Alltag auf Bali: der Strassenverkehr

Unser Cryoow! Atelier ist auf Bali, weil wir auf Bali LEBEN. Genau so wie Sie in Besenbüren, Hannover oder Zürich wohnen und arbeiten. In unserer Wohnung gibt es –wie in Ihrer vermutlich auch- KEINE Rezeption mit einem rund um die Uhr erreichbaren Butler der alles weiss, immer freundlich ist und uns die Koffer aufs Zimmer schleppt Wie Sie auch organisieren wir unser Leben selber; kochen, waschen, aufräumen und einkaufen gehören genau so zu unserem Alltag wie zu Ihrem.
Trotzdem unterscheidet sich unser Alltag auf Bali von dem, was Sie im deutschsprachigen Raum gewohnt sind. Zwei so unterschiedliche Welten miteinander zu vergleichen ist schwierig für Sie, weil man zumindest ein wenig Ahnung haben sollte von beiden Gesellschaften um einen Vergleich anstellen zu können. Vermutlich kennen Sie von Bali aber höchstens die blauen Strände (die nicht mehr blau sind) und die Luxus-Hotels (die zum Teil der Mafia gehören). Ich hätte diese Zeilen auch über die Elektroinstallationen, oder das Schulsystem auf Bali schreiben können, aber ich glaube da wären die Leser und ich überfordert, da diese Themen viele Fachbegriffe benötigen um sie zu erklären.
Etwas, was alle zu kennen glauben, ist der Strassenverkehr. Das erleben Sie täglich und sei es nur durch den ausgestreckten Mittelfinger mit dem andere Verkehrsteilnehmer Sie auf ein –vermeintlich- falsches Verhalten ihrerseits aufmerksam machen. Jeder ist also ein Strassen-Experte und ich möchte Ihnen hier kurz meine Erkenntnisse aus 16 Jahren Teilnahme am Verkehr auf Bali vorstellen. So können Sie selber den Vergleich mit Ihren eigenen Erfahrungen anstellen und gewinnen so einen guten Einblick in die Gesellschaft wie sie hier auf Bali im Alltag funktioniert.
Bevor ich in die Details gehe hier ein paar grundsätzliche Eigenarten im balinesischen Verkehrsalltag:
- Wer nimmt am Strassenverkehr auf Bali Teil? Etwa 3.8 Millionen Motorräder, 400‘000 Autos, 150‘000 streunende Hunde, 100‘000 Kleintransporter, 50‘000 Lastwagen, 40‘000 mobile Suppenküchen, 3‘000 Taxis, 2‘000 Busse, 50 grosse Teerwalzen, 45 Elektrofahrzeuge, wenige Fahrräder und 5 kleine Pferdegespanne (Dokars). Fussgänger werden nicht als Verkehrsteilnehmer gerechnet, sondern als Hindernisse.
- Balinesen HASSEN leere, aufgeräumte Strassen die man nur zum Befahren nutzt! Die Strassen sind Teil des Lebens, also nutzt sie. Für Suppenküchen, um Autos zu verkaufen, Fahrzeuge zu parkieren, als Kinderspielplatz, Markt, für Werbung und natürlich für die Vorbereitung und Durchführung von Zeremonien jeder Art.
- auf Bali KAUFT man sich einen Führerschein; mit CHF 20.- ist jeder dabei ohne auch nur die geringste Ahnung zu haben
- falls man sich diese CHF 20.- sparen möchte, kein Problem: man kann sich bei jeder Polizeikontrolle vor Ort mit Kleingeld freikaufen
- will man sich auch noch dieses Kleingeld sparen, behauptet man als Einheimischer (und dieser Trick funktioniert nur als Einheimischer: Ausländer werden auch gerne einmal im Polizeiauto an den nächsten Bankomat gefahren!) einfach, kein Geld zu haben und behauptet das so lange, bis es selbst den Polizisten zu blöd wird und sie einem unter fürchterlichem Fluchen auf die Strasse zurück jagen. Viele Balinesen haben am Steuer auch tatsächlich keinen Rappen dabei, daher sieht man auch öfter Leute, die ihre Fahrzeuge schieben, weil sie so natürlich auch kein Geld für Kraftstoff haben!
