Die fünf wichtigsten Bewegtbildtrends

Von Peter Kasza (Executive Director/Executive Producer Film bei C3)

1. Social ist das neue Mainstream

Ob in den klassischen Medien oder in der Werbung — der Social Style erobert den Mainstream. Serien wie „How to sell drugs online fast“ sehen phasenweise aus, wie ein social Clip; YouTuber wie Slavik Junge bekommen eigene Formate beim Streaming-Sender Joyn („Auf Staats Nacken“); und die Techniker schasste kürzlich Jung von Matt mit der Begründung, JvM erzähle zu episch und treffe damit nicht den Ton der Zielgruppe zwischen 20 und 30 — wohlgemerkt betraf das die Klassik-Kampagne. Entsprechend sah das Debüt von Heimat für die TK aus wie ein TikTok-Clip: Wigglepics, Picture in Picture, Emojis, Vintage-Style, schnelle Schnitte. Ein Look and Feel, der sich auf weitere Teile der Kommunikation ausdehnt. Die TK-Serie zum Thema Quarterlife-Chrisis bricht mit der klassischen Machart und trifft den Nerv der Zielgruppe.

2. Bildstarke Porträts

Here to stay — bildstarke Porträts und emotionale Geschichten über Menschen sind ein Evergreen. Das wird auch so bleiben. Die Umsetzung orientiert sich dabei an unseren Sehgewohnheiten, und die ist geprägt von sehr hochwertigen Netflix&Co Serien. Der EB Look der 00er Jahre hat endgültig ausgedient. Zur Umsetzung braucht man heute keine zehnköpfigen Teams mehr — drei oder vier Leute mit Run-and-Gun-Attitüde sind oft das bessere Set-up. (Wenn wir endlich wieder drehen können…) Die Gefahr auch hier: Alles sieht gleich aus. Die Kunst: eine eigene Bildsprache finden, wie es Regisseur Vincent Urban bei Lufthansas Life Changing Places hinbekommen hat (auch das ist selbst schon ein Evergreen).

3. Jeder ist ein Creator!

Demokratisierung von Content — jeder ist ein Creator — jeder kann Bewegtbildcontent produzieren — und oft wissen die Creators besser als die vermeintlichen Profis, wie das Channel-addäquat geht. Bei O2 sind Found Footage und Memes die Basis für die derzeitige Kampagne. Und lässt man YouTubern freie Hand bei der Gestaltung der Contents, ist das fast schon ein Garant für Erfolg. Das bedeutet aber auch: Mut haben, loszulassen. Ein Stück Anarchie ist essenziell!

4. Personalisierung

Personalisierung ist seit Jahren ein Buzzword: Influencer feiern ihren individuellen Lebensstil (der manchmal gar nicht so individuell ist); O2 bietet das So-wie-du-willst-Angebot, bei dem man sich seinen Tarif nach individuellen Bedürfnissen konfigurieren kann, und klar: Programatic Advertising spielt trotz Kritik ein riesen Rolle. Neue technische Möglichkeiten ermöglichen durch real-time-renderings individuellen und personalisierten Bewegtbildcontent. Ein Trend, der gerade erst am Anfang steht und entlang der gesamten User Journey riesiges Potential birgt. Jeder hat sein persönliches Video verdient!

5. Purpose

Nix geht mehr ohne Purpose, im Kleinen wie im Großen. Dabei müssen Themenwahl und Umsetzung zusammenpassen. Mal mit einem emotionalen Statement wie dem unvergessliche Nike Crazy Spot oder aber mit einem thematischen Fokus auf ein wichtiges Thema, wie mit der bereits erwähnten Kampagne zum gesellschaftlich relevanten Thema Quarterlife-Crisis. Dass es ankommt, nicht über sich zu sprechen, sondern über das was die Menschen wirklich beschäftigt, zeigt ein Blick in die Kommentare. Sie sind zu über 95 % positiv, die Menschen nutzen die Kommentarfunktion, um ihre eigenen Erlebnisse zu sharen.

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Creating what matters — C3 Creative Code and Content verschafft Marken und Unternehmen einen relevanten Platz im Leben ihrer Kunden.

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