Warum mich mein Auslandseinsatz bis heute begleitet

Foto: Bernhard Morawetz

Heute Abend werde ich meine nächste, bereits vierte Reise nach Kenia planen. Im Juli 2009 bin ich das erste Mal in einer Kleinstadt zwischen Nairobi und Mombasa aus dem Minibus gestiegen. Es war ein Ankommen in einer anderen Welt. Ein halbes Jahr lang hatte ich meinen Freiwilligeneinsatz geplant und vorbereitet. Nach einigen Jahren im Berufsleben wollte ich meinen Traum verwirklichen, einige Zeit in einem afrikanischen Land zu leben und mich in einem Sozialprojekt einzubringen.

Foto: Bernhard Morawetz

Geworden ist es ein ganz wichtiger Teil meines Lebens. Gut ein halbes Jahr lang konnte ich in einem Internat und einer Schule für Kinder mit Behinderung mitarbeiten. Zunächst vor allem in der Freizeitbetreuung, später dann auch beim Neubau des Kinderheims, der großteils von österreichischen Spender_innen unterstützt wurde.

Sechs Jahre später bin ich froh, mittlerweile auch beruflich in diesem Bereich eine spannende Aufgabe gefunden zu haben. Im August 2015 habe ich bei Jugend Eine Welt mit dem Aufbau einer Servicestelle für internationale Freiwilligeneinsätze begonnen, die im letzten Dezember dank der finanziellen Unterstützung der ADA unter dem Namen WeltWegWeiser offiziell gestartet ist. Ich selbst kann mich noch gut erinnern, wie schwierig es war, ein passendes Projekt für meinen Einsatz zu finden — vor allem aus der Fülle an Angeboten ein geeignetes auszuwählen. Mit meiner Arbeit für WeltWegWeiser möchte ich dazu beitragen, dass Anderen diese Auswahl leichter fällt. Denn WeltWegWeiser empfiehlt ausschließlich Organisationen, die sich zur Einhaltung gewisser Qualitätsstandards verpflichten: von der Vorbereitung über die Begleitung während des Einsatzes bis hin zur Nachbereitung. Mit Förderbeiträgen unterstützen wir VolontärInnen außerdem auch finanziell.

Bernhard Morawetz berät junge Menschen beim WeltWegWeiser; Foto: Jugend eine Welt

Was ich mir wünsche ist, dass möglichst viele Menschen die Möglichkeit haben, einen Auslandseinsatz zu machen — um Solidarität zu leben, in einem Sozialprojekt mitzuarbeiten und ein anderes Land und seine Menschen kennenzulernen. Weil es auch etwas ist, dass sehr lange nachwirkt. Ich kann es jetzt schon kaum erwarten, meine Freundinnen und Freunde in Kenia und einige der Kinder von damals wiederzusehen. Und irgendwann aufzubrechen zum nächsten Auslandseinsatz.