Von einander lernen — Was ich mir aus Äthiopien mitnehmen konnte

Claudia Seidl von Support Ethiopia

Ich habe durch einen Studienkollegen von Support Ethiopia erfahren und fand die Idee, ins Land zu reisen um den Menschen vor Ort zu helfen, eine Herausforderung.

Von der Reise habe ich mir erwartet, das Land abseits der touristischen Pfade kennenzulernen und die Menschen vor Ort zu unterstützen.
Support Ethiopia ist ein rein ehrenamtlicher, Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die ländliche Bevölkerung Äthiopiens in ihrem Alltag zu unterstützen. Zentrale Anliegen des Vereins sind die Sicherung der Wasserversorgung, das Errichten von Sanitäreinrichtungen sowie die Förderung umweltschonender und nachhaltiger Bewirtschaftungsformen durch geeignete Nutztiere und –pflanzen. All das soll mit den Einheimischen gemeinsam aufgebaut und durch diese in weiterer Folge gewartet und betreut werden.

Rückwirkend kann ich sagen, dass der Austausch mir mindestens genauso viel gebracht hat wie den Menschen, mit denen wir zusammen an den Projekten gearbeitet haben.

Es begann bereits bei den Reisevorbereitungen: Nachdem ich kurz im Internet recherchiert hatte und sah, was für ein interessantes Land Äthiopien ist, konnte mich nichts mehr davon abhalten mitzureisen. Zuvor hatte ich mich nie ausführlich mit Äthiopien beschäftigt.

Als wir in Addis Ababa aus dem Flugzeug stiegen, fiel mir als erstes auf, wie grün es in der Stadt ist, was ich überhaupt nicht erwartet hatte, da gerade Trockenzeit war. Außerdem fand ich es sehr faszinierend, wie viele Rohbauten in der Stadt zu sehen waren. Später fand ich heraus, dass Äthiopien eines der am schnellsten wachsenden Länder in Afrika ist und sich die Stadt attraktiv für westliche Investoren präsentieren will.

Die wohl größte Herausforderung war die Kommunikation mit meinen Gastgeschwistern, die leider nur sehr schlecht Englisch sprechen konnten, und auch die Versuche, uns mit Zeichensprache zu verständigen waren nicht einfach. Am Ende hat es dann aber Gott sei Dank ganz gut geklappt.

Was ich mir mitnehmen konnte, ist die Bestätigung, dass es kein Handy, keinen Laptop, keinen Fernseher braucht, um ein schönes und erfülltes Leben zu führen, beziehungsweise, dass man gerade ohne all diese Dinge die Momente intensiver erleben und genießen kann.

Ich konnte nicht nur über Äthiopien viel lernen, sondern auch über seine Menschen. Mir ist besonders die Gastfreundschaft der Äthiopier aufgefallen, die mir in Europa nicht überall so selbstverständlich scheint. Als Gast wurden wir in die Familie aufgenommen und es war ihnen wichtig, dass wir in die Kultur eintauchen konnten und so Land und Leute besser kennen lernen und einen schönen Aufenthalt verbringen.

Ich habe bei diesem ersten Aufenthalt in Äthiopien beschlossen, dass ich auf jeden Fall weiter bei Support Ethiopia mithelfen werde. Der Aufenthalt in diesem Land hat mich nicht nur sehr an die Menschen und das Land selbst gebunden, sondern er hat auch mein Alltagsbewusstsein verändert. Ich bin dadurch noch motivierter, einen Beitrag zu leisten und die Menschen vor Ort zu unterstützten.

Ich heiße Claudia, bin 23 Jahre alt und komme aus Wien. Ich mache gerade die Ausbildung zur Sozialpädagogin und arbeite nebenbei als persönliche Assistentin. Danach möchte ich gerne Kunsttherapie studieren und mit Menschen mit Behinderung arbeiten.