Zahlenorgie österreichischer Online-Angebote

Medienlinks Nummer 31

Die Österreichische Webanalyse (ÖWA) veröffentlichte am Donnerstag die Zugriffszahlen österreichischer Onlineangebote für den Monat Februar.

Nach langer Durststrecke können nun wieder Zahlen der “Unique Clients”* mit den Zahlen des Vorjahres korrekt verglichen werden. (Hintergrund: Im Februar 2016 führte die ÖWA eine Messänderung durch weswegen im beinahe gesamten Jahr 2016 keine korrekten Vorjahresvergleiche möglich waren. Das hat nun ein Ende.)


Dachangebote

Bei den Dachangeboten hat sich — gemessen nach Unique Clients — einiges im Ranking getan. Die Styria Digital One, die im Vorjahr noch klar auf Platz eins war, wurde vom digitalen Dachangebot des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ORF vom Thron gestoßen.

Quelle: ÖWA. Alle Angaben ohne Gewähr. Grafik: http://datawrapper.dwcdn.net/DoyyE/2/

Der Grund dafür ist in der Gewinn-/Verlustrechnung zu finden: Im Vergleich mit den Zahlen vom Februar 2016 verlor das digitale Dachangebot der Styria Verlagsgruppe nach Unique Clients am meisten — nämlich rund 10 Prozent. Das digitale Dachangebot der Wiener Gratiszeitung “Heute” hingegen, konnte sich um rund 27 Prozent steigern und im Ranking um zwei Plätze steigern. Das Dachangebot von heute.at ist nach Unique Clients das drittstärkste.

Quelle: ÖWA. Alle Angaben ohne Gewähr. Grafik: http://datawrapper.dwcdn.net/XTM6l/1/

Ein ähnliches Bild ergibt sich auch beim Vergleich der Visits** der Dachangebote heimischer Medien. SevenOne, das Dachangebot der Puls4ProSiebenSat1baldauchATVundATV2-Mediengruppe, Kurier und News Networld, das Dachangebot der Verlagsgruppe News, verloren. Das größte Minus hat erneut die Styria.

Quelle: ÖWA. Alle Angaben ohne Gewähr. Grafik: http://datawrapper.dwcdn.net/vdItb/1/

Einzelangebote

Warum also verlor das Dachangebot der Styria Digital One so stark?

Zur Erinnerung: Die Dachangebote beinhalten die Summe fast aller Online-Angebote eines Mediums: so werden im Dachangebot von oe24, nicht nur Visits und Unique Clients von oe24.at mitgerechnet, sondern auch auf Services wie wetter.at, das zum Dachangebot gehört. Noch extremer ist das bei der Styria Digital One zu sehen. Unter dem Dach der SD One verstecken sich 13 Einzelangebote von diePresse.com bis zu miss.at.

Deswegen zunächst ein Blick auf das Ranking der Einzelangebote österreichischer Medien: In Führung nach Unique Clients: ORF.at, der neuerdings ebenfalls als Einzelangebot ausgewiesen wird, gefolgt von derStandard.at und krone.at. Vier Plätze — und damit im Ranking am meisten — verloren das Angebot von diePresse.com und kleineZeitung.at. Beide gehören zur Styria.

Quelle: ÖWA. Alle Angaben ohne Gewähr. Grafik: http://datawrapper.dwcdn.net/woiBg/1/

Die Gewinn-/Verlustrechnung österreichischer Einzelangebote ist vor allem für kleineZeitung.at tiefrot. Während sich heute.at nach Unique Clients um knapp 60 Prozent steigern konnte, verlor das Online-Angebot der steirisch-kärntner Regionalzeitung fast 25 Prozent. Ebenfalls im leichten Minus ist nachrichten.at, das Online-Angebot der “Oberösterreichischen Nachrichten”.

Quelle: ÖWA. Alle Angaben ohne Gewähr. Grafik: http://datawrapper.dwcdn.net/inF9y/1/

Ein ähnliches Bild ergibt sich beim Vergleich der Visits**. Das Einzelangebot von heute.at konnte hier sogar um 9o Prozent zulegen, kleineZeitung.at verlor mehr als 30 Prozent der Visits.

Ebenfalls im leichten Minus ist das Einzelangebot des “Kurier” — also kurier.at ohne futurezone.at, film.at und events.at.

Quelle: ÖWA. Alle Angaben ohne Gewähr. Grafik: http://datawrapper.dwcdn.net/HK0EC/2/

KleineZeitung.at führte im Herbst 2016 einen Relaunch samt Einführung einer Paywall durch. Von den 9.984.527 Millionen Visits im September 2016 blieben in der Folge im November 2016 nur mehr 7.321.280 Visits übrig.

*Unique Clients laut ÖWA: “Anzahl der Endgeräte, von denen auf eine Website zugegriffen wird. Die Unique Clients werden über permanente Cookies sowie weitere Identifikationsmerkmale ermittelt.”

**Visits laut ÖWA: “Zahl der zusammenhängenden Zugriffe der User auf das Online-Angebot eines Anbieters. Neu- und Mehrfachkontakte können nicht unterschieden werden, d.h. ein Visit kann daher ein oder mehrere Page Impressions umfassen. Der Timeout beim Visit beträgt 30 Minuten. Wenn 30 Minuten lang keine Page Impression erzeugt wurde, wird bei der nächsten Page Impression ein neuer Visit generiert.”

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Veröffentlicht am 11.3.2017

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