Wenn ich Uber wäre, würde ich Euch jeden Tag einen ausgeben

Es geht nicht um die riesigen Finanzierungsrunden, die Uber abschließt und auch nicht um die 18,2 Milliarden Bewertung. Wobei? Was soll’s: Prost.

“UBER ERHÄLT GRÜNES LICHT UND BIETET UBERPOP UND UBERBLACK IN BERLIN WEITERHIN AN” titelt das Unternehmen im Blog heute. Na, das sind doch gute Nachrichten: Prost.

Erst wenn man weiterliest wird klar: das “grüne Licht” ist eigentlich mehr so grün-gelb.

Es ist, wie zu erwarten, das gleiche passiert wie zuletzt in Hamburg (– Prost). Es wurde eine Einstweilige Verfügung gegen Uber eingereicht. Grund dieses Mal:

“Hintergrund des Beschlusses sei das wettbewerbswidrige Verhalten des Start-ups, das systematisch gegen das Personenbeförderungsgesetz verstoßen würde. Zum Schutz des Taxigewerbes dürfen Limousinen-Services keine Fahrgäste spontan aufnehmen und befördern. Anders als Taxifahrer müssen diese als Mietwagenunternehmen nach jeder Fahrt wieder zum Betriebssitz zurückkehren und von dort aus neue Aufträge annehmen. Limousinen-Fahrer von Uber würden sich an diese gesetzliche Rückkehrverpflichtung jedoch nicht halten, sondern hielten sich “taxenähnlich vornehmlich in der Innenstadt bereit, um spontan Fahrgäste aufnehmen zu können”, schreibt Leipold, Vorsitzender der Berliner Taxivereinigung (BTV).

Rückkehrpflicht? Prost.

Letzte Woche (Donnerstag) ging es noch um die Sicherheit der Passagiere. Freitagmorgen kam dann die Klarstellung von Uber. Via Pressemitteilung hieß ist:

“Bei Uber sind nicht nur Fahrer, sondern auch Fahrgäste immer voll versichert, sowohl bei uberPOP als auch bei UberBlack. Bei der Option uberPOP greift in einem Schadensfall zusätzlich zu der Versicherung des Fahrers eine Zusatzversicherung von Uber mit einer Haftung von bis zu 3,7 Millionen Euro pro Schadensfall. Diese Versicherung deckt nicht nur den Fahrgast und Dritte voll ab, sondern greift auch, falls der Versicherungsschutz des Fahrers nicht ausreichen sollte. Diese Police wird von einer international tätigen Versicherungsgesellschaft gedeckt.” (Mehr dazu auf dem Uber Blog.)

Jetzt hat das Berlin Gericht also –wenig überrascht– so wie auch das Hamburger Gericht dem Widerspruch stattgegeben. (Noch mal: Prost!)

Das jetzt “Grünes Licht” zu nennen, halte ich persönlich für etwas optimistisch, denn am Ende bleibt das Urteil des Verfahrens abzuwarten.

Trotzdem: Wenn ich Uber wäre, würde ich mit meinen Freunden anstoßen und mich totlachen. Und das so circa jeden Tag.

Jeden Tag, an dem Uber (und Lyft, Peer-to-Peer Service) Schlagzeilen machen, werden sie bekannter. Und während irgendwelche Hinterländler rumklagen und an den alten Gesetzen festhalten, testet man entspannt neue Modelle:

Fahrradkuriere (Prost) und Same Day Delivery (z.B. von Klimaanlagen, Prost) in New York, und Studenten beim Umzug helfen in Atlanta, Prost!

Hier ein kurzer Auszug dazu von einem Studenten:

“But especially on college campuses like mine where the service is already the preferred method to get to and from bars, Uber could have a strong moving business. Bellhops might be one of the largest names in college moving services right now, but Uber’s advantage is that most are already familiar with its driving services and have the app. By teaming up, Uber and Bellhops could profit from the many carless students in need of moving help.”

Aber gut. In Deutschland klagt man weiter, weil Mietwagen nicht zurück an eine Mietwagenstation fahren – Prost.

Ergibt ja auch so viel Sinn – zum Beispiel bei der Fashion Week nach jeder Fahrt wieder zurück zu irgendeinem Punkt zu fahren, anstatt in der Nähe des roten Teppichs zu bleiben.

Kann da nicht mal eine Umweltorganisation Stellung beziehen?

Jedenfalls, davon mal abgesehen:

Während Taxis in der Schlange stehen und abwarten, dass jemand vorbeikommt oder ein Gericht den Daumen hoch oder runter zeigt, hat Uber (und zum Teil auch Lyft) außerdem folgendes zu vermelden:

* Rechnungen teilen unter den Fahrgästen

* Man spricht mit Facebook über eine Integration im Messanger

* Testet in Zusammenarbeit mit Google free Wifi in UberBlack Cars

Alles weitere, die Integration mit AT&T, die Partnerschaft mit GoogleMaps, General Motors und so weiter und sofort kann man gerne in meinem Artikel bei Netzwertig nachlesen.

Bottom line: Sich auf die alten Gesetze zu berufen ist nachvollziehbar, aber leider sehr panne. Was Uber neben seinem langen Atem auszeichnet ist, dass sie nicht stehen bleiben. Sie bewegen sich in möglichst viele Märkte, testen, stecken Kritik ein, fahren weiter. Sie halten sich im Gegensatz zu unseren Taxifahrern nicht an einem dünnen Strohhalm fest, der früher oder später abknicken wird.

Ich habe mal geschrieben, the Problem is not Uber, it’s missing regulations.

Stimmt eigentlich nur halb: Es ist das falsche Mind Setting. Und nein, das heißt nicht, dass Gesetze brechen supi ist, aber ernsthaft: An eine Mietwagenstation zurückfahren?!

Prost.

Und da, liebe Trinkfreunde, erkennen wir den Unterschied: Uber’s System an sich, ein Auto per Smartphone zu bestellen, ist nicht innovativ. Wie sie sich allerdings drehen und wenden, ist schön mit anzusehen.

Für alle, außer die Taxifahrer.

An alle anderen: Prost.

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