Wie bitte? Ein energieautarkes Unternehmen?

Wie bitte? Ein energieautarkes Unternehmen? Nun… fangen wir ganz am Anfang an. Also, das sind wir! Oder eigentlich ist das unser Firmengebäude. Unser Büro, unsere Werkstätte, unser Lager und unser Garten. Seit 2008. Damals war es notwendig, unser verstreutes WIR zusammenzuführen. Homeoffices und Garagenlagerplätze brauchten ein neues, ein gemeinsames Zuhause.

Und jetzt ist wieder etwas notwendig geworden. Einen Beitrag zu etwas Größerem, etwas viel Größerem! Auch wenn wir nur ein kleiner Teil von diesem Großen sind und unser Projekt relativ gesehen unbedeutend scheint, wir wollen und müssen einen Beitrag leisten. Denn dieses Große ist auch so etwas wie unser Zuhause, nämlich unser Planet. Und dem geht es gerade nicht so gut.

Zuerst war es nur eine Vision, eine Idee vielleicht, belächelt, kritisiert und nicht ernst genommen. Wie soll das funktionieren? Wie soll das finanziert werden? Rechnet sich so etwas überhaupt? Und wozu brauchen wir das eigentlich? Es funktioniert doch noch alles! Eben! Es funktioniert NOCH! Reden wir uns jedenfalls ein. Weil es bequem ist. Und weil wir in einem Landstrich leben, der von den Klimaveränderungen vorerst nur peripher betroffen ist. Wir gehören zu jenen Gesellschaften, die sich den Großteil der Ressourcen auf Kosten anderer, auf Kosten unserer Kinder und Kindeskinder nehmen und dabei so tun, als wäre das selbstverständlich. Das muss aufhören und wir wollen zu jenen gehören, die vorangehen. Also werden wir Energie-autark! Durch eigene, regenerative Energieproduktion. So ist unser Plan :-)

Darüber hinaus geht es um mehr als nur um erneuerbare Energie für unser berufliches Zuhause: Es geht darum, Stellung zu beziehen! Verantwortung zu übernehmen! Sich nicht bevormunden zu lassen! Nicht nur darauf zu warten, dass “die da oben” schon etwas tun werden! Es geht darum, SELBST ETWAS ZU TUN!

Wie wir das angehen? Mal sehen. Hier folgt die Geschichte über die Entwicklung dieses Projekts quasi in Echtzeit, mit dem wir auch anderen Mut machen wollen, zu einer nachhaltigen Energiezukunft beizutragen und diese im Rahmen ihrer Möglichkeiten selbst in die Hand zu nehmen.

Auf dem Weg der Fortschritte und Rückschläge, dem Weg der Hindernisse und deren Überwindung, dem Weg der Erkenntnisse, der Weiterentwicklung und der erreichten Meilensteine wollen wir Sie, wollen wir Euch mitnehmen. Und sind jetzt schon dankbar für Feedback, für Kritik und für Unterstützung! Let´s do it!

Let’s do it!

Lets do it! Klingt simpel. Aber wie? Immer gibt es viele Wege zum Ziel und schon meine ersten Recherchen und Gespräche zeigen, dass es beim Thema regenerative Energie die unterschiedlichsten Standpunkte gibt, die auch nicht immer frei von Emotionen sind. Saubere Energie wollen ja alle. Aber bitte keine spiegelnde Photovoltaik-Anlage, die mich auf meinem Balkon blendet und schon gar kein hässliches Windrad entlang meines Wochenendausflugsradweges. Wenngleich, Kühltürme von Atommeilern oder Kohlekraftwerkschornsteine sind auch nicht gerade mit Architekturpreisen überhäuft. Es scheint jedenfalls von Vorteil zu sein, dass unser Standort in einem Gewerbepark liegt.

