Zahlen von Sonntagszeitungen lohnenswert sein: Einen besonders hohen Anteil an Abos unter der “verkauften Auflage” österreichischer Sonntagszeitungen hatten 2016 demnach die “Tiroler Tageszeitung” mit 81,9 Prozent und die “Kleine Zeitung” mit 80,1 Prozent.

Quelle: ÖAK. Alle Angaben ohne Gewähr.

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Nachlese:


Veröffentlicht am 24.2.2017

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