Das KoDorf und die Gartenstadt

Die alte Idee vom Neuen Leben auf dem Land

Frederik Fischer
Aug 11 · 10 min read

Image for post
Image for post

Vor zwei Jahren habe ich hier die Vision vom KoDorf aufgeschrieben: Einem Gegenmodell zu klassischen Einfamilienhaus-Siedlungen, das das Beste aus Stadt und Land verbinden soll. Im KoDorf leben die Bewohner in ökologisch gebauten Holz-Kleinhäusern und leisten sich dafür großzügige Gemeinschaftsgebäude wie einen Coworking Space, eine Küche mit langer Tafel, Veranstaltungsflächen oder einen Hofladen.

Die Idee verfing: Ein erstes KoDorf nahm vor einem Jahr im brandenburgischen Wiesenburg seinen Anfang (KoDorf Wiesenburg) und vor wenigen Tagen durften wir in Erndtebrück (NRW) den Auftakt des zweiten KoDorfs feiern (KoDorf Erndtebrück). Die Hoffnung, eine KoDorf-Bewegung entstehen zu sehen, scheint Wirklichkeit zu werden — und setzt damit eine andere Bewegung fort, die vor über 100 Jahre ihren Anfang nahm: Die Gartenstadt-Bewegung.

Ende des 19. Jahrhunderts war die Spaltung in Stadt und Land noch dramatischer als heute. Zur Hochzeit der Industrialisierung entleerten sich die Dörfer in Rekordgeschwindigkeit während sich Spekulanten die Städte untereinander aufteilten und die Mieten nach oben trieben. Mehrere Generationen lebten oft auf engstem Raum zusammen. Immer wieder brachen Seuchen aus. Alleine in London starben pro Jahr über 1.000 Menschen an Cholera. Arbeiter suchten in Massen ihren Trost im Alkohol und vergrößerten damit das Elend der Frauen und Kinder zu Hause.

Image for post
Image for post
William Hogarth: Gin Lane

Vor diesem düsteren Hintergrund entstand im britischen Parlament die Idee einer neuen Lebensform: Naturnah, modern, gesund und ein klein wenig größenwahnsinnig. Die stinkigen, lauten, lebensbedrohlichen Großstädte sollten einem Netzwerk von kleinen Städten im Grünen weichen: Die Gartenstadt-Bewegung war geboren.

Image for post
Image for post
Ebenezer Howard (1850–1928). Foto unter CC-Lizenz

Kein Politiker hatte diese Idee. Kein Architekt, kein Philosoph. Es war ein Parlamentsstenograph namens Ebenezer Howard. Gartenstädte setzten sich zum Ziel das Leid der Arbeiterschaft zu lindern und ihnen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. In der Gartenstadt flossen Einflüsse aus verschiedenen Epochen und sozialreformerischen Bewegungen zusammen. Howard wusste, dass er auf den Schultern von Giganten stand.

Mir wurde erst durch zwei Umstände bewusst, wie sehr das KoDorf wiederum in der Tradition der Gartenstadt-Bewegung steht. Umstand Nummer 1: Ich bin mir meiner Familie selbst in eine Gartenstadt gezogen und war beeindruckt von der hohen Lebensqualität dieser Siedlungsform — auch über 100 Jahre nach Fertigstellung. Empfehlungen aus dem Freundeskreis führten dann zu Umstand Nummer 2: Dem Buch „Die Gartenstadt-Bewegung“ des kleinen, aber feinen Verlags „Das Kulturelle Gedächtnis“. In der neu aufgelegten und stilsicher gestalteten Sammlung historischer Flugschriften, Aufsätze und Essays begegneten mir ganze Absätze, die so klangen als würden sie die Idee des KoDorfs beschreiben.

Mich verblüffte dabei nicht nur, wie aktuell Howards Gedanken erscheinen, sondern mehr noch, wie es sein konnte, dass die Idee der Gartenstadt außerhalb von Expertenzirkeln fast komplett in Vergessenheit geraten ist. Denn die Gartenstädte, die in ihrer kurzen Hochphase zwischen 1900 und 1930 entstanden, erfreuen sich bis heute großer Beliebtheit unter ihren Bewohnern. Die britische Gartenstadt Bournville gilt als eine der lebenswertesten Städte Großbritanniens. Die Gartenstadt Welwyn, die Howard selbst mitgestaltete und in der er bis zu seinem Lebensende wohnte, kennt keinen Leerstand. Auch in der Gartenstadt, in der wir wohnen, wartet man im Durchschnitt acht Jahre auf einen Platz. Die Liste ließe sich lange fortsetzen.