Unsere Annäherung an das Thema kann eigentlich nur über Windkraft erfolgen. Wenn es nämlich etwas gibt im Marchfeld, dann sind das zwei Dinge: Spargel und Wind. Wind haben wir zur Genüge. Aber was, wenn der sich ein paar Tage Auszeit nimmt? Auf Anregung von Erwin, das ist unser ehemaliger Bürgermeister, denken wir auch an Fotovoltaik als Ergänzung. Sonne und Wind, und wir brauchen einen Stromspeicher. Ich mache mich schlau… Und siehe da: Ein nahezu umweltfreundlicher Stromspeicher :-) Kaum zu glauben, oder?! Kosten? Kommt natürlich auf die Größe an. Warten wir’s ab…

Was machen wir mit unserer Heizung? Gas können wir uns ja (noch) nicht selbst erzeugen. Wenn wir uns schon den Strom selbst machen, ruft das irgendwie nach Wärmepumpe. Mit unseren Radiatoren bedingt effizient, aber da käme Variotherm ins Spiel. Mit denen verknüpft uns das Thema nachhaltiges Wirtschaften ja ohnehin schon seit ein paar Jahren und die sind da mit ihrem Enthusiasmus auch eine der Speerspitzen im Land. Und wenn wir deren Paneele über eine Wärmepumpe betreiben, dann haben wir das Thema Kühlung im Sommer auch gleich mit abgedeckt. Wärme und Kälte aus dem eigenen Kraftwerk… klingt doch gut, oder?!

Jetzt stellt sich die Frage: Wie passt das alles zusammen? Den Strom aus der eigenen Erzeugung mit dem Kübel zur Wärmepumpe und zu den Steckdosen rüberbringen… ist eigentlich nicht mehr zeitgemäß. Wie bringen wir also die einzelnen Komponenten so zusammen, dass es auch funktioniert. Wo fangen wir an? Wie fangen wir an? Wen fragen wir? Was ist die erste zu erklimmende Stufe?

Was ist die erste zu erklimmende Stufe?

Was ist die erste zu erklimmende Stufe? Wir haben Ideen hinsichtlich der Komponenten, aus denen sich unsere Anlage zusammensetzen könnte und kontaktieren erste, mögliche Projektpartner. Aktueller Stand ist folgender: Energiegewinnung über Fotovoltaik und Kleinwindkraft; Stromspeicher als Puffer; Heizung über Wärmepumpe mit Wärmespeicher; Back-up (noch zu definieren). Und dann eben noch alles, was diese Baugruppen zusammenführt und aufeinander abstimmt… Verkabelung, Steuerung, Wechselrichter etc. Außerdem macht eine Stromtankstelle auf dem Firmengelände Sinn; wenn schon, denn schon!

Nach einigen Gesprächen und einem Roundtable, an dem die ersten potentiellen Partner teilnehmen, ergibt sich folgendes Bild: Alle finden meine Vision spannend! Jeder weiß, was innerhalb seines Parts zu tun wäre! Aber wer fügt die Puzzlesteine zusammen? Wer übernimmt die Verantwortung für das Zusammenspiel, die Funktionssicherheit? Es braucht einen Projektleiter mit Kompetenz.

Da kommt Cornelia mit ihrem Netzwerk gerade richtig! Eigentlich Zufall, sie zu treffen… wenngleich der Besuch von einschlägigen Veranstaltungen zum Thema dann doch nicht mehr so zufällig ist. An dieser Stelle auch ein Danke an Studienkollegin Barbara, die uns über ein solches Event zusammengebracht hat.

Cornelia ist Expertin, wenn es um die Energie der Sonne geht! Und sie wird Kontakte knüpfen. Zu anderen Experten, die sich mit dem Thema schon auseinandergesetzt haben bzw. solchen, die eventuell die Plausibilität meiner Idee prüfen könnten. Diese Ansage wirft mich ein wenig zurück… plausibel? Was bitteschön soll an meiner Idee nicht plausibel sein? Energieautarkie eben! Wo ist das Problem? Außerdem relativiert sie meine Zeitpläne… aus Erfahrung, wie sie sagt. Das kann ich schon eher nachvollziehen. Die Zeit vergeht einfach zu schnell!

