Gibt es ein Grundrecht auf ein besseres Leben?

Was ein gutes Leben in Europa mit einem schlechten Leben in Afrika zu tun hat

Am letzten Montag Abend passierte in unserem Wohnzimmer etwas Ungewöhnliches: der Fernseher lief im Hintergrund und einmal hörte ich Begriffe wie Klimawandel, Flucht, Ursachen, Rohstoffe. Im Fernsehen lief die Sendung Hart aber Fair, die ich wegen ihrer passiv-aggressiven Diskussionsweise eigentlich nicht sehe. Aber diesmal fand ich das Thema und einige der Gäste überraschend interessant:

Zäune statt Hilfe — sind wir selbst Schuld an der nächsten Flüchtlingswelle?

Es diskutierten ein engagierter Elias Bierdel (borderline-europe), ein blasser Norbert Röttgen (CDU), ein schwer zu ertragender Pétér Györkös (ungarischer Botschafter), eine emphatische Shafagh Laghai (ARD Afrikakorrespondentin) und ein tatkräftiger Neven Subotic (Bundesligaprofia, der Entwicklungsprojekte in Afrika leitet).

In der Diskussion wurden viele Punkte angesprochen: Fehler der Politik und Fehler Merkels, neue und alte Freihandelsabkommen, europäische Grenzsicherung, korrupte afrikanische Eliten etc.

Besonders spannend fand ich den Teil der Diskussion in dem der Journalist Elias Bierdel sagte, dass der Kern des (Flüchtlings-) Problems der Klimawandel ist. Er führte aus, dass sich zur Zeit die Lage am Tschadsee zuspitzt und Menschen zur Flucht zwingt, da die anhaltende Dürre den Menschen die Lebensgrundlage nimmt.

Und wer hat den Klimawandel zu verantworten, fragte Bierdel in die Runde? Und gab selbst die Antwort: die Industrienationen mit ihren CO2 Emissionen. Norbert Röttgen stimmte zu, dass Klimawandel eine Fluchtursache ist und über Maßnahmen nachgedacht werden muss. Bierdel konterte, dass er (Röttgen) es in seiner Zeit als Umweltminister versäumt habe, nachhaltige Veränderungen auf den Weg zu bringen.

Die ARD Korrespondentin Laghai mahnt an, dass afrikanische Länder endlich die Chance haben müssen sich wirtschaftlich zu entwicklen.

Der ungarische Botschafter Pétér Györkös fiel mir durch zwei Aussagen besonders auf. Zum einen sagte er, dass Grenzschutz keine schöne Angelegenheit ist: ’Mit Blumen und Plüschtieren machen Sie das nicht.’ Da hat er leider recht.

Etwas später formulierte er den Satz: Es gibt kein Grundrecht auf ein besseres Leben. Laghai erwiderte darauf, wie ich finde zu Recht, dass unser besseres Leben in Europa etwas mit dem schlechten Leben in Afrika zu tun hat. Wenn man das nicht begreift, dann wird sich nichts ändern, stellte Frau Laghai fest. Was sie damit meint ist, dass wir mit unserem Konsum auf Kosten der rohstoffreichen afrikanischen Länder leben. Menschen in Afrika sehen, wie wir in Europa leben und wie wenig sich die Situation bei ihnen zu Hause verbessert. Auch wenn es Menschen nicht leicht fällt ihre Familien zurück zu lassen, sehen viele keine andere Option als die Flucht nach Europa zu wagen und so die Familie voran zu bringen.

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