Image for post
Image for post
Gartenstadt Falkenberg, Fotografin: Gertrud K. CC-Lizenz

Der ungebrochene Reiz, den Gartenstädte ausüben, ist kein Zufall. Anders als die Planstädte der Nachkriegszeit, stand hier nicht das Auto im Mittelpunkt sondern der Mensch mit seinen Bedürfnissen. Aber was genau zeichnete nun diese Gartenstädte aus?

Gartenstädte waren kreisförmige Planstädte. Das für alle gut erreichbare Zentrum war den öffentlichen Einrichtungen wie Rathaus und Theater vorbehalten. Um dieses Zentrum legten sich unterschiedlich große Ringe mit wechselnden Funktionen wie Wohnsiedlungen, Flächen für Geschäfte, Kneipen und Restaurants, sowie öffentliche Grünflächen, die die privaten Gärten ergänzten. Auch damals schon war die Anbindung an das Bahnnetz wichtige Voraussetzung, denn Gartenstädte waren nicht als Solitäre gedacht, sondern als ein Netzwerk, das sich über das ganze Land erstreckt. Mehrere kleinere Gartenstädte mit einer Größe von rund 32.000 Menschen sollten dabei um eine größere Gartenstadt mit 58.000 Einwohnern angeordnet sein.

Image for post
Image for post
Das Gartenstadt Konzept von Ebenezer Howard. Aus: “Garden Cities of tomorrow”, Sonnenschein publishing, 1902; http://www.oliviapress.co.uk/save0033.jpg

Howard hatte sehr genaue Vorstellungen bei einem gleichzeitigen Bewusstsein dafür, dass es sich um ein atmendes Konzept handelte, das sich dem Wandel der Zeit anpassen müsse. Heute würde man Howards Herangehensweise als agil beschreiben. Er recherchierte bestehende Lösungen, leitete daraus seine eigenen Ansätze ab, überprüfte seine Annahmen mittels Prototypen und optimierte das Konzept mit jeder Iteration. Dass viele Gartenstädte im Detail ganz unterschiedliche Umsetzungen erfahren haben, ist damit durchaus im Sinne des Erfinders. Dennoch gibt es einige Elemente, die für die Qualität einer Gartenstadt unverrückbar waren und Howards Konzept von den vielen Gartenstädten unterschied, die sich nur aus Gründen der Vermarktung als solche bezeichneten.

Gartenstädte waren nämlich nicht nur eine städtebauliche Innovation. Mindesten ebenso wichtig war der sozialreformerische Anspruch. Im Folgenden möchte ich die verschiedenen Prinzipien der Gartenstadt beschreiben und diese direkt mit dem KoDorf-Konzept vergleichen.


Sozialreformerische Prinzipien

Das KoDorf im Vergleich:
Wir haben Howard Konzept 1:1 anfänglich übernommen, ohne uns dessen bewusst zu sein. Der Boden (eine weitgehend wertlose Industriebrache) und die Gemeinschaftsgebäude sollten im Besitz der Genossenschaft bleiben. Die Häuser waren als Privatbesitz geplant. Um dauerhaft eine einheitliche Gestaltung zu gewährleisten und die Umsetzung zu beschleunigen, haben wir uns letztendlich doch dazu entschieden auch die Kleinhäuser im genossenschaftlichen Besitz zu belassen.

Kreislaufwirtschaft
Die Gartenstadt war Produktionsort und Absatzmarkt gleichermaßen. Hier sollte alles möglichst vor Ort entstehen, was auch vor Ort benötigt wird.

Image for post
Image for post
Gartenstadt Hellerau, Markt. Fotograf: Jörg Blobelt. CC-Lizenz

Das KoDorf im Vergleich:
Im KoDorf selbst werden voraussichtlich nur wenige physische Güter und Nahrungsmittel produziert. Unsere Zielgruppe sind in erster Linie Kopfarbeiter die ihre Arbeit überall hin mitnehmen können und damit die notwendige Flexibilität mitbringen, um ein neues Leben auf dem Land beginnen zu können. Kreislaufwirtschaft ist für uns aber dennoch ein Thema und wird zum Beispiel in Form von Hofläden mitgedacht. Dies sind zentrale Verkaufsstellen für die verschiedenen (Bio-)Bauern der Region einerseits und andererseits bilden sie im KoDorf die Nahversorgung ab. Da das KoDorf keine Planstadt ist, sondern sich stets bestehenden Strukturen anschließt und anpasst, ist die Vernetzung mit den Gastgeber-Gemeinden wichtig. Statt möglichst alles im KoDorf selbst abzubilden, versuchen wir komplementäre Angebote zu schaffen. Wer zum Beispiel besondere Raumbedarfe hat über einen Platz im Coworking Space hinaus, wird eher Leerstand im Ortskern nutzen als einen Neubau im KoDorf. Auf diese Art bleibt möglichst viel Wertschöpfung in der unmittelbaren Region und stärkt die lokale Wirtschaft.