Die Zeit vergeht einfach zu schnell!

Die Zeit vergeht einfach zu schnell! Andererseits dürfen wir unser Projekt auch nicht übers Knie brechen, wenn es gut werden soll. Je tiefer wir in die Materie eintauchen, umso wichtiger scheinen Details zu werden. Auf viele dieser Details hat mich Helmut hingewiesen. Er ist der gesuchte und von Cornelia gefundene Experte, der unser Projekt ab sofort leiten wird. Er ist sofort Feuer und Flamme für unsere Idee und er nimmt es sehr genau ;-)

Im ersten Schritt definieren wir unsere Verbraucher, deren theoretischen Stromverbrauch und den daraus ableitbaren Jahresbedarf. Schon hierbei wird klar, wie aufwendig das ist; von jedem Stromverbraucher ein Datenblatt aufzutreiben, Laptops, Kaffeemaschine, Beamer, ja sogar Handy-Ladegeräte usw. Ich habe das Gefühl, wieder am Start zu sein. Andererseits verspricht diese Exaktheit neben Planungssicherheit auch ein gewisses Einsparpotential, sowohl in der Dimensionierung der Anlage als auch im späteren Energieverbrauch. Der Aufwand wird sich also hoffentlich rechnen.

Wir schauen genauer hin. Und bekommen langsam auch eine Idee, welche Baugruppen tatsächlich erforderlich sind. Wie sich die Puzzlesteine zusammensetzen lassen. In welcher Reihenfolge wir vorgehen werden. Nämlich in etwa so:

Nämlich in etwa so:

Nämlich in etwa so: …ist Helmut definitiv zu wenig. Er geht einen (großen) Schritt weiter. Wir installieren einen Messkasten, der den Stromverbrauch unserer Abnehmer genau unter die Lupe nimmt. Jede Phase an jedem Fehlerstromschutzschalter wird aufgezeichnet. Dazu kommt eine Wetterstation auf dem Dach, die entsprechende Daten über den Lichteinfall, die Lichtintensität sowie die Windstärke an das Aufzeichnungssystem übermittelt.

Damit sollen zwei Informationsebenen miteinander verknüpft werden: Einerseits der Input, nämlich die mögliche Sonneneinstrahlung, insbesondere im Winter, sowie die zu erwartende Windausbeute. Andererseits liefert die Analyse des Stromverbrauchs ein Diagramm über Intensität und Verteilung. Die Verknüpfung der beiden Ebenen soll neben der notwendigen Dimensionierung der Fotovoltaik- bzw. der Kleinwindkraftanlage auch die erforderliche Stromspeichergröße festlegen. Darüber hinaus wollen wir daraus auch Sparpotentiale ableiten.

Zusätzlich zu den Messdaten werden dann noch die theoretischen Werte der geplanten Wärmepumpe integriert. Selbstverständlich ist uns klar, dass die relativ kurzfristige Evaluierung vorerst nur erste Richtwerte liefern kann, die von der tatsächlichen Jahreszeit, den Wetterverhältnissen und dem Temperaturverlauf abhängen und sich nicht nur über das Jahr, sondern auch während der Jahre verschieden darstellen werden. Trotzdem lässt sich aus diesen Daten die Grundstruktur der Anlagendimension ableiten.

Für die ersten zwei Betriebsjahre ist als Backup die Beibehaltung der Strom- bzw. Gasanschlüsse am öffentlichen Netz geplant, um allfällige Bedarfsspitzen abdecken zu können. Innerhalb dieses Zeitfensters werden wir die Anlage weiter optimieren und alternative Backup-Möglichkeiten erarbeiten, die dann eine endgültige Autarkielösung ermöglichen.

Im nächsten Schritt werden wir die Komponenten skizzieren, eine grobe Dimensionierung vornehmen und uns dann vor allem an die Kostenkalkulation machen, um einen Überblick hinsichtlich eines nicht unwesentlichen Parameters zu erhalten: die Kosten.

