Das Recht auf Leben leitet sich nicht von Gedankenexperimenten Dritter ab, wie auch das Recht auf k…
Gehtsie Nixan
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Vielen Dank für den Kommentar!
Ich bin begeistert, dass Sie eine Diskussion eröffnet haben, und werde mein Bestes geben, mich an ihr zu beteiligen.
Schauen wir also, was ich zu Ihren — äußerst ausführlichen — Punkten so beitragen kann…

1. »Das Recht auf Leben« habe ich nicht aus dem Gedankenexperiment abgeleitet, sondern unseren Gesetzen entnommen; die Frau hat — im Moment — das Recht auf eine Abtreibung und

4.1. begeht dadurch rechtlich gesehen keinen Mord. Im Punkt vier diese also als Mörderin zu bezeichnen geht zu weit; Sie berufen sich oft auf unseren Rechtsstaat — dann richten Sie ihre Bezeichnungen auch bitte danach aus und bleiben Sie fair.

2. Ich bin meinen Prinzipien — und meiner Moral — durchweg treu geblieben. Falls sich diese nicht mit Ihren decken, ist das ein unglücklicher Zufall.

3. Dieser Punkt ist mir in seinem logischen Aufbau nicht ganz schlüssig.
Sind abtreibende Frauen nun schlecht, weil manche Frau kein Kind bekommen kann?

4.2. Sie unterstellen mir »flappsig« zu schreiben, weil ich nie schwanger war oder nicht schwanger bin. Aber woher möchten Sie das wissen?
Nur weil ich eine von Ihrer Meinung abweichende Haltung einnehme, heißt es nicht, dass ich das Thema unernst oder nicht recherchiert diskutiere.
Ich habe viele Abtreibungen verfolgt — und auch viele Schwangerschaften begleitet.
Beide Seiten konnte ich verstehen.

5. Was ist mit dem Wohlergehen, dem Schutz der Frau?
Dass das neue Leben wertvoller sein soll, als das der werdenden Mutter, kann ich definitiv nicht bejahen (aber das wissen Sie aus dem Artikel).
Jedem sei jedoch seine Meinung gegönnt.

6. »Unverantwortung« lässt sich diskutieren.
Sich für das eigene Wohl zu entscheiden, dafür ich-bezogen zu handeln, kann durchaus verantwortungsbewusst sein.
Sehen Sie es so, wie ich es im Artikel ausgeführt habe:
eine junge Frau wird schwanger, potentieller Papa macht einen Absprung, weil er nicht bereit ist Verantwortung zu übernehmen; die Eltern finden die Lage desaströs und schmeißen die Tochter raus (alles bereits gesehen, gehört) — die junge Mutter bleibt ohne Schulabschluss, Ausbildung und Chancen auf sich gestellt.
Was würden Sie tun?
Ja, man kann mit einem Kind einen Schulabschluss nachholen und eine Ausbildung machen. Ja, man kann danach durchaus einen Job finden und gleichzeitig alleine eine gute Mutter sein. ABER nicht jedes Mädchen kriegt das hin.
Ich habe zu viele gesehen, die depressiv wurden, ihr Kind vernachlässigt gar misshandelt haben aus Frusst; und schließlich samt Kind daran zerbrachen.

7. Es tut mir furchtbar leid, das sagen zu müssen (und ich bin mir sicher, sie werden mir in dem Punkt definitiv widersprechen), aber Abtreibung hat nur bedingt etwas mit dem Mann zu tun. 
Vor allem dann, wenn er aus dem Leben der Frau verschwindet/ sie misshandelt, steht dem potentiellen Vater — meiner Meinung nach — gar nichts mehr zu.
Und Damen leisten auf anderem Gebiet ebenso viel wie die Herren, warum also sollte die Abtreibung ihre »Leistung« sein, mit der sie all das, was Männer für das Land tun kompensieren?
Es ist der Körper der Frau, um den es geht, also ist das Austragen oder Nicht-Austragen eines potentiellen Nachwuchses auch ihre Entscheidung.

8. Siehe Nr. 7

9. Siehe Nr. 7

10. »All dies zeigt, wie wenig Frauen auf dem rechtsstaatlich-kulturellen Niveau angekommen sind« — das fand ich lediglich unangebracht und war enttäuscht, dass die sachliche Diskussion hier brechen musste.

Und der letzte Punkt ist für mich im Vergleich genau so absurd, wie für Sie mein Gedankenexperiment gewesen sein muss.
Wenn Sie ein Haus in einer Analogie mit dem Körper der Frau gleichstellen, dann werden wir wahrscheinlich keine gemeinsame Diskussionsgrundlage finden; dafür gehen unsere Meinungen zu weit auseinander.

Dennoch vielen lieben Dank nochmal für Ihren Beitrag!
Ich hoffe, die Diskussion wird von anderen — die Ihre Punkte vielleicht besser nachvollziehen können — doch weitergeführt.

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