Bezahlbarer Wohnraum
Die Gartenstadt sollte Arbeitern einen Ausweg aus den menschenunwürdigen Mietskasernen aufzeigen. Ermöglicht werden solle dies über standardisierte Kleinhäuser. In der Praxis waren die Mieten allerdings für viele einfache Arbeiter zu hoch. Gartenstädte wurden überwiegend von Facharbeitern, Intellektuellen und Künstlern bewohnt.

Das KoDorf im Vergleich
Auch in unseren Überlegungen spielen standardisierte Kleinhäuser eine zentrale Rolle. Durch das solidarische Genossenschaftsmodell können wir viele Menschen „mitnehmen“, die sich zu Marktbedingungen kein eigenes Haus leisten könnten. Für unser kleinstes Modell genügt beispielsweise ein Eigenkapital in Höhe von rund 20.000€. Der Großteil der Finanzierung erfolgt über die Genossenschaft und wird in Form von Wohngeldern über einen längeren Zeitraum abbezahlt. Ungeachtet dessen zeichnet sich bereits ab, dass auch im KoDorf überwiegend gut ausgebildete Menschen, Künstler*innen und Digitalarbeiter*innen vertreten sein werden.


Städtebauliche Prinzipien

Image for post
Image for post
JR James Archiv: The Garden City Theory Plan

Mobilität
In Howards ursprünglichen Konzept sollten Gartenstädte immer direkt an Bahnstationen entstehen. Ausgehend von diesem „Hauptbahnhof“ sollte zusätzlich eine Ringbahn um die ganze Stadt führen. Durch die Ringform des Stadtgrundrisses waren alle öffentlichen Einrichtungen auf kurzen Wegen zu erreichen

Das KoDorf im Vergleich
Auf der Grundstückssuche haben wir nur wenige harte Auswahlkriterien. Die Nähe zu einem Bahnhof gehört aber auch bei uns dazu. Denn obwohl anders als zu Howards Zeiten private PKWs allgegenwärtig sind, ist uns aus ästhetischen und klimaethischen Gründen wichtig, das KoDorf möglichst autofrei zu gestalten und auch unsere Community möchte mehrheitlich ohne eigenes Auto auskommen. Es wird aber sicher Carsharing-Angebote geben. Zusätzlich sind Lastenräder vorgesehen. PKW-Stellplätze sind ausschließlich an ein, zwei Stellen am Rand des KoDorfs vorgesehen. Der Siedlungskern ist autofrei.

Leben und Arbeiten
Leben und Arbeiten war um 1900 räumlich einerseits stärker getrennt und andererseits näher beisammen als heutzutage. Räumlich getrennt war Arbeit in der Hinsicht, dass die Industrialisierung die bis dahin geltende Einheit aus Wohnort und Arbeitsort auflöste. Tausende zogen morgens in die Fabriken und abends wieder nach Hause. Andererseits war die Distanz zwischen Arbeits- und Wohnort nicht beliebig groß. In der Konzeption der Gartenstadt wurden diesem Umstand Rechnung getragen durch eine strikte Trennung zwischen schmutzigen Industrie- und sauberen Wohngebieten. Andererseits waren die Strecken zwischen Wohnen und Arbeiten durch die Ringbahn und den kreisförmigen Stadtgrundriss ohne lange Pendelzeiten zurückzulegen. In der Gartenstadt war eine breit gefächerte Infrastruktur vorgesehen. Es ging schließlich darum eine ganze Stadt, inklusive Rathaus, Industriegebieten und Kultureinrichtungen anzubieten.

Das KoDorf im Vergleich
Wir richten uns bei den Gemeinschaftsgebäuden einerseits nach den Bedürfnissen der Bewohner, andererseits nach den Gegebenheiten vor Ort. Gibt es beispielsweise keine Kita im Ort, würden wir eine bauen. Gibt es jedoch eine Kita, ist dem Ort häufig mehr damit geholfen, diese auch zu nutzen als ein konkurrierendes Angebot zu schaffen. Obligatorisch sind lediglich zwei Nutzungsarten: Der Coworkingspace und die Küche mit langer Tafel. Insbesondere am Beispiel des Coworking Spaces stellt den wohl größten Unterschied zwischen KoDorf und Gartenstadt dar. Er manifestiert die dramatische Veränderung in der Arbeitswelt, die sich zunehmend entmaterialisiert und von konkreten Arbeitsorten entkoppelt. Im KoDorf können Menschen für Arbeitgeber arbeiten, die tausende Kilometer entfernt sind. Auch dient körperliche Arbeit für die meisten Menschen im KoDorf nicht mehr primär dem Broterwerb, sondern als Ausgleich zur überwiegenden Kopfarbeit.