Die Kosten

Die Kosten… sind natürlich von der Auswahl und der Dimension der Komponenten abhängig. Als technische Mitspieler stellen wir uns auf Erzeuger- und Speicherseite folgende vor: Fotovoltaikanlage mit ca. 16 kWp, Wechselrichterleistung ca. 24 kW, Kleinwindkraftanlage 10 kW Nennleistung sowie eine Aqueous Hybrid Batterie (die im Moment umweltfreundlichste Stromspeicherbatterie).

Auf Verbraucherseite sollen eine Wärmepumpe mit Tiefenbohrung und der Umbau der Heizungsanlage für eine neue Art der Raumheizung sorgen. Anpassungen der Verbraucher wie die Umstellung auf LED-Beleuchtung und intelligente Stromverteilung werden für einen reduzierten Energieverbrauch sorgen. Die Kühlung in den Sommermonaten wird wohl eher über die adiabaten Klein-Kühlgeräte von Masterkool erfolgen, die wir seit kurzem in unserem Portfolio anbieten.

Die insbesondere im Sommer erwarteten Überschüsse der Stromproduktion werden darüber hinaus zur Ladung von Elektromobilität genutzt und an einer Stromtankstelle auf dem Firmenparkplatz zur Verfügung stehen. Angedacht ist hierbei im Falle entsprechender Überproduktion auch die Möglichkeit für Dritte, E-Fahrzeuge bei uns zu laden.

Nun aber wirklich zu den Kosten: Die ersten Schätzungen führen zu einem Investitionsvolumen in der Größenordnung € 140.000 bis € 180.000. Nicht gerade ein Schnäppchen! Ausgehend vom aktuellen Strom- bzw. Gaspreis und der Überlegung, wenigstens ein Elektrofahrzeug unseres Firmenfuhrparks laden zu können, führt diese Kalkulation zu einer Amortisationszeit von 28 bis 36 Jahren ;-) Allerdings gehen wir davon aus, dass Energie in absehbarer Zeit teurer werden wird und darüber hinaus ein inflationäres Umfeld zu berücksichtigen ist. Inwieweit hinsichtlich des letzten Arguments eine ökonomische Verbesserung erfolgen kann, ist auch von der Finanzierungsform abhängig, die wir im nächsten Schritt angehen werden. Nämlich das Thema Förderungen.

das Thema Förderungen

das Thema Förderungen ist ein länger andauerndes… aber dafür haben wir die ersten Ergebnisse unseres Messsystems. Und die sehen vielversprechend aus. Energieverbrauch, Wind und Sonne…

Wind und Sonne…

Wind und Sonne… sind im Übrigen auch ein Zukunfstthema in China. Dieser kurze Exkurs erfolgt aufgrund meines Ostertrips in den fernen Osten und weil unser Projekt daheim deshalb Pause macht. Wer denkt, das mit knapp 1,4 Mrd. Einwohnern bevölkerungsreichste Land der Erde ist immer nur noch Billighersteller von Komponenten, und zwar auch für erneuerbare Energieanlagen, der täuscht sich gewaltig.

In keinem Land steigt der Anteil der Elektroautos so rasant wie in China, 2016 haben sich die Neuzulassungen fast verdoppelt, knapp 400.000 PKW wurden neu zugelassen. Damit haben die Asiaten sogar die früheren Vorreiter USA (+33 %) und Norwegen (+39 %) hinter sich gelassen [Quelle: focus.de_15.12.2016_abgerufen am 18.04.2017]. Diese Entwicklung scheint zweifellos auch an der attraktiven Förderung durch den Staat zu liegen, der ein Drittel der Anschaffungskosten subventioniert.

Nun mag man über die politischen Verhältnisse bzw. die Staatsform in China denken, was man will und Maßnahmen wie etwa in Peking, die eine Erlaubnis zur Anmeldung eines Personenkraftwagens erst nach 5-jähriger Wartezeit, in der BewerberInnen durchgehend in der Hauptstadt gearbeitet haben müssen, demokratiepolitisch hinterfragen. Die damit einhergehende Begrenzung der Zulassungen und damit eine Beschränkung des Verkehrswachstums in der Stadt werden dadurch aber definitiv erreicht.

