User Experience 2014 — ein Jahr in tweets

Ein kluger Mensch hat mal gesagt: “Es ist alles bereits gesagt, was gesagt werden kann.” Dies gilt mit Sicherheit für das Internet und hier im Besonderen für twitter (weswegen die RT-Funktion immer wieder empfohlen werden sollte). Wenn mir ein tweet aber ausnehmend gut gefällt, fave ich ihn auch.

Als ich nun über die Feiertage so durch meine Favoriten scrollte, habe ich zahlreiche tweets gefunden, die ich am Liebsten erneut retweetet hätte, weil sie das vergehende Jahr sehr schön zusammen fassen. Nun kommen Jahresrückblicke selten mit 140 Zeichen aus, aber hier ist ein Versuch aus meiner ganz persönlichen “User-Experience”. (Retweets und Favs sind übrigens immer noch möglich.)

Wir beginnen am 3. Januar mit einem politischen Fehlstart, vielfach kritisch kommentiert, aber leider über das ganze Jahr ein dominierendes und sich ständig weiter aufbauendes Thema: Angst vor Fremden

Der Februar wurde dominiert von Sochi und den schlimmsten olympischen Winterspielen der Geschichte:

Die Medaillen waren kaum eingepackt, da implodierte erst die Krim und dann die halbe Ukraine.

Zum Frühlingsbeginn versuchte die Türkei das Internet abzuschalten. China und Russland gefällt das.

Im Mai gelang es meinem HSV mit Müh und Not erstklassig zu bleiben.

Mindestens genauso wichtig: Europa wählte ein neues Parlament:

Juni/Juli — ganz im Zeichen der Fußball-WM:

August: Die GroKo gibt ihre digitale Agenda bekannt. Nicht Bestandteil davon: ello — ein neues soziales Netzwerk, das viel Hoffnung weckt.

Im September gab es einen #twitterstreik und vereinzelt brach Panik aus, weil der Algorithmus von twitter verändert werden sollte.

Für den Oktober gilt aus meiner Sicht: viel zu viele Hypes, viel zu viele Rants und viel zu viel Lärm um nichts, während wichtige Themen unter dem Radar blieben.

Im November wollten wir 25 Jahre Mauerfall feiern und bekamen #hogesa und #pegida

Dezember, ist ja noch, und irgendwie stand dieser Monat bei mir ganz unter privatem Stern, so dass ich außer Weihnachten keinen Höhepunkt auf twitter nennen könnte. #Pegida erreichte einen vorläufigen traurigen Höhepunkt, aber es gibt auch schöne Gegenbewegungen im Netz von #schneegida bis #meinmigrationshintergrund:

Aber auch sonst wirkte das Jahresende eher wie eine Zusammenfassung der vorherigen Monate, die für mich durch folgende vier tweets verdeutlicht werden:

Es war ein merkwürdiges Jahr, so ein bisschen wie Teil 2 einer unvollendeten Trilogie. Ich bin gespannt auf 2015 und wie es mit der analogen und digitalen Gesellschaft weitergeht.

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