4 Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Versand

Gastbeitrag von parcelLab

Das Thema Nachhaltigkeit ist für viele Privatpersonen immer wichtiger. Auch beim Einkaufen achten sie zunehmend auf klimafreundliche Aspekte. Zeit für Onlinehändler sich dem Trend anzupassen.

Klimaschutz und Onlinehandel — klingt wie ein schlechter Scherz! Vielen Onlinehändler ist es aber ein großes Anliegen ihre Geschäftsprozesse zunehmend nachhaltig zu gestalten. Deshalb setzen auch immer mehr Webshops auf nachhaltigen Versand — und können damit bei ihren Kunden punkten.

Kunden wollen mehr Nachhaltigkeit im Versand

Kunden werden immer anspruchsvoller, wenn es um das Thema Nachhaltigkeit geht. Zusätzlich sind sie aufgeklärter und selbstkritischer denn je — vor allem im Hinblick auf ihren eigenen Konsum. Die Konsumentengruppe, die ihre Kaufentscheidung gezielt aufgrund grüner Aspekte trifft, wächst immer weiter. Laut einer Umfrage bevorzugen bereits 57 Prozent der Konsumenten nachhaltige Modehändler.

Man sieht also: Das Thema Nachhaltigkeit ist für viele Menschen mittlerweile ein wichtiger Bestandteil ihres Kaufverhaltens geworden. Nun liegt es an den Onlinehändlern, den Bedürfnissen ihrer Kunden nachzukommen und ihren Fokus zunehmend auf nachhaltiges Handeln zu legen. Dabei ist der Versand der Schlüssel zur Nachhaltigkeit im E-Commerce. Aber wie genau soll das funktionieren?

So klappt Nachhaltigkeit im Versand

Es gibt einige Möglichkeiten, die Onlinehändler nutzen können, um Nachhaltigkeit in ihrer Unternehmenskultur zu verankern. Hier sind die 4 wichtigsten Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Versand.

1. Nachhaltige Verpackungen verwenden

Die Einsparung von überflüssigem Verpackungsmaterial wäre ein erster Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. Zusätzlich sollten Onlinehändler zunehmend gebrauchte Verpackungen und wiederverwertbare Materialien nutzen. Durch die Einführung der neuen Verpackungsverordnung Anfang des Jahres sollen die Recycling-Quoten für spezielle Materialien, wie z.B. Metalle, Glas sowie Papier, zusätzlich erhöht werden.

Bestellt ein Kunde mehrere Artikel, sollten diese, soweit es möglich ist, in einer oder wenigen Sendungen zusammengefasst werden. Viele kleine Sendungen erhöhen das Verpackungsaufkommen.

Leider sind Mehrweg-Verpackungen im Onlinehandel noch eine Seltenheit. Oft lassen sich Rücksendungen außerdem nicht in der ursprünglichen Verpackung verschicken. Diese muss dann entsorgt und eine neue Verpackung für den Versand verwendet werden.

Unnötige Verpackungsmaterialien sollten auf alle Fälle vermieden werden. Oft verfügen Onlinehändler nur über eine Standardgröße bei ihren Verpackungen. Onlinehändler müssen den restlichen Platz mit Füllmaterial auffüllen. Nachhaltigkeit: Fehlanzeige!

2. Alternative Zustellmethoden wählen

Alternative Zustellmethoden, wie z.B. E-Bikes oder Zustellroboter, können den Versand im E-Commerce modernisieren. Laut einer Umfrage von idealo finden 48 Prozent der Befragten, dass die Lieferung an eine Abholstation sehr sinnvoll ist und sie diese nutzen würden. 46 Prozent stehen der Abholung einer Bestellung im Ladengeschäft positiv gegenüber.

Außerdem können Mikro-Depots zusätzlich für die letzte Meile in Einsatz kommen.

Mikro Depots sind Container, abgestellte Liefertransporter oder Immobilien, von denen aus Pakete durch Lastenfahrräder oder zu Fuß zum Empfänger transportiert werden.

Mikro-Depots ermöglichen eine möglichst emissionsfreie Lieferung ohne jegliche Störung. Zusätzlich sind Lastenfährrader bei erhöhtem Verkehrsaufkommen praktischer als große Lieferwagen.

