Zwischen Information Overload und Email-Detox

Seit ein paar Tagen bin ich nun auch dabei und habe ein weiteres Profil ins Social Web gestellt. About.me scheint für Kommunikatoren gerade zur Pflicht zu avancieren. Weil es halt noch so ein praktisches Tool ist, welches individuelle Selbstdarstellung mit Informationen verbindet und by the way als stylisches mobiles Adressbuch für diejenigen fungiert, die die App auf ihr Smartphone heruntergeladen haben. Ganz praktisch ist es ja. Also gut. Und kaum ist mein Profil im Netz, wird es von Hunderten Mitgliedern angeschaut. Ich bekomme Komplimente (aha, das ist hier wohl sowas wie der Like-Button) und werde in Windeseile zu etlichen Listen hinzugefügt. Interessant. Diese Dynamik hätte noch vor 20 Jahren wohl niemand für möglich und vor allem für „normal“ gehalten.

Information Overload oder wie viel ist zuviel?

Diese Frage stelle ich mir dann und wann und sie scheint berechtigt angesichts der Abertausenden von Informationen, die wir täglich über die unterschiedlichsten Kanäle aufnehmen. Mal ganz abgesehen von der Zeit, die in die Kontaktpflege fließt. Wer im Social Web gut vernetzt ist, der liest, likt, teilt und kommentiert eben auch. Schließlich will man ja am Leben und Schaffen seiner Netzwerkpartner teilnehmen. Und wenn der xte neue Kanal als „DER heiße Scheiß“ in der Netz- und Kommunikationsgemeinde gehypt wird, bin ich doch ab und an ganz froh, dass mein senioriges Smartphone nicht mehr jede App darstellen kann. Ständig meinen Aufenthaltsort mit der Netzgemeinde teilen und Fotos in Echtzeit durchs Web schicken — es gibt Trends, die lasse ich ganz bewusst mal aus.

Email-Detox — die elektronische Entgiftung mit Genuss

Und so habe ich vor ein paar Wochen ein Experiment gestartet. Email-Detox. Informations-Entgiftung am Wochenende. Nein, ich bin nicht immer und überall zu jeder Zeit und an jedem Ort erreichbar. Und nein, ich reagiere auch nicht binnen Minuten auf jedes Kontaktansinnen von außen — völlig unabhängig davon, wo ich mich gerade befinde und was ich gerade tue. Von Freitagnachmittag bis Montag früh lasse ich sämtliche Email-Accounts unberührt. Ergebnis: einige Leute reagieren verärgert, wenn sie bis Montag früh darauf warten müssen, dass ich ihre Mail vom späten Freitagnachmittag beantworte. Meine Erkenntnis: die allerwenigsten Dinge sind derartig dringend und wichtig, dass sie einer unverzüglichen Bearbeitung selbst am Wochenende bedürfen bzw. diese rechtfertigen. Das Beste aber: ich habe Zeit gewonnen, um konzentriert an Dingen zu arbeiten, die ich gern erledigt wissen will. Ich glaube, dieses Detox-Programm behalte ich länger als 21 Tage bei.

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