- Versicherungen sind auf Bali unbekannt. Weder für das eigene Auto/Leben noch für Schäden, die man bei anderen anrichtet wird eine Versicherung für nötig erachtet oder ist gar Vorschrift. Unfälle passieren den anderen aber MIR doch nicht! Ein Stossgebet an den dafür zuständig erachteten Gott (Brahma, der Schöpfer Gott, Wischnu der Erhalter Gott, und Shiva, der Gott der Zerstörung) muss reichen. Daher wird Bali vermutlich auch die Insel der Götter genannt!
- Vielen Besuchern von Bali ist es ein Rätsel, wie der vermeintlich chaotische Verkehr auf der Insel geregelt ist. Die Einheimischen denken, der Verkehr sei geregelt wie auch sonst alles im Leben: in zwei von drei Fällen gewinnt der Stärkere und in einem von drei Fällen gewinnt der Glücklichere (was viele vor allem jüngere Verkehrsteilnehmer in ihrer Testosteron und Adrenalin gelenkten Denke zu immer abstruseren Manöver verleitet). Dabei ist die Strassenverkehrsordnung auf Bali bis auf den letzten Buchstaben genau gleich formuliert wie in der Schweiz, in Deutschland und den Niederlanden (von dort wurde sie in der Kolonialzeit übernommen); mit zwei Ausnahmen; wir fahren links und der von Links kommende hat Vortritt. Dies ein Erbe der Engländer als diese Bali kolonialisierten.
- Balinesen betrachten den Strassenverkehr als Einzel(extrem)Sportart und nicht als soziales Ereignis, das möglichst viele Teilnehmer überleben sollten. Im Gegenteil: die meisten Balinesen (85%) sind Hinduisten und als solche glauben sie an ein Leben nach dem Tod. Man lebt um zu sterben; erst dann beginnt der wichtige Teil des Daseins. Im Jenseits. Daher ist der Tod im Strassenverkehr sozusagen eine Abkürzung direkt in den Himmel!
- Balinesen fahren gerne für kurze Strecken (100 Meter bis 2 Km) auf der falschen Seite der Strasse. Dabei unterscheiden sich drei Typen von Geisterfahrern vor allem an der Mimik:
1. der erste Typ macht einen eher gelangweiltes Gesicht. Das sind vor allem Bauern, Handwerker und Touristen: sie merken gar nicht dass sie falsch herum unterwegs sind und wenn sie es wüssten wär’s ihnen auch egal
2. der zweite Typ macht ein verärgertes Gesicht, weil er sich darüber aufregt, dass so viele Leute ihm das Vorwärtskommen erschweren
3. der dritte Typ macht einen verängstigten Eindruck und zieht ein Bein kurz über dem Boden etwas nach. Das sind vor allem Mütter mit ihren kleinen Kindern die sie von der Schule abholen. Sie wissen, dass sie falsch herum unterwegs sind, versuchen aber trotzdem ein paar Minuten abzukürzen damit sie rechtzeitig zur Drittausstrahlung von „Indonesia has talent“ wieder zu Hause sind
4. der vierte Typ sind vor allem junge, starke Männer mit grossen Tätowierungen auf den prallen Oberarmen und einem breiten Grinsen im Gesicht: sie wissen, dass sie falsch herum unterwegs sind. Sie geniessen die erhöhte Aufmerksamkeit und fahren langsam und sehr selbstsicher in der Mitte der Strasse
5. der fünfte Typ schaut verschmitzt gerade aus, fährt genau gleich schnell wie sonst auch und lässt die Zöpfe im Wind flattern. Das sind junge Schulmädchen auf dem Weg zu ihren Freundinnen um mit denen Selfies zu machen und auf Facebook zu posten.
- Sie werden sich fragen wo die Verkehrs-Polizei ist (jaaa, die gibt es!). An jeder grösseren Kreuzung steht ein kleines Häuschen –meist von einer Telefongesellschaft oder Coca Cola gesponsert- hier sind ihre Mützen auf einem kleine Brett gut sichtbar abgelegt. Dahinter hat es immer noch ein kleineres Häuschen, das Warung. Hier werden Kaffee, Limonade und kleine Speisen verkauft; da sind die Verkehrs-Polizisten und lassen den Tag an sich vorbeigehen! Darum gibt es auf Bali keinen schlanken Polizisten.
- Auf Bali werden jedes Jahr 20% mehr Fahrzeuge neu zugelassen, aber nur 1,8% neue Strassen gebaut. Der Verkehr erstickt langsam an sich selber.
So und nun zu den Details:
Welches Fahrzeug hat Vortritt?
