Stimmungsfrage: Swarmsquare


Vor fast vier Wochen wurden Nutzer auf brutale Art und Weise gezwungen, sich mit der neuen foursquare App auseinanderzusetzen.

Wer glaubt, es ginge hier nur um eine dusselige Check-in App, irrt: Ich möchte jetzt nicht sagen, dass u. a. auch meine Freunde emotional etwas eskaliert sind, aber so stelle ich mir das vor, wenn Justin Bieber seine Tour absagt. Und natürlich stand ich da auch mit in der ersten Reihe (Foursquare. In good times and in bad times.).

Unverständnis, Ahnungslosigkeit und eben, dass man Mayorships (im weitesten Teil) und Badges weggenommen hatte, ließ auf vielen Blogs Krokodilstränen fliesen.

Hier ein paar Thesen und Gedanken zur Lage der Swarmsquare Nation:

  • Menschen gewöhnen sich an alles: Ist so. Früher gab es noch die “Wenn wir 1.000.000 Gruppenmitglieder zusammenbekommen, ändert Facebook das Layout wieder” Gruppen. Haha. LOL. Nie passiert.
  • Der Übergang zwischen den Apps ist fließend. Bei Facebook und dem Messanger übrigens auch. Ja, die Apps wurden getrennt, aber vermutlich weil beide so viel Potential haben, dass man sie nicht einfach in einer App lassen kann, weil es dann zu viel wird. (Plus: der Messanger ist so einfach schneller.)
  • Ein paar Leute haben die App(s) von ihrer mobilen Telefonzelle geschmissen, dafür kommen ein paar andere dazu (falls jemand irgendwo Zahlen findet, die die These be- oder widerlegen, gerne posten). Am Ende, behaupte ich, war der Verlust überschaubar.
  • Swarm fokussiert sich auf einchecken, Wer Ist Wo, und die “Pläne machen” Sache (die super praktisch ist). Läuft.
  • Mayorships und Badges… Wir überleben ja doch irgendwie ganz gut ohne. Wenn ich ehrlich bin, habe ich seit Wochen nicht mehr daran gedacht.
  • Für Foursquare wurde angekündigt, dass die Listen beim nächsten Update wieder funktionieren. Ja, das ist jetzt gerade nervig, aber insgesamt geht es ja. Hätte man jetzt auch hier mit reinpacken können, aber entweder wurde die Zeit zu knapp oder der Praktikant hat den Code in einer Bar liegen lassen oder oder. Come on, in Startups kennt man das.

Bottom line: Wie so häufig finden wir hier ein Beispiel für “Höre nicht auf Deine Nutzer, denn sie wissen nicht was sie wollen.”

Wir stecken in der Produktentwicklung schlicht und ergreifend nicht drin. Dass wir, ich beziehe mich da ein, das dann nicht verstehen, wenn ein Dienst dies oder das macht, ist normal, liegt aber einfach daran, dass wir nicht mit denen im Meeting sitzen oder Tag und Nacht an dem Ding arbeiten und einen Plan verfolgen.

Und, dass wir im Prinzip immer nur von unserer eigenen Nutzung ausgehen können. Wir halten uns, und das machen wir gerne häufiger, für den Nabel der Welt, für den Durchschnittsnutzer, glauben, jeder denkt und bedient Dienste so wie wir.

Stimmt aber nicht unbedingt.

Das radikale “Mir reicht’s! Ich trenne mich!” fand ich jedenfalls in vielen Fällen zu schnell. Die App(s) fühlen sich nach kurzer Zeit normal an und, wie gesagt, an die Gamification denke ich fast nie.

So. Jetzt Meinungen bitte: Hat sich durch Swarmsquare das Nutzungsverhalten verändert? Und wenn ja, wie? Und wenn nein, dann auch gerne kommentieren. Weil sonst weiß man ja wieder nur die Hälfte.