damals — früher — heute

Nachdem er über zehn Jahre auf Druck seiner Hauptaktionäre stillgehalten hat, enthüllt Dieter Krösche in seinem am 13. November erschienenen Buch „damals — früher — heute. Der letzte Pionier, Teil 2“ schonungslos einen der größten Wirtschaftsskandale der deutschen Nachkriegsgeschichte. In einem 30-Seiten-Enthüllungsprotokoll erzählt er die Wahrheit über das Homeworld-Desaster. Darin verwickelt sind einige hochrangige Politiker, ein Oberbürgermeister, hohe Verwaltungsbeamte und ein krimineller Architekt. Und Krösche nennt Namen, weshalb er sich auch Sorgen macht, dass sein Buch, oder Teile davon, verboten werden könnten.

Bereits 2014 brachte Dieter Krösche anlässlich des 115-jährigen Firmenjubiläums der Firmengruppe Krösche eine Firmenchronik heraus, die die Jahre von 1988 bis 2014 nachzeichnete. Darin versprach er einen zweiten Teil mit Enthüllungen über einen der größten Wirtschaftsskandale Nachkriegsdeutschlands, das Homeworld 2-Desaster in Oberhausen, das für die Aktionäre einen Verlust von 30 Millionen Euro bedeutete. Und er versprach die Namen der Verantwortlichen zu nennen, darunter ein ehemaliger Oberbürgermeister und ein bekannter Minister aus NRW. Dieses Buch ist jetzt erschienen, und es enthält ein dreißigseitiges Enthüllungsprotokoll mit sehr detaillierten Beschreibungen, was damals passiert ist. Bis hin zu Krösches (allerdings unbewiesenen) Verdachtes, dass er damals im Auto von einem Minister abgehört wurde. Krösche nennt darin die Namen seiner Widersacher: Zum Beispiel Burkhard Drescher („Strippenzieher und Verhinderer“), damaliger Oberbürgermeister von Oberhausen. Zum Beispiel Michael Vesper („grüner Minister außer Kontrolle“), damaliger Minister für Bauen und Wohnen und stellvertretender Ministerpräsident von NRW, heute Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes. Zum Beispiel Peter Chermayeff („Verführer, Verhinderer, Abzocker“), weltbekannter Architekt, Designer und der größte Seewasser-Aquarium-Erbauer weltweit. Nur für einen Politiker ist Krösche voll des Lobes: Bundespräsident Johannes Rau, von 1978 bis 1998 Ministerpräsident in NRW, war sein einziger Förderer aus der Politik, “er war neuen Ideen und Konzepten gegenüber sehr aufgeschlossen. Das war eine neue Erfahrung nach meinen großen Enttäuschungen in Niedersachsen.“

Der „König der Kräne“,

So wurde Dieter Krösche einmal von der Zeitschrift „Capital“ tituliert. Angefangen hat alles 1899 mit dem Großvater August Krösche und einer Schmiede. Vor gut 40 Jahren gründete der Enkel Dieter dann die Krösche-Kran Service GmbH und eroberte eine Marktlücke. Heute hat KKS bei der Kranmontage von Fertigbauten einen Marktanteil von 90 Prozent. Jährlich etwa 17.000 Aufträge, seit der Gründung rund 300.000 Fertigbauten. Die Zahlen sprechen für sich.

Der Fertighaus-Ferienpark

Eigentlich war das unternehmerischer Erfolg genug, doch Dieter Krösche gab sich noch nie mit dem einmal Erreichten zufrieden. 1994 entwickelte er das Konzept für „Homeworld — die Welt der Häuser“. Mit Entertainment zum Eigenheim, das war die Idee. Hauserlebniskauf in freizeitähnlicher Atmosphäre, die Musterhäuser nach Preiskategorien und Thema geordnet, probewohnen, ein Bauherren- und Finanzberatungszentrum. Dazu Unterhaltungsangebote und ein Hotel, alles an einem Ort.
Krösche wollte zunächst als Exponat zur Weltausstellung Expo 2.000 in Hannover einen Fertighaus-Ferienpark im Landkreis Holzminden errichten: Ferien machen, zur Probe wohnen und die Akzeptanz für Fertighäuser erhöhen, das war die Idee. Die damals an Umsatz-rückgang kränkelnde Fertighausbranche sollte mit Homeworld wieder Schwung bekommen. Krösche gründete die Fertigbau Logistik AG, gewann führende Unternehmen der Branche als Aktionäre, gewann die Räte des Landkreises für sein Projekt — und scheiterte an einem Dauerstreit mit Behörden, Umweltverbänden und den Grünen. „Selbsternannte Umweltschützer haben in der Öffentlichkeit mit Polemik das Projekt verteufelt“, sagt er heute.

„belogen — betrogen — abgezockt“

Aber der Unternehmer gab nicht auf, sondern fand einen neuen Standort in Oberhausen, wo gerade das Centro, Deutschlands größtes Einkaufszentrum, gebaut wurde. Krösche investierte Millionen, scharte nochmals über 30 der führenden Hersteller um sich und band sie vertraglich an Homeworld. Doch auch hier gab es Ärger: Krösche musste das Grundstück von seinem amerikanischen Geschäftspartner, einem weltweit bekannten Architekten, für 17 Millionen Deutsche Mark kaufen. Der plünderte das Treuhandkonto und machte sich mit dem Geld aus dem Staub. Dann schlug die Stadt Oberhausen in Gestalt ihres damaligen Oberbürgermeisters zu. Krösche wurde mit seinem 65.000 Quadratmeter-Gelände in die Zwangsversteigerung getrieben: „Verschiedene Politiker ohne Unrechtsbewusstsein haben mithilfe der Stadtsparkasse Oberhausen die Insolvenz der Homeworld AG verursacht“, schreibt Krösche in seinem Buch. Mitbieter wurden vergrault, kurzerhand mal ein rechtskräftiger Bebauungsplan aufgehoben, und die Stadt Oberhausen erwarb das Areal für die Hälfte des Verkehrswertes. Sicherlich kein Musterbeispiel für den fairen Umgang mit Investoren in der freien Marktwirtschaft. Die Homeworld AG musste schließlich im Jahr 2006 Insolvenz anmelden.

Dieter Krösches Buch „damals — früher — heute. Der letzte Pionier, Teil 2“ ist im Verlag Jörg Mitzkat in Holzminden erschienen und im Buchhandel erhältlich. Es enthält neben dem 30-seitigen Enthüllungsprotokoll das ausführliche Homeworld-Konzept, zahlreiche Anekdoten aus der Familien- und Firmenhistorie und umfangreiches historisches Material. Das Buch hat 245 Seiten und kostet 25 Euro. Davon spendet Dieter Krösche 10 Euro für soziale Jugendprojekte und karitative Einrichtungen. Jeder Buchkäufer ist also gleichzeitig Spender!

Hier können Sie die Firmenchronik kostenlos herunterladen!

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