So sind die Teams in die Liga gestartet

21. September 2016 | A Story by cdmediateam | Photos: GEPA Pictures.

Gemeinsam mit Eishockey-Experte Wolfgang Hagen haben wir nach dem Auftaktwochenende der Erste Bank Eishockey Liga eine erste Bestandsaufnahme gemacht und die Ergebnisse der zwölf Teams aus Österreich, Ungern, Italien, Slowenien und Tschechien analysiert.

“Innsbruck ist ganz klar die positive Überraschung nach den ersten zwei Runden”, so Eishockey-Experte Wolfgang Hagen.

69 Tore erzielten die EBEL-Cracks in den absolvierten elf Spielen — vier Mal wurde „zu Null“ gespielt.

Eishockey-Experte Wolfang Hagen analysiert den Saisonstart.

Beim EC VSV sprechen die Ergebnisse für sich, wie auch Eishockey-Experte Wolfgang Hagen betont. Zum Auftakt zogen die Villacher Adler in Slowenien mit 6:1 (5:0, 0:0, 1:1) über Laibach hinweg und im zweiten Spiel wurde vor eigenem Publikum dem Vorjahresfinalisten HC Orli Znojmo mit 6:0 (2:0, 1:0, 3:0) ordentlich eingeschenkt.

„Die Ergebnisse sprechen für sich. Im Moment passt in Villach einfach alles“, fasst Hagen die Situation zusammen und erwartet sich einiges von den Blau-Weißen für diese Spielzeit: „Der Villacher Werdegang zeigt Früchte und ist vielversprechend.“

Titelverteidiger EC Red Bull Salzburg präsentierte sich sofort als vielversprechender Titelaspirant und wies Vorjahresfinalist HC Orli Znojmo — 5:2 (2:2, 2:0, 1:0) — auswärts und Rekordmeister EC-KAC — 2:0 (0:1, 1:0, 1:0) — vor eigenem Publikum in die Schranken.

„Dass Salzburg stark ist, wissen wir. Sie haben ihre Pflicht erfüllt und die Punkte geholt. Dennoch glaube ich, dass die Maschinerie noch besser ins Rollen kommen wird. Außer von der Doppelbelastung durch die Champions Hockey League wird die Mannschaft nicht zu bremsen sein.“

Einen festen Biss bewies auch der HC TWK Innsbruck „Die Haie“ in seinen zwei Heimspielen. Nach dem Torfestival gegen Bozen — 8:7 (2:2, 1:3, 5:2) — wurde im Westderby Konkurrent Dornbirn mit 5:2 (2:0, 2:1, 1:1) ordentlich eingeschenkt.

„Innsbruck ist ganz klar die positive Überraschung nach den ersten zwei Runden. Gegen stärker gehandelte Mannschaften wie Bozen und Dornbirn acht resp. fünf Treffer zu erzielen ist eine beachtliche Leistung. Ich denke schon, dass irgendwann der Punkt kommen wird, an dem auch Innsbruck Schwächen zeigen wird. Dennoch kann sie ihr momentaner Charakter in diesem Jahr möglicherweise weit nach vorne bringen.“

Der EHC Liwest Black Wings Linz musste sich zum Liga-Auftakt hauchdünn in der Overtime — 3:4 OT (1:0, 1:1, 1:2) — den UPC Vienna Capitals geschlagen geben. Im zweiten Auftritt glänzten die Linzer auswärts mit einer 5:0 (0:0, 2:0, 3:0)-Gala beim HCB Südtirol Alperina.

„Linz hat eine spielerisch starke Mannschaft und einen Trainer, der in den entscheidenden Situationen Ruhe ins Team bringt. Der 5:0-Auswärtssieg war eine ordentliche Hausnummer. Ich sehen Linz am Schluss in den Top-3.“

Mit dem Auftaktwochenende darf auch der EC-KAC zufrieden sein. Dem 5:0 (2:0, 2:0, 1:0)-Heimauftakt gegen Fehervar AV19 folgte ein heißes Duell beim Meister. In Salzburg konnte man Paroli bieten, musste sich knapp mit 0:2 (0:0, 0:1, 0:1) geschlagen geben.

„Der KAC ist meiner Meinung nach auf dem richtigen Weg. Speziell in Salzburg hat man das Gesicht der Mannschaft gesehen. Der Trainer hat meiner Meinung nach das richtige Handling für die Mannschaft. Sofern das Umfeld in Klagenfurt positiv gestimmt bleibt, kann Trainer und Mannschaft am Wörthersee in Ruhe ihrer Arbeit nachgehen.“

Die rundum erneuerten Moser Medical Graz 99ers wussten in ihrem bislang einzigen Spiel zu überzeugen. Kyle Beach zerlegte Dornbirn — 4:1 (0:0, 4:1, 0:0) — auswärts mit einem Hattrick binnen vier Minuten quasi im Alleingang.

