Die Bombardierung aus fünf Perspektiven


Um die Geschehnisse des 16. Januar 1945 auch 70 Jahre danach möglichst greifbar zu machen, werden in dieser Geschichte vier fiktive Charaktere, die es so gegeben haben könnte, in einen historisch korrekten Kontext eingebettet. Alle Inhalte sind sorgfältig recherchiert und orientieren sich an den historischen Geschehnissen. Die Geschichte wird im Tagesverlauf Stück für Stück ergänzt. Hier stellen wir zunächst noch einmal die Charaktere vor.

Lieutenant Arthur Wellington ist ein Bomberpilot der britischen Royal Air Force und am 16. Januar 1945 am Angriff auf Magdeburg beteiligt. Als erfahrener Soldat flog Arthur Wellington bereits mehrere Angriffe gegen Nazideutschland. Er selbst spürt die Folgen des Krieges, die sich bei ihm in Appetitlosigkeit und Kopfschmerzen niederschlagen. Wellingtons größter Wunsch ist es, bald seine Familie wiedersehen zu dürfen.

Siegfried, ein glücklicher Familienvater, auch wenn die Umstände des Krieges seine Stimmung zunehmend verfinstern. Seine Frau Erna und seine Tochter Elise sind sein Ein und Alles. Siegfried hat, wie viele Deutsche, bei den Nazis „mitgemacht“. Er arbeitet im Krupp-Grusonwerk, einem wichtigen Rüstungsbetrieb für die Kriegsmaschinerie der Nationalsozialisten. Siegfried kommen immer mehr Zweifel am Sinn des Krieges und am nationalsozialistischen Regime. Am 16. Januar geht er seiner harten Arbeit in den Produktionshallen nach. Der erste Bombenangriff am Mittag des 16. Januar gilt unter anderem diesem Werk.

Elise ist ein 14-jähriges Mädchen aus Magdeburg. Sie wächst in einem wohlgehüteten Elternhaus bei ihrem Vater Siegfried und ihrer Mutter Erna auf. Die ganze Familie lebt in einem zweistöckigen Fachwerkhaus in der Nähe der Altstadt. Der 16. Januar ist ein großer Tag für Elise. Sie hat ihre erste richtige Verabredung mit einem Jungen! Und so plagen sie einerseits die ganz normalen Fragen des Teenager-Lebens: Wie wird das Treffen mit Hans ablaufen? Und die Fragen eines Kriegskindes: Wo ist der nächste Luftschutzbunker?

Wilhelm Heyde ist Bereichsleiter der NSDAP. Desillusioniert vom Krieg, gibt er sich seinen administrativen Verpflichtungen hin und versucht, mit Appellen den Arbeitern in den Rüstungsbetrieben Mut zu machen. Er ist zudem in der gleichgeschalteten Magdeburgischen Zeitung zuständig für die täglichen Durchhalteparolen. Sein schickes Büro, inklusive eigener Sekretärin, befindet sich im Rathaus am Alten Markt.

Zofia Lewandowskia ist eine junge polnische Frau, die als Zwangsarbeiterin ins Deutsche Reich verschleppt wurde. Sie ist in der Produktion in den Polte-Werken in Stadtfeld eingesetzt und beteiligt an der Überholung gebrauchter Munitionshülsen. Direkt gegenüber dem Werk II ist sie in einem KZ Außenlanger untergebracht, welches erst im Juni 1944 errichtet wurde. Das 15.000 Quadratmeter große Lager wurde vom KZ Buchenwald betrieben und bedeutete für viele der über 3000 Insassinnen Arbeit bis zum Tod. Lediglich etwa 600 Zwangsarbeiterinnen erlebten das Kriegsende. Die Mehrzahl wurde nach Sachsenhausen und Ravensbrück deportiert.

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