Netflix Geheimtipp #1: The Invisible Guest

Quelle: http://iconsoffright.com/2016/09/23/fantastic-fest-review-the-invisible-guest/

Willkommen zu meiner neuen Serie hier auf Medium. Als großer Filmfan habe ich mich dazu entschlossen, diese kleine Reihe auf den Weg zu bringen.

Immer mal wieder wird ein recht unbekannter Film von Netflix beworben, für kurze Zeit schmückt er die Startseite des aufmerksamen Cineasten und anschließend verschwindet er irgendwo in den unergründlichen Tiefen der Film- und Seriendatenbank. Meist für immer.

Ab und an sind diese Filme jedoch wahre Geheimtipps, wie im heutigen Fall “The Invisible Guest” von Oriol Paulo, bekannt von “Julia’s Eyes” und “The Body” (Letzterer übrigens auch ein heißer Tipp von mir!).

In diesem düsteren, spanischen Thriller geht es um den erfolgreichen Unternehmer Adrian Doria (Mario Casas), welcher binnen 3h verhindern muss, wegen eines mutmaßlichen Morddeliktes an einer Frau ins Gefängnis zu wandern. Dazu trifft er sich mit einer Top Anwältin names Virginia Goodman (Ana Wagener) in seinem Stadt Apartment. Diese befragt ihn detailliert zu den Ereignissen, um sich ein möglichst präzises Bild der Situation machen und Doria optimal verteidigen zu können. In diesem Zuge entpuppt sich jedoch eine finstere Vorgeschichte, welche plötzlich einen überraschenden Einfluss auf den Prozess zu nehmen scheint.

Ich weiß: Hört sich im ersten Moment vielleicht etwas nichtssagend an, entwickelt aber dank der Erzählweise, bei der in der Zeit zurückgegangen wird anstatt die Geschichte von Beginn an zu starten, eine Spannung und eigenwillige Dynamik, bei welcher man nie sicher ist, ob man nun auf der richtigen Fährte ist.

Langsam aber sicher entfaltet sich ein immer klarer werdendes Bild der Geschehnisse, was jedoch stets von unvorhersehbaren Wendungen wieder über den Haufen geworfen wird.

Die düstere Atmosphäre und das dunkle Colorgrading spielt der immer dramatischer werdenden Handlung zusätzlich in die Hand. Es entsteht eine kühle, bedrückende Stimmung, bei der man nicht weiß, wem man glauben kann und wem nicht.

Bis zuletzt wird der Zuschauer im Dunklen gelassen und rätselt vor sich hin. Das mag ich besonders gerne, da viele US-Produktionen heutzutage absolut vorhersehbar sind und man nach ca. 15 Minuten bereits weiß, wie der Film sich auflösen wird.

Schauspielerisch steht der Film nur wenigen aktuellen Hollywoodproduktionen hinterher, die Charaktere sind wohl gerundet und in sich schlüssig. Die Handlungsstränge sind nachvollziehbar und das Skript gut geschrieben, wenngleich es etwas an der deutschen Übersetzung hapert.

Eine voller Überraschungen steckende Story mit interessanten Schauplätzen, toller Stimmung und überzeugenden Charakteren lassen mich diesen Film nur zu gut für einen düsteren Sonntag Abend auf der Couch empfehlen. Mein persönliches Rating hier: 7,5/10


Über Feedback wie beispielsweise einen “Klatscher” würde ich mich sehr freuen, gerne könnt ihr mir auch eure Meinung zu dem Streifen unten in den Kommentaren schildern! Mich würde interessieren, ob ihr den Film auch so gut fandet wie ich.