#OpelGoesGrumpy hat nichts mit Social Media zu tun

Am Donnerstagvormittag hat sich so einiges auf den Social Media Kanälen von Opel Deutschland getan. Die Verwirrung war groß, denn aus heiterem Himmel wurde rumgegrummelt:

Auch CMO und Vorstandsmitglied Tina Müller hat sich mit eingemischt und den scheinbaren Eindruck erweckt, dass da irgendwas schief läuft.

Heute nun die “Auflösung”. Opel hat die Grumpy Cat ans Steuer gelassen und ihr die Social Media Kanäle in die Pfoten übergeben. Launige, zum Teil beleidigende Tweets (“ Hier wird auch gefeiert. So wie immer, wenn du nicht im Raum bist.”) hat die Katze unter dem Opeldeckmantel zu #OpelGoesGrumpy vom Stapel gelassen.

Wie reagieren eigentlich die Fans?

Persönlich kann man ja so einiges doof finden. Am Ende wird immer noch am Like Button entschieden, oder?

Also stellt sich die Frage, was das Ganze bisher gebracht hat? Auf Facebook so gut wie nichts. Die Fanzahlen wuchsen bis gestern (6.11.) kontinuierlich und die Reaktionen waren im Monatsvergleich sogar geringer.

Links: Anzahl der Reaktionen auf einen Beitrag. Rechts: Fanwachstum der Seite. Jeweils innerhalb der letzten 28 Tage. Powered by Fanpagekarma.

Das Gegrummel hat deutlich weniger Menschen interessiert als zum Beispiel ein Kofferraum voller Hundewelpen (ein Thema für sich):

Twitter hat sich da ein bisschen interessierter gezeigt. Die Seite ist nicht unbedingt explodiert, aber mittlerweile stehen fast 1000 neue Follower auf der Uhr und mindestens 5 überdurchschnittliche Beiträge.

Links: Anzahl der Reaktionen auf einen Beitrag. Rechts: Followerwachstum der Seite. Jeweils innerhalb der letzten 28 Tage. Powered by Fanpagekarma.

Den Hundewelpentransport hat übrigens auf Twitter kaum jemanden interessiert. Danke Twitter! (Disclaimer: Natürlich lässt sich die Fan- und Followerzahl in keinster Weise vergleichen. 2 Retweets bei 10000 Followern für ein soooo süßes Foto sind trotzdem unterirdisch.)

Mit Social Media hat das so rein gar nichts zu tun

Was Opel da übers Wochenende getrieben hat, war pures Marketing. Aufmerksamkeit durch einen Aufreger. Vermarktet werden soll wohl ein Kalender mit der mies gelaunten Katze.

Keine Frage: Den werden jetzt sicher einige Menschen mehr haben wollen als vorher. Aus Marketingsicht kann das Ganze (Stand 7.11.) gut funktionieren. Aber was hat das mit Social Media zu tun? Nichts. Gar nichts! Klar sind ein paar Fans dazugekommen, zumindest auf Twitter. Nur schaffen Aufreger keine Beziehung. Wie sagt man so schön: “Fans bekommen ist nicht schwer. Fans zu behalten dagegen sehr”? Schließlich lässt Opel die große Chance, seine Kunden immer wieder aufs Neue auf einer persönlichen Ebene zu erreichen und sich von ihnen erreichen zu lassen, mit #OpelGoesGrumpy links liegen. Aufmerksamkeit hat Opel mit der Katzenaktion erreicht. Am meisten vermutlich in der Fachwelt (siehe Reaktionszahlen oben), die eifrig Screenshots angefertigt hat. Das nützt Opels Kunden und potentiellen Kunden aber reichlich wenig. Die wollen informiert, unterhalten und verstanden werden. Nicht angepöbelt. Und schon gar nicht beleidigt (siehe oben).

Scheinbar war die schöne Kampagne #UmparkenImKopf Opel nicht mehr genug und wollte nun auch mal was für die “Kids” machen. Leider.

Und warum eigentlich Grumpy Cat?

Noch eine Anmerkung zum Schluss: Grumpy Cat? Ernsthaft? Die Katze ist nun schon über 4 Jahre alt und das Meme aus allen Social Media Keynotes schon längst wieder verschwunden. Was ist das nur für 1 altbackenes Maskottchen, vong aktueller Relevanz her - will man meinen. Und selbst diese Anspielung ist eigentlich schon wieder durch. Unter Newsjacking lässt sich #OpelGoesGrumpy also auch nicht verbuchen.