#onthesamepage Buchempfehlung von Vincent Klink

Vincent Klink © Vincent Klink

Vor 70 Jahren verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Mit der Kampagne #onthesamepage feiert die Frankfurter Buchmesse (10.-14. Oktober 2018) dieses besondere Jubiläum.

Wir haben Persönlichkeiten aus dem Bereich Kunst und Kultur gebeten, je ein Buch vorzustellen, das für sie einen ganz besonderen Bezug zu den universellen Menschenrechten hat. Entstanden ist eine persönliche, vielfältige Liste, die die Bedeutung der UN Charta eindrucksvoll unterstreicht. Viel Spaß beim Lesen!

Buchempfehlung von Vincent Klink

Am 20. Februar 1933 trafen sich auf Einladung des Reichstagspräsidenten Hermann Göring die Bosse der deutschen Industrie. Man einigte sich auf viele Millionen Reichsmark an Wahlhilfe für die Nazis. Dafür erntete die Großindustrie das Versprechen, dass Gewerkschaften und die Rechte der Arbeiter nahezu abgeschafft werden sollten. In jedem Satz des Buches wird unsere heutige Situation spürbar, dass nämlich 2018 und seit vielen Jahren schon, nicht mehr der Staat, und somit die Bürger, die Richtlinien für Banken und Wirtschaft festlegen, sondern das Großkapital die Politik an der Gurgel hat und die Regeln bestimmt.

Sieht man am Horizont eine Schurkerei heraufziehen und schaut hinter diese, so stößt man immer auf Geld, das jemandem weggenommen wird und von dem jemand anderer profitiert. Der sogenannte Anschluss Österreichs wird in Vuillards Buch beschrieben und es ging nicht um die Heimat Hitlers, sondern um die reichen Erzvorkommen Österreichs und das Kapital der Juden. Man kann über Rassenwahn nachdenken, aber letztlich ging es auch ums Geld. In Berlin zählte man beispielsweise 36 000 jüdische Wohnungen. Diese Immobilien, sowie das Inventar, gingen samt und sonders in den Besitz fahnentreuer Arier über. In Frankfurt wurden gleichfalls innerhalb kürzester Zeit 7 500 Wohnungen, Stühle, Schränke, Kochtöpfe und Kunst kassiert. Der Holocaust war der größte Raubmord aller Zeiten.

Nun scheint es, dass sich die Geschichte wiederholt. Es fängt wieder ziemlich harmlos an, mit Egomanen, wie Trump, Erdogan, Jaroslaw Kaczyński. Es gibt viele Leute, die an solche Leute glauben, und es ist für die eigene Standortbestimmung wichtig ein Buch zu lesen wie die „Tagesordnung“ von Éric Vuillard.

Vincent Klink ist ein Küchenmeister, Autor, Herausgeber und Verleger von kulinarischer Literatur und er kocht im Fernsehen.

Éric Vuillard: Die Tagesordnung. Aus dem Französischen von Nicola Denis. Berlin 2018, 128 Seiten, 18,00 Euro, ISBN: 978–3–95757–576–0

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