Zweiräder sind bereits weitgehend elektrisch unterwegs, was einem europäischen Fußgänger angesichts der Geräuscharmut in Verbindung mit dem ungewohnt-chaotischen Fahrstil regelmäßig einen Schreck einjagt. Außerdem sind viele BürgerInnen auf elektrischen Zweirädern in der Nacht ohne Licht unterwegs, weil sie den für das Fortkommen so wertvollen Strom sparen wollen, vielleicht aufgrund der großen Entfernungen sogar sparen müssen.

Auch wenn die Energie-Infrastruktur (siehe Foto) noch Luft nach oben hat, immer noch ausreichend Kohlekraftwerke am Laufen sind, der zunehmende Lebensstandard eine Einbremsung des Energiebedarfs in naher Zukunft noch nicht erkennen lässt und man natürlich immer hinterfragen muss, wo der Strom für Elektromobilität herkommt, hat das riesige Land doch die Problematik erkannt und erste Schritte in die richtige Richtung gesetzt. Dass die Maßnahmen im diktatorischen Stil erlassen werden, ist laut Aussagen vor Ort für die Bevölkerung kein wirkliches Problem und angesichts des politischen Kleinhickhacks in unseren Peripherien vielleicht gar nicht so negativ, wie wir Demokraten das gerne darstellen und definitiv effizient. Dass vom Flugzeug aus auch der eine oder andere Windpark gesichtet werden kann, untermauert die vorangegangenen Ausführungen.

Apropos Flugzeug: selbstverständlich fliegt mein schlechtes Gewissen mit und denkt an die Umweltbelastung, zu der ich gerade beigetrage… zur Kompensation haben wir daher heute beschlossen, im Zuge der Grabarbeiten für unser Energie-Autarkie-Projekt auch gleich ein paar Bäume auf dem Firmengrundstück zu pflanzen :-)

Bäume auf dem Firmengrundstück zu pflanzen

Die angekündigten Bäume sind bestellt. Nicht wie oben (im Übrigen der Uni-Campus der Universität Breukelen in den Niederlanden…) ein Mischwald, dafür haben wir dann doch nicht genug Fläche, sondern eine Mischung aus Obstbäumen wird es werden. Die Planung sieht in dem Zusammenhang auch gleich ein nicht zu knappes Gemüsebeet vor und unser Kräuterbehältnis aus ausrangierten Großküchenbehältnissen soll auch weiter wachsen.

By the way dürfen wir mit Stolz unsere Nomienierung zum TRIGOS 2017 in Niederösterreich bekannt geben. Damit sind wir in der Kategorie Kleinunternehmen unter den Top 3 :-)

Und selbstverständlich geht auch unser Energie-Autarkie-Projekt weiter: aktuell sind wir dabei, die Abstimmung zwischen Energiegewinnung und Stromspeicher vorzunehmen, was einiges an Knowhow erfordert. Darum kümmert sich Helmut, der die Kennlinien, Lade- und Entladezyklen bzw. -festigkeiten analysiert und so das ideale Produkt für unsere Herausforderung finden will.

Die nächsten Schritte werden die Zusammenfassung bzw. die Zusammenstellung aller Komponenten und ein Besuch beim Bürgermeister betreffend Baugenehmigung sowie bei der Bezirkshauptmannschaft betreffend Betriebsanlagengenehmigung sein. Wir sind gespannt!

Wir sind gespannt… und nominiert für den

…nämlich nun auch für den TRIGOS Österreich! Das freut uns natürlich! Motiviert uns aber auch, weiterhin an unserer CSR-Strategie zu arbeiten und diese weiter zu entwickeln.