„Graz ist für mich noch schwer einzuschätzen. Ihre Leistung am ersten Spieltag hat gereicht um die drei Punkte zu holen. Nicht mehr und nicht weniger. Der Hattrick von Beach war für ihn persönlich wunderschön, in erster Linie jedoch vor allem mannschaftsdienlich.“

Der ungarische Vertreter Fehervar AV19 zahlte bei Rekkordmeister KAC — 0:5 (0:2, 0:2, 0:1) — Lehrgeld und holte zu Hause gegen HDD Olimpija Ljubljana — 2:1 (1:1, 0:0, 1:0) — erste Punkte.

„Fehervar war und ist für mich eine Mannschaft mit vielen Hoch und Tiefs. Die Mannschaft kann sensationelle Spiele abrufen aber genau so gut katastrophale Auftritte hinlegen. Was die Ungarn jedoch auf alle Fälle sind, ist ein unangenehmer Gegner für jeden Klub.“

Wie Graz halten auch die UPC Vienna Capitals nach dem Auftaktwochenende der Erste Bank Eishockey Liga mit einem Spiel. Für den Erfolg mussten die Wiener gegen Linz bis in die Overtime. Am Ende konnten nach dem 4:3 OT (0:1, 1:1, 2:1)-Sieg erste Punkte angeschrieben werden.

„Wien zählt für mich klar zu den Top-Mannschaften der Liga. Die Mischung an Spielern stimmt und das Umfeld lässt vieles zu. Schon im Auftaktspiel hat man gesehen, dass diese Mannschaft zu den Top-3 gehört.“

Hui und Pfui waren die Auftritte des HCB Südtirol Alperia zum Auftakt. Der knappen Niederlage im Torfestival zu Innsbruck — 7:8 (2:2, 3:1, 2:5) — folgte bei der Heimpremiere eine 0:5 (0:0, 0:2, 0:3)-Klatsche gegen Linz.

„Bozen hat jedes Jahr Anlaufschwierigkeiten. Das ist nichts Neues. Ein später Trainingsstart auf dem Eis und eine kurze Vorbereitung sind im Südtirol üblich. Ein ordentliches Kontingent an guten Spielern ist jedoch auch in diesem Jahr vorhanden. Ich gehe davon aus, dass der Trainer die Mannschaft auf Schiene bringt und in die Top-6 führen wird.“

Enttäuscht hat der Dornbirner Eishockey Club bei der vergeigten Heimpremiere — 1:4 (0:0, 1:4, 0:0) — gegen Graz und auswärts in Innsbruck — 2:5 (0:2, 1:2, 1:1). Vor allem nach den blitzartigen Gegentoren im Doppelpack konnten sich die Bulldogs nicht mehr erholen.

„Nach einer durchzogenen Vorbereitung mit vielen verletzten Spielern legte Dornbirn zum Auftakt ein unruhiges Auftreten an den Tag. Die zwei Niederlagen waren da nicht besonders hilfreich. Ich denke jedoch, dass mit dem ersten Sieg die Maschinerie auch in Dornbirn ins Laufen kommt. Grundlegendes wurde an der Mannschaft nicht verändert.“

HDD Olimpija Ljubljana konnte sich nach der 1:6 (0:5, 0:0, 1:1)-Heimpleite gegen die stürmischen VSV-Adler fangen und auswärts mit Fehervar AV19–1:2 (1:1, 0:0, 0:1) — trotz Niederlage über weite Strecken Schritt halten.

„Ich befürchte, dass Laibach in dieser Saison zum Punktelieferanten der Liga werden wird. Der Kader ist nicht mehr so stark wie vielleicht noch vor zwei, drei Jahren einzuschätzen. Jedoch werden genau das einige große Teams bitter am eigenen Leib zu spüren bekommen. Denn auch Laibach hat das Zeug jeden Klub an einem guten Tag gewaltig zu ärgern.“

Vorjahresfinalist HC Orli Znojmo zog nicht nur in der Neuauflage des Finalduells mit Salzburg — 2:5 (2:2, 0:2, 0:1) — den Kürzeren. Auswärts schlitterten die Tschechen beim EC-VSV in eine bittere 0:6 (0:2, 0:1, 0:3)-Niederlage.

„Znojmo enttäuscht mich nach den ersten zwei Runden. Die Mannschaft ist gegenüber dem letzten Jahr noch nicht wiederzuerkennen. Vielleicht schmerzen die Abgänge der Tschechen mehr als vorerst gedacht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich Znaim im Falle des Fortbestands der Negativserie langfristig im Mittelfeld zufriedengeben wird. Da wird noch gehandelt werden.“
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