3. Durch automatisierte Nachrichten kommunizieren

Wer es bis jetzt noch nicht getan hat, sollte schleunigst auf automatisierte Kundenkommunikation umsteigen. Unnötige Benachrichtigungszettel oder gedruckte Rechnungen sollten bald der Vergangenheit angehören. In Zeiten der Digitalisierung können alle wichtigen Informationen einfach und schnell über elektronische Nachrichten versendet werden.

Aber ist das wirklich so persönlich wie ein ausgedruckter, personalisierter Brief? Die Antwort lautet ganz klar: Ja! Aus elektronischen Versandnachrichten kann so einiges herausgeholt werden. Langweilige Standardnachrichten müssen nicht sein. Versandkommunikation kann individuell und proaktiv auf den Kunden zugeschnitten werden. Mit individuellen Versandnachrichten erzielen Onlinehändler Öffnungsraten von 70 Prozent und Klickraten von bis zu 30 Prozent.

Automatisierte Versandnachrichten können unnötigen Müll vermeiden. (Quelle: parcelLab)

4. Umweltschonenden Rückversand einführen

Jährlich werden etwa 286 Millionen Rücksendungen im Onlinehandel verzeichnet. Ein großes Problem — vor allem für die Umwelt.

Die Höhe der jährlichen Retouren im E-Commerce ist enorm. (Quelle: parcelLab)

Ein erster Schritt, der den Rückversand von Waren minimieren würde, ist die Einführung von Rücksendekosten. Kostenloser Versand erhöht die Bereitschaft der Kunden für Mehrbestellungen und führt zu unnötigen Rücksendungen. Bei Einführung von Rücksendekosten für den Kunden ist die Hemmschwelle für unnötiges Onlineshopping und Mehrbestellungen höher.

Eine weitere Möglichkeit die Rücksendungen zu senken, liegt im Einsatz alternativer Abholmethoden für Rücksendungen. Rücksendungen können z.B. ausschließlich durch Fahrradkuriere abgeholt und zum Lager des Onlinehändlers oder einer zentralen Sammelstelle transportiert werden.

Vorteile von mehr Nachhaltigkeit im Onlinehandel

Mehr Nachhaltigkeit bringt Onlinehändlern eine Menge an Vorteilen, die diesen auch langfristig zugutekommen.

1. Verbessert das Image des Unternehmens

Nachhaltige Unternehmen wirken positiv auf Kunden. Außerdem trägt eine nachhaltige Unternehmensführung zu einem verbesserten Employer Branding bei. Mitarbeiter identifizieren sich gerne mit Unternehmen, die ihre Werte vertreten.

2. Sparen durch Nachhaltigkeit

Wer z.B. seine Kunden- und Versandkommunikation digitalisiert, spart so einiges. Versandmaterial, Portokosten und vieles mehr — muss nicht sein! Das tut nicht nur der Umwelt gut, sondern beugt auch Verärgerung über zu viel Papiermüll beim Kunden vor.

3. Mehr Kundenzufriedenheit und -bindung

Kunden kaufen gerne bei den Onlineshops ein, die ihre Werte und Vorstellungen vertreten. Vertraut der Kunde dem Onlinehändler, wird er in Zukunft auch wieder bei ihm bestellen. Zusätzlich werden zufriedene Kunden den Onlineshop ihren Freunden weiterempfehlen. Das stärkt zum einen die Kundenbindung und sorgt zum anderen für Neukunden.

Fazit

Nachhaltigkeit wird in der heutigen Zeit immer wichtiger — vor allem für den Kunden. Bewusster Konsum ist ein wichtiger Faktor beim Shoppen und entscheidend bei der Kaufentscheidung. Der erste Schritt zu mehr Nachhaltigkeit liegt im Versand. Dort sollte ein Umschwung stattfinden. Ob durch die Reduzierung von Verpackungsmaterial, die Wahl alternativer Versandmethoden oder die Digitalisierung der Versandkommunikation — Potenzial ist auf jeden Fall vorhanden. Sicher ist: Jeder Onlinehändler sollte sich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen (falls er das nicht bereits getan hat).

Über die Autorin

Corinna ist Content & Social Media Managerin bei parcelLab und eine passionierte Onlineshopperin. Sie ist ständig auf der Suche nach interessanten E-Commerce-Trends und -Themen für den Blog sowie Social Media. parcelLab sorgt für die perfekte Kommunikation zwischen Händlern und ihren Kunden von der Bestellung über den Versand bis zur Retoure — unabhängig vom Logistikdienstleister.