Abgeblockt: Wie erreichen Unternehmen User, die hinter Adblock-Walls verschwinden?

Der User-Trend geht klar hin zum Adblocker. Ein Wake-up Call für alle Unternehmen, die Nutzer mit ihrer Werbung zuballern statt ihnen zu zuhören.

Nutzer wollen keine Werbung, die störend im Blickfeld aufploppt während sie versuchen ein Video anzuschauen, einen Artikel durchlesen oder Schnäppchen jagen. Deshalb stehen Adblocker derzeit bei den Nutzern sehr hoch im Kurs. So beliebt wie Adblocker bei Nutzern sind, so sorgenvoll betrachten Publisher und Werbetreibende diese Entwicklung. Die einen sehen ihre Reichweite der Angebote und Geldeinnahmen bedroht, die anderen sehen keinen Grund zu werben, wenn nur eine geringe Reichweite erzielt wird. Wie die Medien- und Verlagshäuser ProSieben, Sat1 und RTL bereits zuvor, hat dieses Jahr auch die Süddeutsche Zeitung versucht eines der bekanntesten Adblocker Unternehmen zu verklagen — bisher erfolglos. Laut dem Landgericht München, sei es legal Werbung auf frei zugänglichen Webseiten zu blocken, da es keinen Vertrag gibt der den Nutzer zum Konsumieren der Werbung verpflichtet.

Jedoch sind Adblocker-Anbieter nicht so altruistisch wie man auf den ersten Blick vermuten mag. Mit dem Format der Acceptable Ads erlauben diese Unternehmen Werbung trotz Adblocker anzuzeigen, sofern diese einer Umsatzbeteiligung von ca. 30 Prozent zustimmen. Ein Geschäftsmodell, das viel Kritik hervorgerufen hat, da Gelder nicht bei den Publishern landen und somit auch nicht zur Finanzierung des Journalismus beitragen.

Warum sehen wir dem Adblocker Trend weniger kritisch entgegen?
Für uns ist der Trend eine Bestätigung, dass in der Vergangenheit zu viel Werbung produziert wurde, die nicht auf die User und ihre Bedürfnisse zugeschnitten war. Weshalb es auch niemanden verwundern sollte, dass diese dann versuchen sich vor weiteren Werbeanzeigen abzuschirmen. Daher glauben wir, dass es an der Zeit ist die digitale Welt als einen Raum zu akzeptieren, in dem die Freiwilligkeit des Konsums von Markenkommunikation auf Endkundenseite liegt. Das bedeutet, der User sollte selbst entscheiden können welche Art von Unternehmenskommunikation oder Werbung er sehen möchte. Daher reichen Ads allein nicht aus, um eine möglichst breite Masse an Nutzern zu erreichen. Aber die Kombination von Ads und Content kann hier Abhilfe schaffen.

Für Unternehmen bedeutet das: Umdenken, Orientierung an Konsumentenwünschen, unterhaltsamen Content produzieren der Spaß macht oder unterstützenden Content kreieren, der dem User einen spezifischen Nutzen bietet und diese dann gezielt promoten.

Bitte nur kein Mittelmaß, das den User genauso langweilt wie die abgeblockten Banner.