“New York Times” bei Jungen beliebt wie nie, Piefkezone und Zürcher Werkzeugkasten

Medienlinks Nummer 33

“New York Times” bei Millennials beliebt

Die Zentrale der “New York Times” an der 8th Avenue in Manhatten. Foto: Joe Shlabotnik (CC BY 2.0)

Die “New York Times” ist weiter auf Erfolgskurs. Während der digitale Wandel vielen anderen traditionellen Medienunternehmen Kopfzerbrechen bereitet, erhält die New Yorker Tageszeitung immer mehr Zugriffe aus der wichtigen Zielgruppe der 18–34-Jährigen. Rund 40 Prozent des Traffics stammt von Lesern aus dieser Altersgruppe. Einer der Gründe: Die mobile-First-Strategie der Tageszeitung: Rund 75 Prozent des Traffics stammen von mobilen Geräten. Die Times testet sogar eigene Schlagzeilen speziell für mobile Endgeräte. Und während viele heimische Medienunternehmen nach wie vor kaum oder gar keine redaktionelle Ressourcen für ihre mobilen Ausgaben einsetzen, hat die Times inzwischen sogar ein eigenes Ressort für Schlagzeilen-Tests (siehe dazu Medienlinks Nr. 30)

Was der “New York Times”noch mehr geholfen hat, als interne Strukturänderungen: Donald Trump. Die New Yorker Tageszeitung ist ein Lieblingsziel für den neuen US-Präsidenten, der sie auf Twitter gerne auch als “the failing New York Times” bezeichnet. Die Tweets haben aber offenbar den gegenteiligen Effekt — vor allem bei Millennials. “Unsere Reichweite bei Millenials ist subtanziell gestiegen”, sagt Meredith Kopit Levien, Chief Revenue Officer der Times, dem Portal TheDrum.com. Der Anstieg von jungen Lesern sei vor allem rund um die Wahl von Donald Trump zu beobachten gewesen.

Der Artikel, der sich auch mit der nicht immer rosigen Geschichte der “New York Times” beschäftigt in voller Länge:


Amerikanischer Guardian-Umzug geplatzt

Aus dem geplanten Umzug ins Immobilien-Projekt “Dumbo Heights” wird nichts. Foto: dumbonyc (CC BY-SA 2.0)

Apropos Trump: Die US-Ausgabe des “Guardian” wollte ihr New Yorker Hauptquartier, ein Co-Working-Space in Manhattan, gegen ein neues in Brooklyn tauschen. Der Haken an der Sache: An dem Immobilienprojekt “Dumbo Heights” ist Jared Kushner, Schwiegersohn von Donald Trump, beteiligt. Das passte vielen “Guardian”-Journalisten nicht. Zwar hätte der Umzug den Vorteil, dass “Guardian”-Mitarbeiter, von denen viele in Brooklyn leben, einen kürzeren Weg zur Arbeit hätten. Aber viele Journalisten äußerten die Befürchtung, dass sich Quellen nicht in ein Gebäude wagen würden, das dem Schwiegersohn des Präsidenten gehört, wie Buzzfeed.com berichtet:

Der Umzug der amerikanischen Guardian-Ausgabe wurde nach internen Protesten abgeblasen. Die entstandenen Kosten in der Höhe von 250.000 Dollar sollen durch weitere Einsparungsmaßnahmen gedeckt werden. Bereits vor dem Umzug wollte der US-Guardian rund 30 Prozent des Personals einsparen, wie politico.com berichtet:


Piefkezone

Keinen Personalabbau sondern — im Gegenteil — Personalaufstockung gibt es hingegen bei der Futurezone. Das Tech-Portal des Kurier-Medienhauses startete vergangene Woche ihre Deutschland-Ausgabe (siehe dazu Medienlinks Nr. 20). Das gemeinsam mit der Funke-Gruppe (die ebenfalls Anteile am “Kurier” hält) gestartete Portal wird von einer eigenen Deutschland-Redaktion bestehend aus Dana Neumann und Katharina Nickel betreut. Ebenfalls mit dabei sind die freien studentischen Mitarbeiter Jan Pförtner, Rainer Kienböck und Miguel Schmid.


Zürcher Werkzeugkasten

Die Quartiermeister von James Bond werden immer jünger, haben dafür aber einen größeren Werkzeugkasten.

Q ist nicht nur die Abkürzung für den Quartiermeister von James Bond sondern auch ein neues browser-basiertes Tool für einfache Grafiken und interaktive Elemente der “Neuen Zürcher Zeitung” (NZZ). Wie David Bauer, Head of Storytelling bei der NZZ, in einem Medium-Eintrag erklärt, ist es nicht nur ein Werkzeug sondern ein ganzer Werkzeugkasten, der als Open-Source-Software unter der MIT-Lizenz zur Verfügung gestellt wird:


Was Medium von Youtube lernen kann

Beleibt bei alt und jung, aber vor allem bei jung: Youtube. Foto: Rego Korosi (CC BY-SA 2.0)

Obwohl immer mehr interessante Beiträge wie jener von David Bauer hier — also auf der Blogging-Plattform Medium — veröffentlicht werden, ist das Unternehmen in finanziellen Schwierigkeiten.

In einem Medium-Blogeintrag erklärt Dakota Shane, was Medium von der wesentlich erfolgreicheren Videoplattform Youtube lernen kann. Die wichtigsten Punkte in Kurzform:

  • Vergütung für Urheber
  • Fokus auf Community
  • Unterrepräsentierte Talente mobilisieren
  • Gamification

Der Beitrag in voller Länge:


Veröffentlicht am 25.3.2017

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