Die Andromeda Galaxie im Infraroten

Die Aufnahme der Andromeda-Galaxie im Infraroten durch das Weltraumteleskop WISE (Wide-Field Infrared Survey Explorer) zeigt deutlich die Spiralstruktur der Galaxie.
Die Spiralarme entstehen durch Dichtewellen innerhalb der galaktischen Scheibe. Im Infraroten erscheinen die dort dominierenden, sehr massereichen, heißen jungen Sterne rötlich. Sie entstehen in den sogenannten HII-Regionen durch den Schwerkraftkollaps einzelner kleinerer Gas-und Staubwolken. HII Regionen enthalten ionisierten Wasserstoff, HI Regionen dagegen nichtionisierten, elektrisch neutalen Wasserstoff.
Mit der Zeit driften die neugebildeten Sterne von ihren Geburtsstätten weg und verteilen sich über die galaktische Schweibe. Die massereichen Sterne der Spektralklassen haben nur eine kurze Lebensdauer, da ihre hohe Eigenschwerkraft die Kernfusion im Sterninneren stark anfacht, so daß sie ihren Kernbrennstoff schnell verbrauchen. Sie schaffen es daher kaum aus den Spiralarmen heraus. Deshalb enthalten die Spiralarme einen so hohen Anteil junger, massereicher Sterne. Die meisten Sterne der Galaxie sind allerdings älter und masseärmer und leuchten wesentlich schwächer. Ihr Leben währt dementsprechend länger. Man findet sie daher überwiegend in den Regionen zwischen den Spiralarmen. Diese älteren Sterne erscheinen im Infraroten blau.
Jens Christian Heuer