Generation: Undankbar

Wir haben Zugriff auf alles, und zwar immer, von überall und fast ohne Verzögerung. Wir haben einen Lebensstandard, welcher noch nie so hoch war wie jetzt. Und doch sehe ich so viele von uns “Millenials” ständig nur am meckern und nörgeln.
Mit welchem Recht beschweren sich diese Menschen denn bitte?
Noch nie war die Selbstbestimmung so hoch, noch nie war das Sprichwort “Jeder ist seines Glückes Schmied” so wahr und trotzdem wird nur gemotzt und bemängelt, was alles so schlecht sei.
Dank des Internets kann jeder sich ausleben, kreativ sein, schreiben, zeichnen, Videos produzieren und uns stehen alle Informationen zu jedem Thema, dass man sich nur vorstellen kann, zur Verfügung. Jeder kann seinen Blog starten, sein Artwork hochladen, Bücher schreiben und als E-Books veröffentlichen, Videos auf YouTube hochladen. Jeder kann so gut wie jeden Film gucken, jede Serie “bingen”, jede Dokumentation oder jedes Seminar online aufholen. Uns sind heutzutage alle Mittel gegeben um unser Leben so zu gestalten, wie wir es uns vorstellen.
Die Generation Y ist aus meiner Sicht gleichzeitig eine undankbare Generation, welcher es in vielen Hinsichten vielleicht einfach zu gut geht. 18 Jährige Mädels beschweren sich am Flughafen über die 30-minütige Verspätung ihrer Maschine in Richtung 5* Sommerurlaub am Meer, 22 Jährige Studenten wissen nicht, wie sie neben der Uni noch ein paar Stunden arbeiten gehen sollen, um sich etwas dazu zu verdienen.
Lange Zeit war ich auch so. Ich führe das auf mangelnde Selbstreflexion und nicht in Betracht ziehen von Menschen mit echten Problemen zurück. Oft stören mich Dinge, doch schnell setzte ich diese in Relation und merke: Das sind keine echten Probleme, dass ist “Leid” auf allerhöchstem Niveau. Und schon lasse ich die “Last” fallen und realisiere, dass ich nicht das Recht dazu besitze, mich wegen besagter Kleinigkeit zu beschweren.
Jüngst noch versprach mir meine Stiefmutter, dass ihre Schwester mir einen Laptop aus den USA mitbringen würde, da ich dort Einiges weniger bezahlen musste. Als dies jedoch nicht klappte hatte meine Stiefmutter sofort ein schlechtes Gewissen und erwartete, dass ich gekränkt oder gar sauer sei. Wenngleich ich nicht glücklich war, so akzeptierte ich die Umstände jedoch sofort und fing an, nach einer anderen Option zu suchen.
Sollte ich etwa sauer darüber sein, dass mir kein $1400 Ultrabook mitgebracht wird?
In Anbetracht von echten Problemen wie dem täglichen Kampf um etwas zu Essen, Verluste von Familienangehörigen und den Tot von unschuldigen Menschen durch Terror habe ich unmöglich die Frechheit, mich über so etwas zu beschweren. Stattdessen bin ich dankbar für die Situation, in die ich letztendlich hineingeboren wurde und für mein bisher relativ unbeschwertes Leben in Relation zu vielen Anderen, die traumatischste Erfahrungen machen mussten.
Natürlich bin ich auch in dieser Hinsicht weit weg vom Optimalfall. Ich erwische mich teilweise noch immer dabei mich zu fragen, warum XYZ ausgerechnet mir passieren muss oder ähnliches.
Trotzdem bin ich auf dem Weg der Besserung und Dankbarkeit. Ich lerne mehr und mehr zu schätzen was ich bekommen habe und was ich mir erarbeitet habe. Mir geht es verdammt gut, und mich über unbedeutende Dinge zu echauffieren ist mir mittlerweile nicht nur unangenehm, sondern schlichtweg peinlich.
Ich hoffe, dass sich mehr Menschen meiner Generation auf diesen Weg machen und nicht gänzlich verweichlicht und ohne jegliche Toleranz für Stress aufwachsen.