Letzten Freitag haben sich Helmut und Franz direkt am Standort mit der notwendigen Dimensionierung und der konkreten Einbindung der Windkraftanlage in das System auseinandergesetzt. Auch die Speichergröße haben wir einmal für zwei Tage Notbetrieb ausgelegt. Ergänzend überlegen wir einen Wärmespeicher mittels Wassertank, dazu werden wir aber noch konkretere Informationen einholen.

Immer noch im Schwanken sind wir hinsichtlich der neuen Heizung… eigentlich haben wir wegen der Kühlfunktion an ein Deckensystem mit ergänzenden Wandmodulen gedacht. Nunmehr haben wir aber mit den MasterKool-Geräten extrem energiesparende Klimageräte und für die Heizfunktion wäre eine Bodenheizung angenehmer. Allerdings haben wir kaum Platz für einen Bodenaufbau…

Platz für den Bodenaufbau

Platz für den Bodenaufbau hatte das IMC Krems auf der Bühne jedenfalls aufzuweisen. Davon konnten wir uns bei der TRIGOS-Gala überzeugen und uns dabei die Auszeichnung zum nachhaltigsten Kleinunternehmen Niederösterreichs 2017 mit nach Hause nehmen. In dem Zusammenhang HERZLICHEN DANK an das CUITEC-Team für die vorbildliche Einstellung zu unserer CSR-Strategie 2020.

Platz für den Bodenaufbau haben wir auch in unserem Firmengarten, die ersten Obstbäume sind gepflanzt, die zweite Charge wird in den nächsten Wochen folgen. Auch die erste Erdbeere im Eigenanbau hat die Reife erlangt :-) und im Kräuterbeet lässt sich auch bald ernten.

Platz für den Bodenaufbau… außerdem haben die Obstbaum-grabenden Kollegen festgestellt, dass sich die Bodenbeschaffenheit ideal für ein stabiles Fundament zu unserer geplanten Kleinwindkraftanlage eignet. Schweiß und Flüche gelten diesbezüglich als Beweise…

…und morgen reichen wir um Baugenehmigung für unser Energieprojekt ein. Davon abgesehen gibt es auch etwas technisch Neues. Helmut wird mit seinem Team die geplanten Anlagenteile IoT-fit machen und damit könnte unsere gesamte Anlage durch den Internet-of-Things-Standard zusammenspielen, also weltweit das erste IoT CoAP-fähige Gesamt-Smart-Inselsystem sein, was so — glauben wir jedenfalls — sonst noch niemand hat ;-)

Was so sonst noch niemand hat

Was so sonst noch niemand hat, lässt sich nicht immer eindeutig feststellen. Im Zuge der TRIGOS-Österreich-Gala, bei der wir uns über unsere Nominierung freuen und allen Siegerunternehmen ganz herzlich gratulieren, haben wir jedenfalls in vielen Gesprächen neugierige Fragen und positives Feedback für unser innovatives Autarkieprojekt erhalten.

Wenig überraschend steht in der einschlägigen Community der Nutzen eines solchen Projektes als Anstoß für nachhaltige Veränderung in der Energieerzeugung über der ökonomischen Rendite. In diesem Zusammenhang haben wir an besagtem Abend auch die Problematik der Kosten von Energieerzeugung diskutiert. Vergleiche — üblicherweise über die Höhe der Stromgestehungskosten, also die Kosten für Errichtung, Finanzierung und Betrieb, in denen sich die erneuerbaren den traditionellen kontinuierlich annähern — sind aber aus mehreren Gründen irreführend. Insbesondere deshalb, weil externe Kosten nicht berücksichtigt werden.

Kosten für den Schaden an der Umwelt, die nicht zuletzt im Klimawandel gipfeln. Zusätzliche Kosten für das Gesundheitssystem inklusive jener Kosten für den Teil der Weltbevölkerung, der sich aufgrund unnutzbar gewordenen Grund und Bodens auf den gefährlichen Weg zur ersehnten besseren Lebensgrundlage macht. Kosten für die Entsorgung wie etwa Atommüll, der noch nicht einmal ansatzweise gelöst ist. Kosten für Risiken, die ebenfalls zum größten Teil von der Gesellschaft getragen werden müssen. Vgl. Fraunhofer ISE: Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland, Freiburg, Fassung vom 26.03.2017: Schäden im Betrieb von Kernkraftwerken bis € 250 Mio decken Versicherungen, bis € 2,5 Mrd deckt der Betreiberpool… darüber hinaus zahlen die SteuerzahlerInnen. Die Kosten für die Katastrophe von Fukushima werden mit € 100 Mrd beziffert.

