Livestream LiteraturCamp Heidelberg

Es ist schon wieder ein paar Jahre her, dass ich in eine Diskussion geraten bin, ob Livestreams von BarCamps sinnvoll, schädlich, gut oder böse sind. Ich will die ganze Diskussion nicht mehr ausgraben. Es gab da Blogposts zu, wir hatten ‘nen Google-Hangout mit sechs oder acht Leuten und ich stehe immer noch zu meiner Meinung:
Livestreams sind für nahezu alle Events, auch BarCamps, ein Mehrwert, wenn man sie richtig nutzt. Aus diversen Gründen zu Hause gebliebene können wenigstens einen kleinen Teil der Veranstaltung miterleben. Menschen können sich informieren, was sie auf der Veranstaltung erwartet und sind das nächste Mal persönlich dabei. Und Talks, die man vielleicht für besonders wichtig erachtet, können aufgezeichnet werden und stehen so auch über das Event hinaus zum Anschauen zur Verfügung.

Leider hat es aus beruflichen Gründen in den letzten zwei Jahren nicht geklappt, beim BarCamp Rhein-Main mit Kamera und Bildmischung dabei zu sein. Die Jahre 2013 und 2014 habe ich dort gestreamt und aufgezeichnet. Die Videos haben teilweise fünfstellige Abrufzahlen auf YouTube und ich hätte wirklich Lust gehabt, das noch mal zu machen.

Umso mehr habe ich mich dann über die Anfrage seitens des LiteraturCamp Heidelberg gefreut. Julia Schönborn hat mich an Susanne Kasper aus dem Orga-Team vermittelt und wir sind uns recht schnell einig geworden. Ich wollte das gerne machen und wir haben das mit der Bezahlung so regeln können, dass auf jeden Fall alle meine Kosten gedeckt waren.

Der Stream wurde im Vorfeld seitens der Veranstalter schon ordentlich angekündigt und ich habe auch direkt ein paar Vorschusslorbeeren abbekommen:

Vor Ort lief dann alles, wie ich mir das für eine Stream-Umsetzung so eines Community-Events nur wünschen kann: die Veranstalter präsentieren den Link und die Community teilt das direkt mit allen “da draussen”.

Abfotografieren ist eine Methode:

Abschreiben und einen klickbaren Link mitliefern, die andere:

Es gilt auch und gerade bei so einem Livestream “Sharing is Caring”. Und das wurde das gesamte Wochenende durchgehalten.

Ich selbst habe auch fleißig getwittert und in Tweetdeck Suchspalten zu #litcamp17 und “#litcamp17 livestream” offen gehabt, um Suchende auf den Stream hinzuweisen:

Ein Teil der Vortragenden hat ebenfalls auf Twitter den Stream ihrer eigenen Session beworben:

Und man konnte ja auch während der Session noch Bescheid geben, dass jetzt SOFORT der Livestream eingeschaltet werden muss:

Dass das Stream-Angebot von den Teilnehmern vor Ort angenommen und weiter verteilt wird, ist keine Selbstverständlichkeit und hat mich echt gefreut. Es hat auch was gebracht: während wir am Samstag an die 30 Zuschauer im Stream hatten, waren es am Sonntag bis zu 55. Das sind für ein solches Veranstaltungsformat mit klarem Themenschwerpunkt wirklich gute Zahlen und in den übertragenen Sessions hat das die Teilnehmerzahl verdoppelt bis verdreifacht.

Es gab eine Menge positives Feedback von den Stream-Zuschauern und wir haben auch die ein oder andere Frage und Rückmeldung von Twitter in die Diskussion vor Ort einfließen lassen.

Ich bin sehr zufrieden. Ich habe wieder BarCamp-Luft geschnuppert, eine komplett andere Klientel an Leuten erlebt als in meinem IT-lastigen Umfeld in Frankfurt, an spannenden Sessions teilgenommen (wobei ich natürlich auf den Streaming-Raum beschränkt war), super leckeres veganes Essen probieren dürfen und insgesamt sehr viel Spaß gehabt.

Das #LitCamp18 ist für mich jedenfalls gesetzt!

Abschließend gibt es dann noch eine Frage zu klären:

Die Antwort lautet ja und ich hoffe, dass ich die Videos diese Woche noch geschnitten bekomme. Versprechen möchte ich jetzt nichts, aber die Sessions laufen euch nicht weg.

[Update] Die Videos sind inzwischen fertig geschnitten und allesamt im YouTube-Kanal des LiteraturCamps verfügbar.