Schnell — Schneller — Google AMP

Ein halbes Jahr nach dem Roll-out von Google’s Instant-Article-Alternative AMP — was hat sich auf dem Content Markt getan und wer nutzt das Framework tatsächlich?

Mobilen Webseiten einen regelrechten Turbo verpassen, die Leser zufriedener machen und Inhalte in den Vordergrund holen — frei nach dem Mantra „Content ist King, UX ist Queen.“ So das Ziel von Googles „Digital News Initiative“ AMP im Februar. Was hat sich jedoch im letzten halben Jahr getan? Unsere IT Project Managerin, Nadine Brinkmann, wirft einen Blick zurück und nach vorne:

Das “Accelerated Mobile Pages” Projekt, kurz AMP, ist eine Open Source Initiative und beschäftigt sich mit dem Bedürfnis, das Mobile-Content Ökosystem für jedermann zu verbessern. Googles AMP ist dabei eine Alternative zu Facebooks Instant Articles. News-Artikel werden für mobile Geräte, sofern sie entsprechend aufbereitet wurden, im Hintergrund bereits während der Google-Suche heruntergeladen und können beim Aufrufen innerhalb einer Sekunde angezeigt werden.

Funktionsweise

Die schnellere Ladezeit ermöglicht dem User mobil sehr viel schneller und damit auch in Summe mehr Content zu konsumieren, laut Google. Für den Nutzer sind die AMP-unterstützenden Artikel direkt unter dem Sucheingabefeld auf Google sichtbar. Die Artikel stellen sich als Karussell dar und besitzen das durch Facebook gewohnte Blitz-Icon. Führt der User die Suche aus, greift der AMP-Algorithmus und die Artikel werden im Hintergrund bereits geladen.

Google lädt dazu nicht den ganzen Inhalt des Artikels, sondern nur das Grundgerüst und den eigentlichen Text der Zielseite. Bilder und Videos werden erst beim Aufruf des Artikels vom Server nachgeladen. So ist die Zielseite direkt nach dem Aufruf verfügbar. Die Daten werden nicht von den eigentlichen Website-Servern, sondern von Googles CDN* bereitgestellt. Das bringt einen weiteren Speed-Boost.

Integration

Für die Verwendung von AMP ist die Erstellung einer alternativen Ausprägung der eigentlichen Website notwendig. Die Website wird in AMP-Dateien bereitgestellt, die traditionellem HTML ähnlich sind, aber bestimmte Richtlinien erfüllen müssen:

  • Websites müssen weitestgehend JavaScript-frei umgesetzt werden.
  • Bei der Verwendung von Javascript darf dieses nur asynchron nachgeladen werden.
  • Drittanbieter-Skripte dürfen nur in amp-iFrames ausgeführt werden
  • CSS , die idealerweise mit Präprozessoren, wie SASS oder LESS generiert werden
  • Es dürfen nur Fonts von Providern eingebunden werden, die CSS-only Integration unterstützen.

Nachdem die Umsetzung auf Publisher Seite passiert ist, wird der Code zusätzlich noch auf Googles CDN optimiert. Dabei werden alle Dateien komprimiert, die Bilder werden für mobile Displaygrößen angepasst und verkleinert. Durch die Komprimierung können Websites nach Angaben von Google bis zu vier Mal schneller geladen werden, als die responsive Ursprungsseite.

Vorteile für Nutzer und Publisher

AMP Websites sind also auf das Nötigste reduziert, um den Content in der schnellstmöglichen Ladezeit zur Verfügung zu stellen. Google möchte alle Drittanbieter Skripte, Stylings und Fonts asynchron nach dem Content laden, oder ganz ausschließen. So werden die Websites schmal gehalten und können „instant“ geladen werden. Der Vorteil für den Nutzer liegt auf der Hand: Durch die mobil- und Ladezeit-optimierten Websites, können Inhalte auch bei schlechter Verbindung konsumiert werden. Klarer Vorteil für Publisher liegt in der besseren Positionierung nahe der Google Suchleiste.

Gewöhnlich sind Nutzer selten bereit, auf Inhalte zu warten. Daher werden Websites, die nicht in einer bestimmten Zeit geladen sind, in den meisten Fällen wieder geschlossen. Genau hierbei soll AMP helfen — also eine Win-Win Lösung für Leser und Publisher zugleich?

AMP experience in einem Google Search Flow (vom AMP Blog)

Content meets Google AMP

Aktuell wird Google AMP vorwiegend als Mobile-Friendly Tool von News-Publishern wie BuzzFeed, Washington Post, oder Verge genutzt., vermutlich, da die Grundstruktur hier in den einzelnen Artikeln sehr ähnlich ist. Bei anderen Content Anbietern und Webseiten sieht es noch etwas mau aus: Laut einer Studie haben bisher nur 23% der SEO Profis das Google AMP Protocol integriert. Klares Ziel seitens des AMP-Projekts ist es jedoch jede Art von Content über Accelerated Mobile Pages zu publizieren.

Wem es jetzt in den Fingern juckt, seine Inhalte “mobile zu acceleraten” kann mehr über AMP Integrationen auf dem ACCELERATED MOBILE PAGES PROJECTBlog erfahren.

*Googles CDN („Content Delivery Network“) greift bei der Suche auf alle AMP Websites zu, cached diese und liefert sie aus. Zu erkennen ist das CDN an der URL https://amp.gstatic.com/yoururl.com