Hier die Reihenfolge, wie sie nach meiner Erfahrung zwingend eingehalten werden muss:
1. Armeefahrzeuge
2. Polizeiautos mit bewaffneten Polizisten
3. Demonstrationszüge der „Islamischen Verteidigungs-Front“ (die alles vehement verteidigen wofür ihr jemand ein gratis Essen verspricht)
4. Religiöse, balinesische Prozessionen (die –gefühlt- alle zwei Tage zu Ehren von Haustieren, Verstorbenen, einer guten Ernte, zur allgemeinen spirituellen Reinigung, für die verschiedenen Götter oder auch nur aus reiner Lebensfreude durchgeführt werden)
5. Aufgemotzte Motorräder mit ganz sparsam bekleideten, blutjungen Damen (bei dem Anblick vergessen die Herren der Schöpfung ihren Vortritt schlicht und einfach)
6. Grosse Lastwagen mit einem Rambo Gemälde auf der Rückseite und achtmal mehr Last auf der Ladebrücke als was erlaubt wäre.
7. Bewaffnete Polizisten auf schweren Motorrädern
8. Grosse Lastwagen mit einer aufgemalten, nackten Frau auf der Rückseite und fünfmal mehr Last auf der Ladebrücke als was erlaubt wäre (die werden unter Lastwagenfahrern auch als „Weicheier“ bezeichnet..)
9. Teure BMW’s mit offiziellen Behördenkennzeichen (die oft nur genutzt werden um hohe Beamte zu einem teuren Restaurant zu fahren wo diese ein mehrstündiges Mittagessen einnehmen)
10. Harley Davidson Konvois die viel zu schnell und mit privat gekauften Blaulichtern unterwegs sind und auch bei Rotlicht jede Kreuzung überrollen (so verbringen Polizei-Offiziere aus Jakarta gerne ihre Freizeit bei auf Bali)
11. Überdimensionierte Busse mit chinesischen Touristen gefüllt, die –angeblich wegen der Sonne- alle Vorhänge zugezogen haben (dabei schlafen die meisten, weil sie von dem unmenschlichen Programm, das sie in zwei Tagen schon abgespult haben schlicht erschöpft sind)
12. Kleine Touristen Busse ohne Bremsen
13. Pick-up Autos mit mehr als 20 Leuten auf der Rampe
14. Pick-up Autos mit mehr als 200 Hühner auf der Rampe
15. Motorräder, die in der falschen Richtung fahren (Geisterfahrer)
16. Importierte Motorräder („Ich habe mein Reisland verkauft und kann es mir -bis alles Geld verbraucht ist- leisten!)
17. Selber umgebaute, verrostete Vespas ohne Kennzeichen, ohne Licht und ohne Blinker (siehe Bild)
18. Lokal produzierte Motorräder mit mehr als 5 Passagieren (Hühner zählen nicht!)
19. Schnell fahrende Motorräder mit Fahrern und Passagieren unter 14 Jahren auf dem Weg zum nächsten Playstation 4 Kampf
20. Demonstrationen der „Allianz der Börsenmakler für eine sozial gerechtere Welt“
21. Polizisten auf Motorrädern OHNE Waffen
22. Fahrzeuge die von Touristen gelenkt werden unterwegs von der Yoga Klasse zum Veganen Restaurant
23. Fahrräder
24. Marktfahrer mit ihren mobilen Suppenküchen
25. Feuerwehrfahrzeuge
26. Ambulanzen mit und ohne Blaulicht
27. Hunde, einzeln, in Gruppen oder kopulierend
28. Fussgänger
In den Verkehr einfädeln
Sich aus einer Seitenstrasse in eine Hauptstrasse einzufädeln ist ganz einfach.
