Podcaster empfehlen Podcasts #1: Christian Bollert von detektor.fm

Für unsere neue Reihe auf piqd.de haben wir deutsche Podcaster nach ihren Empfehlungen gefragt. Den Anfang machte Christian Bollert von detektor.fm. In den nächsten Folgen kommen zu Wort: Yasemin Yüksel (Stimmenfang), Philip Banse (Lage der Nation) und Stefan Obersteller (Geldbildung). Wessen Empfehlungen interessieren euch noch?

Christian Bollert, Mitgründer und Geschäftsführer von detektor.fm

Deutsche Podcasts

  • In “Tod eines Stasi-Agenten” gehen eine dänische Journalistin und ein deutscher Kollege der Geschichte von Eckardt Nickol nach. Nickol war Stasi-Mitarbeiter und ist unter mysteriösen Umständen gestorben. Bis zum Schluss bleibt unklar, ob er ein hohes Tier des DDR-Geheimdienstes war oder einfach nur ein Hochstapler. Den Macherinnen und Machern dieses Podcasts gelingt es in sechs Teilen einen Spannungsbogen aufzubauen und immer Lust auf die nächste Folge zu machen. Es ist neben “Wer hat Burak erschossen” (RBB) oder “Der talentierte Mr. Vossen” (NDR) eine der wenigen konsequenten Podcast-Produktion aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk.
  • Das “Medienmagazin” mit Jörg Wagner von radioeins (RBB) ist eine gelungene Podcast-Anpassung einer klassischen Radiosendung. Fast jede Ausgabe hat einen Podcast-Bonus-Track und ich fühle mich als Podcast-Hörer wertgeschätzt. Jörg Wagner wahrt zudem eine wohltuend kritische Distanz zum öffentlich-rechtlichen System.
  • “Dittsche” ist natürlich kein klassischer Podcast. Aber hier wird für mich die Stärke des Mediums exemplarisch deutlich. Denn aus meiner Sicht sind die Dialoge und die absurden inhaltlichen Wendungen die eigentliche Stärke dieses Formats.

Englische Podcasts

  • “In the Dark” ist der Crime-Podcast der mich in den letzten Monaten am meisten gefesselt hat. Hier kann man hören, wie eine zeitgemäße Form der Podcast-Produktion mit einem gut ausgestatteten Budget aussehen kann.
  • Die “The New Yorker Radio Hour” ist ein sehr gutes Beispiel für die auditive Erweiterung einer bereits bestehenden Medienmarke. Aus meiner Sicht können viele deutsche Medienmarken von solchen Formaten aus den USA noch einiges lernen.
  • Der Klassiker “Hardtalk” von der BBC lebt von der inhaltlichen Auseinandersetzung und dem fast schon unvergleichlichen BBC-Stil. Allein die Tonspur ist hier so wertvoll und hörenswert, dass ich hier das Bild in der Regel gar nicht vermisse. Für alle Interviewer ein Muss.