Die ganze Geschichte hinter dem Marshmallow-Experiment
Bastian Wilkat
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Lieber Herr Wilkat, hier kann die Geschichte ja unmöglich zu Ende sein, denn die Frage ist ja nun: haben die Kinder, die zu einer der beiden Gruppen gehören (Verlässlicher Erwachsener/Unzuverlässiger Erwachsener) sich untereinander bezüglich Lebenserfolg und Selbstdisziplin unterschieden, je nachdem, ob sie den Marshmallow aßen oder nicht?

Im Wesentlich gibt es ja nun einfach vier Gruppen (VS, VE, US, UE), wobei V einen verlässlichen, U einen unzuverlässigen Erwachsenen kennzeichnet und S jeweils für Selbstdisziplin und E für Essen steht. Ein Kind in Gruppe US hat also einen unzuverlässigen Erwachsenen erlebt und danach trotzdem auf das zweite Marshmallow gewartet, ein Kind in der Gruppe VE hat einen zuverlässigen Erwachsenen erlebt und das Marshmallow gegessen. Natürlich hat die Gruppe US+UE insgesamt einen höheren Anteil von Essern, das heißt aber nicht, dass nicht trotzdem die Kinder der Gruppe US unter Umständen mehr Lebenserfolg zeigen als die UE-ler (gemessen an Beruf, BMI, etc — ob das nun wieder valide ist, ist eine andere Frage).

Solange es innerhalb der V/U-Gruppen immer noch einen Zusammenhang zwischen Lebenserfolg und Selbstdisziplin gibt, ist der “Marshmallow-Effekt” nicht gefährdet.

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