Meine Tips:
1. Fahren Sie schnell auf die Kreuzung zu, das zeigt Entschlossenheit
2. Tun Sie so, wie wenn es auf der Hauptrasse keinen Verkehr gäbe
3. Vermeiden Sie den Augenkontakt mit den eigentlich Vortritts berechtigten; die könnten ihnen das als Schwäche auslegen und nicht für Sie bremsen
4. Schauen Sie stur in die Richtung in der Sie fahren möchten
5. Bei Regen sollten Sie das Licht ausmachen oder wenigstens den Regenschutz über die Lampe hängen lassen
Fahrstreifen und Schilder
Der balinesische Verkehr soll sich -unabhängig von der Fahrrichtung- immer auf die Mitte der Strasse konzentrieren, dort wo der Mittelstreifen ist. Falls es einmal keinen Mittelstreifen hat, ist die Mitte der Strasse dort wo das Fahrzeug weder nach recht noch nach links abgetrieben wird. Auf dem Scheitel der Mittelmoräne sozusagen. Der Fahrer soll so sitzen, dass er die Mittellinie genau unter sich weiss, so hat er zwar immer ein Drittel des Fahrzeuges auf der Gegenfahrbahn, aber den besten Überblick
Verkehrsschilder sind da um NICHT beachtet zu werden! Sie werden immer dann in Massen aufgestellt, wenn im Budget noch etwas Geld vorhanden ist, das Jahr sich aber dem Ende entgegen neigt. Jede Provinz bekommt in Indonesien soviel Geld aus den Tresoren der Hauptstadt Jakarta, wie sie im letzten Jahr verbraucht hat und wenn das Geld nicht aufgebraucht wird gibt’s eben im nächsten Jahr weniger. Darum die Schilderflut.
Verkehrsschilder kann man ignorieren, aber achten Sie auf folgende beliebte Zeichen:
1. Ein grosser Haufen von Steinen in der Mitte der Strasse, normalerweise in einer unübersichtlichen Kurve, heisst: Loch in der Strasse, unmittelbar hinter den Steinen
2. Ein grosser Haufen von Ästen in der Mitte der Strasse, heisst: kaputtes Auto/Lastwagen hinter den Ästen, aber noch auf der Strasse
3. Grosse Betonblöcke über die Fahrspuren verteilt, heisst: nächste Brücke ist kollabiert, fahren Sie zurück (wenn Sie noch können)
4. Ein kleiner grüner Ast der an der Seite eines Lastwagens angebracht ist der noch zur Hälfte auf der Strasse steht heisst; der Lastwagenfahrer repariert sein Gefährt und liegt unter dem Laster. Sein Unterkörper schnellt dabei ab und an in den Verkehr hinaus je nachdem welche Kraftanstrengung gerade von ihm verlangt wird
5. Ein grosser Haufen Sand bis in die Mitte der Fahrspur, heisst: eigentlich nichts ausser, dass hier gerade jemand sein Haus baut.
Überholen
Überholen ist Ehrensache und sollte daher auch praktiziert werden mit Fahrzeugen die einem soeben überholt haben. Zwischen Ihrem Fahrzeug und dem zu überholenden Fahrzeug sollten nie mehr als 50 Zentimeter Platz sein, egal wie schnell Sie fahren. Mit dem Überholen an unübersichtlichen Kurven, bei starkem Regen und bei grosser Verkehrsdichte zeigen Sie Ihre Überlegenheit. Nach dem Überholen fahre man so lange wie möglich auf der falschen Seite und weich nur auf die normale Spur zurück, wenn ein Zusammenprall mit einem korrekt fahrenden Fahrzeug unmittelbar bevorsteht. Mit dieser Methode kann man auch bei Stau viel Boden gut machen. Man wechsle die Spur abrupt und ohne Seitenblick.
Verhalten bei einem Unfall
Als Unfallverursacher verlasse man die Unglücksstelle so schnell und unauffällig wie möglich, falls man noch irgendwie kann; unabhängig davon wie gross der angerichtete Schaden an Leib und Fahrzeugen ist! Es heisst nicht per Zufall „FahrerFLUCHT“, also ab durch die Mitte! Dies gilt insbesondere auch für kommerzielle Fahrzeuge wie Busse und Lastwagen.
Falls einem die Flucht nicht gelingt –weil man zum Beispiel eingeklemmt ist- hilft es, sofort lautstark den nächst stehenden für den Unfall verantwortlich zu machen. Da bei einem so interessanten Ereignis immer viele Leute zusammen laufen ist es gut möglich, dass die Falschbeschuldigung gehört und sich eine Gruppe von Leuten dieser Variante des Geschehens anschliesst.
Wer an einem Unfall Schuld ist, wird auf Bali vom Dorf-Schamanen aus dem Kaffeesatz ermittelt. Der Bestimmt auch die „Strafe“, also wie viele Schafe oder gar Kühe bei einer Reinigungszeremonie geopfert und vom Beschuldigten bezahlt werde müssen. Als Ausländer hat man da IMMER schlechte Karten; denn wäre der Ausländer im Ausland geblieben wäre es gar nicht erst zu diesem Unfall gekommen.
