Minimalismus – Eine individuelle Erläuterung

Irgendwie ist es ja mittlerweile recht bekannt geworden, man könnte vielleicht sogar sagen, es habe sich ein richtiger Trend entwickelt. Minimalismus heißt er und flutet regelrecht Seiten von Youtube und aus der Bloggerwelt. Wie das kommt kann Ich mir auch nicht erklären. Warum diverse Trends entstehen und wieder verschwinden, lässt sich ja ohnehin nur selten hinterfragen. Aus diesem Grund möchte Ich euch hiermit näher bringen, wie Ich zum Minimalismus gekommen bin und was es überhaupt für mich bedeutet.

Meine ganze Kindheit und den Beginn meiner Jugend habe ich eigentlich immer recht viele Dinge zum Spielen oder Beschäftigen besessen. Warum auch nicht, Ich habe ja schließlich ein großes Kinderzimmer gehabt und dies musste auch gefüllt werden. So haben sich also erst Legosteine und Micky Maus Hefte, später dann eher Computerspiele und Musikinstrumente angehäuft. Wirklich Gedanken habe Ich mir über meine Dinge nie gemacht, wer tut das auch schon?

Ich muss allerdings dazu sagen, dass Ich insofern einen Tick habe, dass Ich mit mir selbst immer recht unzufrieden oder eher gesagt selbstkritisch bin, wodurch Ich mich selbst schon seit meiner Kindheit als überaus ordentlich und pingelig zu bezeichnen vermag. Jede Sache hatte seinen Platz in einem Schrank. Aber vorhandener Platz ist logischerweise begrenzt und hat mich daher früher oder später zum Nachdenken gebracht. Wieso habe Ich eigentlich so viele DInge? Brauche Ich wirklich 20 Spiele für meinen Nintendo, wovon die Hälfte ohnehin nur einstaubt?

Damit begann Ich meine gesamten Besitztümer nach und nach durch zu sortieren und Dinge, die Ich nicht mehr benötigen würde, auf einem Flohmarkt oder In einem Kleinanzeigenportal zum Verkauf anzubieten. Mein Besitztum wurde damit immer kleiner und mein Bankkonto immer voller. Hat also lauter Vorteile mit sich gebracht, wodurch es so immer weiter ging. Meine Eltern haben schon immer Witze gerissen, dass Ich wahrscheinlich irgendwann auch noch sie verkaufen würde, da Ich ja sonst nichts mehr besäße. Das war natürlich überspitzt dargestellt. Ich habe durch diese Art von Entrümpelung, welche übrigens noch immer anhält, mein Leben insofern organisiert bekommen, dass Ich mich ausschließlich auf wichtiges konzentriere und keine Zeit mit unnützem Kram verschwende. Ich habe bestimmt Hobbys, welche bestimmte Dinge verlangen. Als Beispiel sei da unter anderem die Fotografie und Kameraequipment zu nennen. Es lässt sich einfach in gewisser Weise sorgenfreier Leben, wenn man so gut wie keine materiellen Habgüter besitzt, die einen belasten. Mittlerweile habe Ich mich natürlich sehr breit gefächert über den Trend Minimalismus informiert und mir ein fundamentales Wissen angeeignet.

Manche Menschen setzen Minimalismus zum Beispiel daran fest, weniger als 100 Dinge zu besitzen oder jeden Tag nach der Arbeit in eine weiße, fast schon sterile Wohnung heimzukehren, wo nichts rumsteht, was irgendwie den Anschein erwecken könnte, überflüssig zu sein.

Für mich hingegen bedeutet Minimalismus insofern sorgenfrei zu Leben, dass man sich von nichts materiellem oder meinetwegen auch digitalem einschränken oder regelrecht erdrücken zu lassen. Ich besitze genau das, was Ich benötige um angenehm und sorgenfrei leben zu können und Ich glaube es ist auch genau das, worauf es ankommt. Es ist völlig egal, wieviele Hosen letztendlich in meinem Kleiderschrank zu finden sind, solange es sich für mich richtig anfühlt.

Schon öfter habe Ich versucht, meinen Eltern diese Denkensweise näher zu bringen, da sie, im Gegensatz zu mir, recht viele Dinge besitzen, aber sich dadurch scheinbar auch nicht belastet fühlen. Das kann natürlich wahr sein und für viele Menschen gelten, aber da habe Ich natürlich ebenfalls eine eigene, und Ich möchte betonen, dass es hierbei um meine Meinung geht und Ich damit niemanden anfechten möchte, Theorie zu.

Übrigens kann man folgendes auf viele Lebenslagen beziehen, wenn man es richtig deutet. Ich denke nämlich, dass Menschen sich oft Dinge einreden, weil sie es nicht besser wissen oder kennen. In diesem Fall reden sich meine Eltern also meiner Meinung nach ein, es wäre alles optimal, wie es momentan ist, weil sie gar nicht wahrnehmen, wie sehr man scheinbar von materiellen Dingen, die einfach einstauben oder in Schränken in Vergessenheit geraten, eingeengt werden kann.

Gleiches gilt ja für Messies. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sich Menschen zwischen Müllbergen oder dermaßen vollgestellten Zimmern, dass man nicht mehr die Wände sehen kann, wohlfühlen. Aber darüber sollte ja im besten Fall jeder seine eigene Meinung bilden und andere Denkensweisen nachzuvollziehen hat mir mit dieser Art nicht das erste Mal den Kopf zerbrochen.

Ich wollte hiermit jedenfalls nur einen Versuch starten, euch, meinen Lesern, meine Gedanken etwas näher zu bringen und zu zeigen, auf was für einer Basis dieser Blog entstanden ist.