Mehr als nur Büroclown

Seit über 3 Jahren gibt es bei Spreadshirt nun mit Stefanie Häußler eine Feel-Good-Managerin. Wir haben mit ihr und dem Chief Financial Officer des Unternehmens Tobias Schaugg ein Gespräch geführt und gehen der Frage nach: Wann macht ein Feel-Good-Manager Sinn und wann nicht?

Stefanie Häußler ist in einer Position, in der ihr Jobtitel für Aufmerksamkeit sorgt. Häufig muss sie erklären, was sie als Feel-Good-Managerin überhaupt macht. Auch das Medieninteresse ist groß. „Das ist irgendwie ungewöhnlich und gleichzeitig auch schön. Denn eigentlich erzählt man doch gern, was man macht. Außerdem kann ich so zeigen, dass es mehr bedeutet, als nur den Büroclown zu spielen“ berichtet Stefanie Häußler. Ihre Position ist weiterhin eine Seltenheit und war auch für das Unternehmen aus Leipzig, das eine Online-Plattform zur Gestaltung und zum Verkauf u.a. von T-Shirts anbietet, neu. „Niemand wusste zu Beginn, was mich erwarten wird. Der Grund für die Stelle war, das Spreadshirt immer weiter gewachsen ist und die Betreuung der Mitarbeiter nicht mehr allein durch die Geschäftsführung gewährleistet werden konnte“ beschreibt sie die Ausgangssituation.

Mittlerweile sind die Aufgaben der Feel-Good-Managerin sehr vielfältig. „Ich organisiere kleinere und größere Events, kümmere mich um Kollegen, die neu hinzukommen oder schon lang im Unternehmen sind, und optimiere die interne Kommunikation“ berichtet Häußler. Kleinere Aktionen für die Mitarbeiter übernimmt sie auch gern komplett selbst. „Kurz vor Ostern haben wir ein Eierfrühstück im Haus veranstaltet. Die 200 Eier habe ich im Supermarkt besorgt. Das sieht dann manchmal schon sehr lustig aus, wenn ich für die Kollegen einkaufen gehe“ erzählt Stefanie Häußler. Ihre Aufgabe sieht sie dabei immer darin, dass sich die Mitarbeiter kennenlernen und auf einem anderen Level zusammenkommen als auf der Arbeitsebene. Dennoch stellt sie klar: „Das hier ist kein Robinson Club“!

Tobias Schaugg, Chief Financial Officer Spreadshirt (www.spreadshirt.net)

Ihre Stellung im Unternehmen hat sie sich erarbeitet. Schließlich war nicht nur sie, sondern auch die Position neu. Vorbehalte gab es bis in die Führungsebene hinein. „Als CFO des Unternehmens kann ich ja offen zugeben, dass ich anfangs skeptisch gegenüber der Idee einer Feel-Good-Stelle war. Ich sah zum einen mehr Kosten als messbaren Nutzen sowie die Gefahr einer missverständlichen Bespassungskultur“ gesteht Tobias Schaugg, Chief Financial Officer. „Doch ich wurde schnell akzeptiert und gehöre seit langem zum Team dazu“ erzählt Stefanie Häußler. Ganz nebenbei spricht sie den entscheidenden Punkt an, wann ein Feel-Good-Manager sinnvoll ist. „Als die Firma auf 150 Mitarbeiter angewachsen ist, wurde es einfach schwer, mit jedem ins Gespräch zu kommen oder nach der Arbeit noch etwas trinken zu gehen“. Das Unternehmen ist zwar gewachsen, flache Hierarchien und eine offene Unternehmenskultur sind jedoch geblieben. „Eine familiäre und vertrauensvolle Arbeitsatmosphäre stand bei Spreadshirt schon immer ganz weit oben auf der Agenda“ ergänzt Tobias Schaugg. Nur so kann ein Feel-Good-Manager funktionieren. Die Position wird nicht von der Geschäftsführung aufgesetzt und dadurch zum Fremdkörper, sondern ist die logische Ergänzung bereits bestehender Strukturen.

Eigene Wünsche hat sie auch. „Eine Fahrradtour wäre mal etwas“ meint sie und weiß, dass sie an der Quelle sitzt.

(Der Text wurde zuerst im BVMW-Report 01/2015 veröffentlicht)

One clap, two clap, three clap, forty?

By clapping more or less, you can signal to us which stories really stand out.