„Frosch“ ist auf Bali ein medizinischer Fachbegriff!
Im grössten Krankenhaus auf Bali dem „Sanglah Spital“ wissen alle Bescheid wenn ein Pfleger ruft „Kodok“ oder auf Deutsch eben „Frosch“: so wird ein Motorrad-Unfallopfer genannt, das beim lesen einer Email oder seines Facebook updates auf seinem Smartphone in voller Fahrt von hinten in ein vor im stehendes Auto prallt das -zum Beispiel- an einem Rotlicht anhalten muss. Beim Aufprall werden die Augen –mit oder ohne Helm- aus ihren Höhlen gedrückt und stehen dann -über dem jetzt zahnlosen Mund- genau so weit raus wie bei einem Frosch. Auch diese Geschichte habe ich nicht erfunden; ein Bekannter von uns ist Pfleger in diesem Spital und hat diese Geschichte –etwas gequält lächlen- mit uns geteilt.
Hupen
Hupen ist auf Bali nicht böse gemeint; es besagt einfach: „Hallo ich bin auch da!“ Das Hupen wird auch eingesetzt um die Distanz zu den nächsten Verkehrsteilnehmern auszuloten. Hupt der andere nicht zurück ist der Abstand noch gross genug. Oder der andere hat sich für einen abrupten Fahrrichtungswechsel entschlossen und ist damit genug beschäftigt. Hupt der andere zurück ist der Abstand kleiner als 10 cm. Jetzt gilt es, den anderen zu ignorieren und darauf zu hoffen, das dieser mehr Angst hat sein Fahrzeug zu ruinieren als man selber und abbremst.
Gehupt wir auch, wenn man einen Freund sieht oder wenn man schon drei Minuten nicht mehr gehupt hat.
Es wird also zu jeder Zeit viel gehupt auf Bali’s Strassen und das noch mit konventionellen Hupen. Ich bin daran eine neue Bali-Hupe zu bauen: das EverHonk! Der grosse Unterschied besteht darin, dass man das EverHonk nicht drückt wenn man es braucht, sondern dass man das EverHonk drückt wenn man es einmal NICHT braucht. Nur dann verstummt das EverHonk. Ich kann mich also in Zukunft auf wesentlicheres konzentrieren beim Fahren als das profane drücken der Hupe: mein Smartphone.
Ich habe Euch hier ein wenig den Strassenverkehr auf Bal beschrieben wie er um unser Cryoow! Atelier tobt. Unter anderem um Euch aufzuzeigen, dass es nicht auf der ganzen Welt so geordnet zu und her geht wie vor Eurer Haustür, auch wenn Ihr manchmal findet: „So jetzt reichts mir aber!“
Ich habe mich auch für den Strassenverkehr entschlossen, weil dieser Albtraum ein Problem von Bali ist das leicht zu lösen wäre. Viel leichter als die Korruption, die Umweltzerstörung, die sozialen Ungerechtikeiten und die Armut.
Um den Strassenverkehr auf Bali zu verbessern müssen keine Gesetze gemacht oder geändert werden, sie sind alle schon da, gleich wie bei Euch. Die Polizisten sind schon da und sie kennen die Regeln, sie müssten diese nur anwenden. Allein -es fehlt der WILLE etwas zu verändern; Ignoranz und schlichte Dummheit behalten die Oberhand und sind den Leuten offenbar lieber als Recht und Ordnung.
Ganz zum Schluss hier noch eine Aussage die viele Feriengäste machen wenn sie wieder sicher zu Hause sind und von ihren Abenteuern auf Bali erzählen: „Aber irgendwie scheint der Verkehr trotz allem zu funktionieren!“ Dieses „irgendwie“ sieht in Zahlen so aus: Alle 6 Tage stirbt ein Ausländer auf der Strassen auf Bali (61 pro Jahr), jeden Tag verunglücken auf Bali 152 Leute mehr oder weniger schwer (55‘480 Verletzte im Jahr; ohne Versicherung dürfen sie ihre Behandlung selber bezahlen). Jeden Tag verunfallen 3 Einheimische tödlich (1‘095 im Jahr).
Diese Angaben sind die offiziellen Zahlen vom grössten Spital auf Bali. Die effektiven Zahlen liegen vermutlich um ein Mehrfaches höher, denn wer es nicht lebendig bis zu diesem Spital schafft taucht in dieser Statistik nicht auf.