Die #Piraten Berlin haben den #WahlOMat gehackt. Meint Christine Käppeler im @derfreitag #agh16

Oh weia, bei freitag.de der Freitag haben sie es wirklich nötig gehabt. Clickbait, Piraten-Bashing und Verschwörungstheorien an einem Montag. Und nein, kein Hinweis auf Satire oder Witze-Rubrik.

© bpb

Wie jetzt? Die freitag.de-Autorin Christine Käppeler vermutet hinter den Ergebnissen des Wahl-O-Mates zur Berliner Abgeordnetenhaus Wahl (im September 2016) einen Hack der Piratenpartei. Anders kann sich die Autorin die Ergebnisse nicht erklären. Nicht nur mich macht es stutzig woher sie denn wisse ob die Nutzer ob der Ergebnisse für die Piratenpartei Berlin “entsetzt sein sollen”. Es sollen “acht Prozent” sein. Aha…

Ähm, aber es wird noch skuriller.

Dann wird aus einem nicht erkennbaren Grund die AfD erwähnt, warum auch immer. Aber Piraten-Bashing funktioniert gut, wenn einfach eine andere Partei die man nicht leiden kann aus dem Zusammenhang reißt und einfügt. Natürlich nicht ohne lächerlichem “mausgerutscht”-Hinweis zur AfD:

Man muss schon sehr, sehr oft auf der Maus ausrutschen, um am Ende die AfD-Wählerin in sich zu entdecken.

Bei den freitag.de-RedakteurInnen kam am Ende des Wahl-O-Mates anscheinend eine Empfehlung zugunsten der Piratenpartei heraus. Das ist erfreulich, weil anscheinend doch die Themen welche die Berliner Piraten ansprechen und auch plakatieren auch ansprechen und wichtig sind. Aber anstatt sich wirklich mit den Inhalten einer kleinen internet-affinen Partei zu beschäftigen wird mit Klischees gearbeitet. Jetzt klopft das Jahr 2011 oder 2012 an. Von oben herab wird über Plakatdesign und Fotografen gelästert.

Und anstatt sich über Kandidaten wie Bruno Kramm zu informieren (meistens hilft hier eine Internetsuchmaschine), wird sich oberflächlich über ihn lustig gemacht und er als “Cyber-Ork” tituliert. Hätte die Autorin nur ein paar Sekunden gebraucht, rauszufinden, dass dies ein Outfit von Bruno seiner Band “Das Ich” ist, wäre sie nicht überrascht. Bei Wikipedia gibt es ja auch ein Foto von ihm. Aber hat die Autorin nicht. Wäre ja zu billig gewesen. Oder zu einfach. Oder hab ich da zu hohe Erwarungen an journalistische Arbeit? Natürlich wird dann über die kreative Plakatkampagne gelästert und über die verschiedenen Motive. Anstatt zu fragen wie viel Geld so eine Kampagne kostet, wie wenig Geld eine kleine Partei wie die Piratenpartei hat und was hinter der Kampagne eigentlich steckt. Aber auch hier ist die Frage — wozu hinterfragen. Einfach mal Piratenbashing ist so viel einfacher. Außerdem sehen “Cyber-Orks” meiner Meinung nach doch ein wenig anders aus. Aber, das Wort “Cyber” mal zu schreiben und zu verwenden. Sicher wichtig.

Aber jetzt kommt es. Sitzt ihr?

Dass die Piratenpartei trotz dieser ästhetischen und inhaltlichen Fouls und mageren drei Prozent in den jüngsten Umfragen so erfolgreich beim Wahl-O-Maten abschneidet, ist für uns nur mit einer Cyberattacke auf das Meinungsbildungstool zu erklären.

Ja, das ist die Erklärung. Die Piratenpartei hat anstatt Plakate aufzuhängen (Tag und Nacht) die Energien verwendet um das Tool des bpb anzugreifen und zu manipulieren. Ganz logisch. #kopftisch an dieser Stelle.

Zum Glück kommentiert Jana Buchmann:

Screenshot
Screenshot

Ansonsten hat der Freitag es geschafft mit diesem Beitrag für viel Lachen, Kopfschütteln vieler Piraten und Clicks ins Gedächtnis zu bleiben. Nicht wegen der Falschinformationen oder nicht erfolgten journalistischen Arbeit, sondern weil VT anscheinend in zu sein scheint.

Over and out.

One clap, two clap, three clap, forty?

By clapping more or less, you can signal to us which stories really stand out.