€ 100 Mrd

€ 100 Mrd sind für den / die EinzelneN gar nicht zu fassen. Aber weit weniger fassbar ist der Wert des Lebens von Menschen, weil unbezahlbar. Eine Studie aus dem Jahr 2015 von Lelieveld et al (vgl. Nature, vol 525, Sept 2015) geht von weltweit 3,3 Millionen Todesopfern aus, davon in der Europäischen Union etwa 180.000, deren Ursache in der Luftverschmutzung durch Schadstoffemissionen liegt.

Ebenfalls wenig erfreulich ist die Erkenntnis der Studie, dass dafür nicht nur die klassischen Übeltäter Industrie und Verkehr verantwortlich sind, sondern zu einem wesentlichen Teil auch Hausbrand (hauptsächlich in Asien), Kraftwerksabgase, die Verbrennung von Biomasse (sic!) sowie die Emissionen der Landwirtschaft. Kurioserweise ist gerade in den selbst ernannten “entwickelten” Regionen Europa, den USA und Japan die Landwirtschaft durch Düngung und Massentierhaltung die Nummer 1 der Luftverschmutzung. So lässt sich belegen, dass etwa in Deutschland die Landwirtschaft für 40 % der Todesfälle als Folge der Luftverschmutzung verantwortlich zeichnet und an den Verkehrsemissionen doppelt so viele Menschen sterben wie bei Unfällen im Verkehr.

Sollte sich die Entwicklung der Schadstoffmenge in Zukunft nicht ändern, ist durch die weitere Steigerung sogar eine Verdoppelung der Todesfälle bis zum Jahr 2050 zu erwarten. Zeit also, umzudenken. In unserer Verkehrspolitik. In unseren Ernährungsgewohnheiten. In unserer Energieerzeugung.

In unserer Energieerzeugung

In unserer Energieerzeugung bzw. hinsichtlich unseres Projektes geht es zur Zeit etwas ruhiger zur Sache. Das liegt einerseits daran, dass wir einzelne Aspekte, Anlagenteile und deren konkrete Auswahl und Verknüpfung noch nicht endgültig festgelegt haben, noch diskutieren sowie zusätzliche Überlegungen anstellen; und andererseits uns das Tagesgeschäft gerade ziemlich vereinnahmt. Der zusätzliche, mindestens mittelfristige Personalausfall von zwei unserer wertvollen Mitarbeiter verschärft die durch die Urlaubssaison ohnehin angespannte Personalsituation da noch zusätzlich und macht es daher nicht einfacher, sich neben dem Kerngeschäft noch weiteren zeitintensiven Themen zu widmen.

Umso mehr wird in den nächsten Wochen von der Rückmeldung der Baubehörde abhängen, inwieweit unser Plan — nämlich insbesondere die Errichtung unserer Kleinwindkraftanlage — ohne gröbere Widerstände umsetzbar ist.

Derweil messen wir laufend unseren Energiebedarf und analysieren dabei die einzelnen Stromverbraucher. Gleichzeitig sammelt nach wie vor unsere Wetterstation Daten betreffend Sonnen- und Windenergie, die in weiterer Folge ja dann unsere Versorgung sicherstellen sollen. Über mangelnde Sonnenstunden können wir uns heuer ja nicht beklagen, hier haben wir aber schon im Vorfeld keinen wirklichen Engpass erwartet. Was der Wind beitragen kann, werden insbesondere die kommenden Herbst- und Wintermonate zeigen, denn die Herausforderung liegt definitiv in der Versorgung des größten Energieverbrauchers, der Heizungsanlage.

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