Mit SWOT den richtigen Designer finden.
Und wie man mit dabei viel Geld sparen kann.
Fachleute findet man im Designeinkauf so selten wie einen Mitarbeiter im Baumarkt, wenn man ratlos vor den Rohrmuffen steht. Entweder übernimmt das Marketing den Designeinkauf so nebenbei mit oder die Presseabteilung kümmert sich darum, wenn sie Zeit hat. Eine geplante Steuerung, welches Projekt welchen Designer braucht, kommt so gut wie nicht vor. Daher ist die Effizienz im Designeinkauf oft wie das Wassersystem der Stadt London. Dort versickert ein Drittel des Wassers auf dem Weg vom Wasserwerk zum Waschbecken.
Für Themenfremde ist es allerdings auch nicht einfach, die verschiedenen Disziplinen im Design auseinander zu halten. Was ist nochmal Design Thinking? Hat Corporate Communications mit Typografie zu tun und wo fängt das Corporate Design an? Ist ein Geschäftsbericht eher print oder digital? Erschwerend kommt hinzu, dass Designer sich mit Hingabe neue Namen für ihre Tätigkeiten ausdenken. Was früher Branding meinte braucht heute Emotionsmanager. Da blicken selbst Designer nicht mehr durch. So vielschichtig wie die Designdisziplinen sind, so unterschiedlich sind auch die Projektanforderungen. Manchmal startet ein Projekt als Katalog und endet als App. Dann braucht es anschließend noch Icons und das erweiterte Sortiment wirft die alte Frage nach der Gründung einer Tochterfirma auf, die sich wiederum direkt auf das Firmenlogo auswirkt. Welchem Designer gebe ich also welchen Auftrag?
Ersetzen wir das Wort Designer durch das Wort Anwalt und der Einkauf wüsste sofort, was zu tun wäre:
1. den richtigen Fachanwalt für das Thema finden
2. dessen Eignung prüfen
3. mit einem oder zweien einen Termin vereinbaren und die Sachlage und das Budget besprechen
4. das Mandat für die Lösung eines Problems zu erteilen
5. Das Problem lösen
Das klingt handlungsfähig, warum diesen Weg nicht direkt auf den Designeinkauf übertragen? Also los:
1. Den richtigen Unternehmenstypen finden.
Nicht jeder Designer ist ein guter Corporate Designer, nicht jeder Designer kann viral denken. Nicht jeder Designer hat die passende Unternehmensstruktur um sich, um größere Aufträge bearbeiten zu können und nicht jeder Designer hat die Erfahrung, um die Kommunikation für eine Holding zu denken. Der Designeinkauf muss die richtigen Spezialisten finden. Dazu müssen die Design-Disziplinen bekannt sein und die jeweiligen Stärken und Schwächen einer jeden Disziplin. Wer kann was am besten? Wen brauchen wir wofür? Also: Disziplin benennen und den Spezialisten dafür finden!
2. Dessen Eignung prüfen.
Die Erfahrung der Designer kann auch an der Unternehmensform abgelesen werden. Der Jungspund-Designer wird vermutlich noch keine größeren Projekte eigenverantwortlich gestemmt haben. Die Mediaagentur wird sicher am härtesten um Werbeplätze verhandeln und ein Corporate-Design-Büro ein langlebiges Erscheinungsbild erstellen. Jede Unternehmensform hat eigene Stärken und Schwächen, birgt Chancen und Risiken. Mit einer SWOT-Analyse kann man die Unternehmenstypen schnell bewerten. Also: Kandidaten bewerten und auswählen!

3. Einen Termin vereinbaren, Budget und Sachlage klären.
Design ist Arbeit an der Struktur mit Auswirkungen an der Oberfläche. Um zu erklären, wie die Struktur jetzt ist und wie sie werden soll, reicht ein Briefing in der Regel nicht aus. Der Einkauf und die Fachabteilungen müssen mit den Designern sprechen. Das kostet Zeit und Geld. Es rechnet sich daher nicht, das gleiche Gespräch mit zehn Designern zu führen. Der Designeinkauf fährt besser, wenn er zwei, drei Einschätzungen einholt und dann eine Entscheidung trifft, welcher der Spezialisten für dieses Projekt der passende ist. Natürlich spielen hier auch Branchenkenntnisse und Sympathien eine große Rolle. Also: Konkret werden!
4. Das Mandat erteilen.
Wäre der Designer ein Anwalt, würde er sich den Fall anschauen und dann eine Strategie entwerfen. Und: ein Designer macht genau das. Er schaut sich das Projekt an und entwirft dann eine Strategie. Er nennt das nur Konzept. Als Designer kann er sogar noch die passenden Visualisierungen entwickeln, damit das Konzept direkt realisiert werden kann. Also: Loslegen!
5. Das Problem lösen!
Fazit:
Im Designeinkauf ist noch gehörig Luft nach oben bei den Wirkungsgraden. Der Designeinkauf muss die Unternehmenstypen kennen und bewerten können. Dann kann die Wahl des richtigen Unternehmenstyps schon viel optimieren. Mit Hilfe einer SWOT-Analyse kann der richtige Designunternehmer für jedes Projekt gefunden werden. Das vermeidet Doppelvergaben und Zeitverluste und setzt die Kommunikationsbudgets sinnvoll ein. Die Kommunikation wird besser, die Ergebnisse machen sich bezahlt. Man muss nur den richtigen Designer finden.