
Ernte gut, alles gut!
Von Amra Ducic, Pressereferentin im BMEIA

Frische Tomaten, Paprika, Karotten und Gurken — im Frühling gepflanzt im Sommer geerntet. Seit Jahren pflanze ich unterschiedliche Gemüse- und auch Obstsorten selbst an. Nicht nur der Geschmack ist deutlich besser, sondern ich verzichte dadurch bewusst auf unnötiges Plastik und auf Produkte, die meist von weit her nach Österreich geschifft, gefahren und geflogen werden müssen.
Jedes Jahr im Frühling heißt es für mich, Ärmel hochkrempeln, Spaten in die Hand und Erde umgraben, denn in Kürze müssen Kartoffel- und Zwiebelknollen gepflanzt werden. Der erste Mangold und diverse Kräuter aus dem Vorjahr sprießen schon aus der Erde und können schon bald erstmalig in der Saison geerntet werden. Die Samen für Gurken, Karotten und Bohnen kommen etwas später, schließlich muss auch das Wetter dafür geeignet sein. Ich behaupte nicht, dass ich einen besonderen grünen Daumen habe, aber die Gartenarbeit macht mir Spaß und die Pflänzchen beim Wachsen zu beobachten bereitet mir auch Freude.


Von allem etwas, das ist die Devise. Gegessen wird das Gemüse und Obst zur Erntezeit. Erdbeeren und Gurken im Winter sind für mich ein No-Go. Der Geschmack ist nicht mit selbst produzierten Produkten vergleichbar und die Art und Weise wie diese Güter in unsere Supermarktregale gelangen, lassen sich nur schwer mit meinem Gewissen vereinbaren. Natürlich gibt es Obst- und Gemüsesorten wie zum Beispiel Bananen, deren Anbau in Österreich schwer zu bewerkstelligen ist. Es gibt jedoch immer Alternativen, und daher wandern diese Obst- und Gemüsesorten nur selten in meinen Einkaufswagen.
Der Anblick von unnötigem Plastik in Hülle und Fülle, damit alles halbwegs „frisch“ bleibt bis die Produkte von Spanien, Afrika und anderen Teilen der Welt nach Österreich gelangt, wird leider oft nicht hinterfragt. Dass durch die langen Transportwege und das Einhalten der Kühlkette, damit alles Obst und Gemüse ihre Form und Gestalt bewahrt, enorm viel Energie verbraucht wird scheint niemanden zu stören und auch der damit einhergehende Geschmacksverlust und der Verlust der meisten Vitamine und Inhaltsstoffe kümmert die Mehrheit der Bevölkerung nicht. Vor allem, wenn man die Ware von Diskontern bezieht, hat man als Endverbraucher wenig Nutzen davon. In den meisten Fällen handelt es sich um Massenproduktion, die weder Ressourcen schonend noch nachhaltig ist. Alles muss schnell gehen und billig sein.


Doch besonders in den letzten Jahren ist erfreulicherweise eine Trendwende zu erkennen. Immer mehr Menschen betreiben „Urban Gardening“ und legen vermehrt Wert auf Selbstversorgung. So entstehen nicht nur kreative Ideen und Projekte, sondern es wird veranschaulicht, dass kein großer Garten oder gar ein Feld notwendig ist, um einige Lebensmittel selbst anzupflanzen.


Also für den nächsten Einkauf gilt: Achten Sie darauf, wo Ihre Tomate herkommt und wie ihr Obst und Gemüse verpackt ist. Bedenken Sie, Obst und Gemüse, das bereits eine Weltreise hinter sich gebracht hat, bevor es auf Ihrem Teller landet, ist weder für den Menschen noch für die Umwelt gut. Man muss ja nicht gleich Obst- und Gemüsebauer werden, aber man kann für den privaten Gebrauch Beliebtes selbst anpflanzen. Schnell merkt man, dass dies nicht sehr schwer ist und es gelingt in den meisten Fällen sogar am Balkon in Kübeln.