Digitaler Wandel — Goodbye Frauenquote?

Frauen als Gewinner der Digitalisierung?

Die Digitalisierung aller Wirtschaftsbereiche verändert die Arbeitswelt und ihre Anforderungen dramatisch. Profitieren werden besonders weibliche Fach- und Führungskräfte.

Männer denken oft technisch, Frauen eher empathisch

Meist sind es die Männer, die den Ton bei der Beschaffung von neuer, digitaler Technologie angeben. Penibel werden lange Feature-Listen studiert, Vor- und Nachteile von Produkten ausgewertet. Und bei der Installation und Vernetzung von WLAN, Notebook, Fernseher und Co., kommen Männer erst so richtig in Fahrt. 
Frauen dagegen haben meist völlig andere Kriterien, wie sie technische Produkte auswählen. Sie handeln eher empathischer — stärker auf praktischen Nutzen, sowie ihr soziales Umfeld bezogen. Und genau diese Auswahlkriterien sind es, die für die Entscheidungsfindung der richtigen digitalen Produkte und Lösungen von höchster Bedeutung sind!

Digitalisierung ist zu allererst ein menschliches Thema

Die digitale Transformation, wie der Trend zur Digitalisierung sämtlicher Lebensbereiche genannt wird, ist vor allem ein menschliches Thema. Sie gelingt nur, wenn Menschen einen spürbaren Nutzen von ihr haben, Technologien leicht anwendbar sind und letztlich in Summe zu einem angenehmeren, vielleicht sogar glücklicheren Leben führen. Dieser Mehrwert wird von community-orientierten Kommunikationsformen befördert, und dies ist tendenziell eindeutig eine Domäne der Frauen.

Nicht das schnellste, beste und größte Smartphone ist entscheidend! Es ist vielmehr die Eigenschaft einer möglichst harmonischen und unkomplizierten Nutzung — ganz besonders im Zusammenspiel mit anderen Geräten und Menschen. Interdisziplinäre, agile Kommunikationsformen, nicht einzelne Produkte, sind in einem vernetzten Zeitalter der Schlüssel zum Erfolg.

Im Business ist Kooperation und Vernetzung eine unverzichtbare Schlüsselkompetenz

Dass der durch die Digitalisierung entstehende Gesellschaftswandel Frauen in quasi allen Wirtschaftsbereichen Vorteile bringen könnte, haben bereits viele Sozialwissenschaftler erkannt. Denn nicht nur die Gesellschaft, sondern auch die gesamte Wirtschaft ist aufgrund der digitalen Revolution mitten in einem gigantischen Transformationsprozess. Eine Aufbruchsstimmung die weg von einsamen, egomanen Entscheider-Silos und hin zu einer Kultur von teamorientierten, kooperativen und vernetzten Strukturen führt. 
Beispiel Entwicklungs- und Organisationseinheiten: Hier herrscht heute noch vielfach eine männerdominierte, fast patriarchische Kultur. Stärker geschlechtsgemischte Teams können diesen nicht nur eine spannendere Arbeitsatmosphäre einhauchen, sondern auch entscheidende Akzente in punkto Kooperation und Vernetzung setzen. Ein Effekt, von dem alle profitieren — gleichsam Männer und Frauen.
Digitalisierung, soll sie gelingen, geht daher auch stets mit einem kulturellen Wandel einher!

Die Arbeitswelt demokratisiert sich — Frauenquote ade?

Zusammen mit den fortschreitenden technischen Möglichkeiten, die in vielen Branchen bereits heute zu zeit- und ortsunabhängiger Arbeit, sowie zu flexiblen, familiengerechteren Arbeitsmodellen geführt hat, bewirkt der Wandel eine zunehmende Demokratisierung des Arbeitsmarktes — eine bessere Teilhabe für alle Menschen. Staatlich notwendige Eingriffe, wie beispielsweise einer Frauenquote für bestimmte Branchen oder Funktionen, werden zukünftig hoffentlich der Vergangenheit angehören — theoretisch jedenfalls. Denn: Die Evolution hat uns über Jahrhunderte bestimmte Rollenbilder antrainiert, die sehr tief in uns verankert sind. Das gilt für Frauen und Männer gleichermaßen. Diese Bilder verschwinden nicht einfach über Nacht, nur weil technischer Fortschritt und gesellschaftlicher Wandel dieses einfordern. 
Vielmehr bedarf es Zeit und Einsicht. Und wer weiß: Eventuell benötigen wir eines Tages sogar eine Männerquote … oder besser noch, ohne in Männer- und Frauenklischees zu verfallen: 
Eine Resozialisierungsquote für unverbesserliche Patriarchen, die Kooperation mit mangelndem Durchsetzungsvermögen, Diplomatie mit Entscheidungsschwäche und Teilhabe mit einer marxistisch-leninistischen Idee verwechseln.

Nichts ist spannender als Zukunft!