Sagt mir bitte nicht, dass das Liebe heißt.

Man sitzt auf der Terrasse und denkt nach. Fühlt sich in Ordnung bis mäßig. Nicht schlecht. Es wird pausiert, geschwelgt und Musik gehört. Sonst nichts.

Das Mixtape ist es wert, sich während oder nach dem Lesen anzuhören! (Btw.: Free-download)

Gedanken kriechen umher. Gefolgt von einem Sprung. Man ertappt sich bei vollkommen abwegigen Gedanken. Fragen leuchten auf, vergehen unbeantwortet wieder und wieder wird ein Gedankensatz gemacht. Vom Sinn des Lebens zur To-Do-List für morgen. Dem nächsten Termin, einer Prüfung und …. “Uuuuuhh! Das sollte ich aufschreiben! Bevor ich es vergesse.” Im Begriff sich aufzurichten, erinnert man sich: Das war ja gestern schon aufgeschrieben worden.


Dann folgt die Erinnerung an einen Donnerstagnachmittag. Ein Moment, an dem alles vergessen wird. Nach einem Workout. Genuss pur, schwitzend an der Isar, wo du zu gut aussahst, um keine Bilder zu machen. Bilder, die ich heute nicht brauche, weil es reicht die Augen zu schließen. … Schon bin ich wieder da. Höre den Hund, der sich abmüht, ein viel zu großes Stück Holz aus dem Fluss zu ziehen. Spüre die Sonne im Gesicht, deinen Arm auf meinem Bauch, das Kitzeln der Haare und rieche dich… kein Parfüm, sondern dich.

Dann öffnet man die Augen wieder und merkt, dass man alleine in der Sonne liegt. Schließt sie langsam wieder. Man spürt: erst eine dumpfe Traurigkeit im Bauch, die langsam in der Brust quellt. Stärker aufwallt, wieder abflacht und wieder aufwallt. Kurz im Hals stecken bleibt und in den Kopf steigt und als Druck auf den Augen verweilt. Der Druck bleibt. Wieder ein leichtes Brennen im Bauch, das jetzt schnell den Hals hochsteigt. Dann ein viel stärkeres Druckgefühl im Brustkorb — und ein Lachen. Ein abgebrochenes, ungläubiges Lachen. Man fühlt so stark, dass allein die Intensität der Empfindung daran erinnert, dass man lebt. Diese Emotionen, das ist Leben. Und noch bevor das Lachen die Augen erreicht, erkennt man, dass es nichts Gutes war, das diese Intensität hervorgebracht hatte. So bleiben die Augen traurig, der Körper unter Druck und ein erstarrtes Lächeln zeichnet den Mund. Die Intensität bleibt aber… und man weiß selbst nicht, wie man sich fühlt, lach- …, spürt tiefer rein und dreht die Musik ein wenig lauter … viel lauter.


Ich bin auf der Suche nach einem Wort. … Einem Wort für dieses Gefühl, wenn sich die Intensität von Gefühlen gut anfühlt, ohne, dass ihr Ursprung gut sein muss. … Ein dumpfes Lebendigkeitsgefühl.

Epopteyõenergẽs wäre ein Vorschlag, aber vermutlich wird sich das nicht durchsetzen und noch vermutlicher gibt es dafür schon ein Wort, ich finde es nur nicht.

Altgriechisch:
ἐποπτεύ = Epopteyõ = wahrnehmen;
ἐνεργής = Energẽs = stark

Rausch ist es nicht, Melancholie ist es nicht, Ekstase ist es nicht und wenn es Liebe ist, dann will ich es nicht wissen.* ;) Wer ein passendes Wort oder einen weiteren Vorschlag hat → Kommentar.

Floreant Dendritae
Marco 
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