Hast du mal über eine Rechtschreibkorrektur nachgedacht? Und andere Dinge, die Blogger nicht gern hören

Bloggen kann total Spaß machen. Wenn es da nicht Freunde und Bekannte gäbe, die in bester Absicht versteht sich, vieles besser wissen. Vorurteile und immer gleiche Fragen gehen Hand in Hand. Das nervt dann schon mal.

Dein Logo habe ich irgendwo schon mal gesehen

Ja, kann sein. Und das Design übrigens auch, denn das ist ein Theme. Auch andere Leute benutzen es. Leider fehlt das Geld, um alles maßschneidern und von Hand schnitzen und ziselieren zu lassen. Die meisten Blogger sind weder Wirtschaftsunternehmen noch werden sie staatlich alimentiert. Da muss man mit dem auskommen, was aus den Tiefen des Netzes angespült wird.

Das Logo, das macht man sich selbst — mit einem gutem Font und nem Grafikprogramm oder ner App. Das ist billig und erfüllt seinen Zweck. Wenns hochkommt geht man zu Fiverr oder zu einem Logoaldi.

Hast du mal über eine Rechtschreibkorrektur nachgedacht?

Ich weiß selbst, dass ich Fehler mache. Ich gebe mir Mühe, aber besser kriege ich es nicht hin. Auch nicht an Sonntagen. Nichtmal wenn ich nüchtern bin. Tolle Tools hab ich mir auch schon angeschafft. Aber Sprache ist komplex.

Niemanden wird es gelingen ein 3000 Wörter Posting fehlerfrei ins Blog zu bringen. Kein Professor schafft das, kein Literat, keine Verlagslektoratsspezialfachkraft. Irgendwas ist immer falsch. Das sollten wir akzeptieren. Und uns auf diese Weise das Leben ein wenig stressfreier machen. Heißt ja nicht, dass man sich keine Mühe gibt.

Wo willst du in 5 Jahren mit deinem Blog sein?

Weiß ich doch nicht. Als wenns darum ginge. Pläne gabs in der DDR. Aber nicht in meinem Blog. Warten wir es einfach ab. Du kannst sicher sein, dass ich nicht gleich wieder abspringe. Die Zukunft ist mir zwar nicht egal, aber ich kenne sie nicht. Schon gar nicht die meines Blogs. We’ll see.

Pass bloss auf, dass du nicht abgemahnt wirst

Toll. Danke! Ja, es gibt Gesetze. Und das sind in Deutschland nicht wenige. In andere Ländern ist das nicht unbedingt anders. Aber Abmahnungen, die gibt es nur hier. Wofür wir alle sehr dankbar sind. Es macht Freunde und schafft Zufriedenheit, wenn man weiss, dass sich Heerscharen ansonsten arbeitsloser Juristen in klimatisierten Kanzleien mit langen Namen die Taschen vollmachen.

Ja, Bloggen ist nun mal ein Risiko. Das ganze Leben ist eines. Da müssen wir durch. Gern auch zusammen. Du als Leser, und ich als Blogger. Oder umgekehrt.

Natürlich achten wir darauf, über die gesetzlich geforderte Ausstattung zu verfügen. Nichts ist uns wichtiger als das Impressum und sein edler Inhalt. Mein Blog ist eine Festung. Und sollte ich doch was vergessen, die Zugbrücke mal unten gelassen haben, dann hoffe ich, dass es keiner merkt. Also nerv mich nicht damit!

Als Blogger muss man ja echt viel Geduld haben

Ach wirklich? Als wenn wir das nicht wüssten. Wer so fragt, hat schon mal keine Ahnung. Wer hat mehr Ausdauer: Marathonläufer, Romanautor, Blogger? Über die Antwort müssen wir nicht diskutieren, oder? Bestenfalls Berufspolitiker haben mehr Sitzfleisch. Wer bloggt, weiß, dass er eine Lebensaufgabe gefunden hat.

Bloggen? Ist das dieses Insta…dingens?

Nein, zum Henker, Instagram ist kein Bloggen. Instagramer sind keine Blogger, auch wenn sie ihre Fotos mit unformatierten Texten und kiloweise Hashtags beschriften. Instagram ist ein Fotoalbum, das man zum Angeben benutzen kann. Das hat heute jeder Schüler. Seine Benutzung oder die Kenntnis davon machen aber niemanden zum Blogger. Denn dazu gehört mehr.

Kriegst du jetzt alles umsonst? 🌠

Na klar, Lieferdrohnen schmeißen mir das Zeug jeden Morgen kiloweise auf meinen Balkon. Und immer nur Sachen, die ich unbedingt haben will. Wie naiv kann man sein? Die Firmen geben nur Billigzeug massenhaft raus. An die guten Sachen kommen nur Szene-Stars und frisch gefickte Sternchen ran. Nur wer was ist, kriegt ein Stück vom Himmelskuchen ab.

Was verdienst du eigentlich so als Blogger?

Ich kenne da auch einen, der meint, ich müsse mit Monetarisierung anfangen. Das würde sich total lohnen bei (m)einem Blog. All die Mühe, da solle doch auch was bei rausspringen und rumkommen. Schön wäre das. Aber es ist nicht die Realität. Bevor in Sachen Kohle was geht, muss ein Blog schon enorm was zu bieten haben — oder in einer lukrativen Spezialnische unterwegs sein.

Bloggen, das bedeutet nichts anderes als jahrelange Aufbauarbeit — Ausnahmen bestätigen die Regel. Dazu noch eine aktive Community und ne tolle Verlinkung. Dann könnte in Sache Kohle irgendwann mal was gehen.

Aber weißt du was, nicht jeder will das. Den meisten Bloggern sind monetäre Erwägungen völlig wurscht. Denen geht es um was anderes. Meinung sagen. Was Eigenes haben. Spass am Schreiben. Selbstverwirklichung und so. Verdienen tut man im Job.

Und was magst du nicht hören?


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