Kleinhäuser und bauliche Dichte
Ebenezer Howard wollte mit der Gartenstadt das Beste beider Welten — Stadt und Land — miteinander verbinden. Für die Gartenstadt ist bauliche Dichte daher kein notwendiges Übel (z.B. bedingt durch Platzmangel), sondern bewusst gewählte Voraussetzung für die angestrebte urbane Qualität. Das hatte kleine Parzellen mit ebenso kleinen Häusern zur Folge. Heute ist das Konzept dieser Kleinhäuser unter der Bezeichnung Tiny House wieder modern. Durch gut geplante Grundrisse und hohe bauliche Qualität, sowie den Zugang zum eigenen Garten, waren die Häuser für damalige Verhältnisse für Durchschnittsverdiener purer Luxus — wobei auf 70qm damals häufig nicht nur zwei, drei sondern fünf und mehr Personen in einem Haushalt lebten.

Image for post
Image for post
Lageplan für KoDorf Wiesenburg, agmm Architekten und Stadtplaner

Eine weitere Qualität der Gartenstadt besteht in der baulichen Varianz. Anders als in den Planstädten der Nachkriegszeit oder den heute gängigen Einfamilienhaussiedlungen, sollte keine durchnormierte Tristesse herrschen. Andererseits war Howard aber auch daran gelegen, dass der Individualität Grenzen gesetzt werden. Auf gestalterische Details ging er dabei kaum ein. In den tatsächlich gebauten Gartenstädten hatte sich bewährt mit verschiedenen standardisierten Modellen zu arbeiten, die einerseits Höfe und Quartiere umfassten, andererseits aber durch unterschiedliche Formen, Farben und Abständen von der Straße die Atmosphäre historisch gewachsener Dörfer aufgriff.

Image for post
Image for post

Das KoDorf im Vergleich
„Einheit in der Vielfalt“ nennt KoDorf-Mitgründer und Architekt Patric Meier den Gestaltungsgrundsatz im KoDorf. KoDörfer sind deutlich kleiner als Gartenstädte. Daher kommen sie auch mit weniger Modellen aus. Drei bis vier Haustypen bilden unterschiedliche Bedürfnisse ab und sorgen für ein abwechslungsreiches Ensemble. Bislang sind die Häuser freistehend in Wohnhöfen angeordnet, allerdings ohne wie bei Einfamilienhäusern mit jeweils eigenem umzäunten Garten. Terrassen mit Sichtschutz sowie die Bepflanzung sollen für Privatsphäre sorgen, ohne viel Fläche zu verbrauchen und damit die Dichte zu reduzieren. Ein Riegel von kleineren Reihenhäusern oder größeren WG-Häusern sind denkbar und würde Varianz und Wohndichte weiter erhöhen. Das Herz des KoDorfs schlägt zudem in den Gemeinschaftsgebäuden, die idealerweise Leerstand umnutzen und so an die Historie der jeweiligen Orte anknüpft (so geplant mit den beiden Sägewerken in Wiesenburg und Erndtebrück).


Die Gartenstadt-Bewegung darf als eine der wenigen erfolgreich umgesetzten Utopien gelten. Auch wenn sie nicht die Ausbreitung erfuhr, die sich Howard erhoffte: Über 100 Gartenstädte sind in der kurzen Zeit zwischen 1898 und dem Beginn des zweiten Weltkrieges entstanden und werden bis heute als Wohnquartiere mit hoher Lebensqualität geschätzt. Nach dem zweiten Weltkrieg ist unter dem Diktum der autogerechten Stadt vieles vergessen und bewusst geopfert worden, was wir dieser Tage wieder als Qualität erkennen. Die große Resonanz auf das KoDorf-Modell und ähnliche Ansätze, belegt, dass ein Umdenken erfolgt. Die Corona-Krise und der Klimawandel erhöhen den Bedarf nach neuen, gemeinschaftlichen und resilienteren Wohnformen nun zusätzlich. Kommunen, städtische Wohnbaugesellschaften, Genossenschaften und andere gemeinwohlorientierte Akteure haben damit die Chance und den Auftrag, mutig die Zukunft nachhaltiger Wohn- und Arbeitsorte zu gestalten. So gelingt im ländlichen Raum vielleicht, was in den meisten Großstädten nicht mehr vorstellbar ist: Eine Stadtplanung mit Mensch und Natur im Mittelpunkt.



Für Kontaktaufnahme bitte eine Mail an frederik.fischer@kodorf.de schreiben.

Welcome to a place where words matter. On Medium, smart voices and original ideas take center stage - with no ads in sight. Watch

Follow all the topics you care about, and we’ll deliver the best stories for you to your homepage and inbox. Explore

Get unlimited access to the best stories on Medium — and support writers while you’re at it. Just $5/month. Upgrade

Get the Medium app

A button that says 'Download on the App Store', and if clicked it will lead you to the iOS App store
A button that says 'Get it on, Google Play', and if clicked it will lead you to the Google Play store