99 Problems but a Startup aint one

Die Medienbranche wird von vielen großen und kleinen Problemen geplagt. Welche nerven euch am meisten? Wir suchen die #99MediaProblems.

Wie können wir Constructive Journalism institutionalisieren?
Wie optimieren wir Journalismus für Datenbanken?
Wie können kurze Podcasts aussehen, die mich zu einem Thema auf den neuesten Stand bringen?
Wie kann ich Begriffserklärungen ansehnlich und mit Mehrwert im Text unterbringen?
Wie kann ich Geschichten nahtlos zwischen verschiedenen Situationen, etwa zwischen Handy, Auto und Smart-TV verfolgen?

Dies sind ein paar der Probleme, die uns Medienmenschen genannt haben, nachdem wir auf Twitter fragten: “Welches Problem der Medienbranche sollte endlich mal durch ein Startup gelöst werden?”

Warum gerade Startups? Aus diesen drei Gründen glauben wir, dass Startups besondere Vorteile gegenüber etablierten Medienunternehmen haben:

1. Startups starten mit einem Problem

Viele Journalisten haben Ideen, wie sie ihre Branche voranbringen können, und das ist wirklich nichts schlechtes. Im Gegenteil, es braucht auch große, mutige, wegweisende Ideen. Doch wirklich revolutionäre Ideen sind leider sehr selten.

Viel realistischer ist es, auf inkrementelle Ideen zu setzen, also kleine, aber wichtige Verbesserungen vorzunehmen. Die lassen sich viel besser planen und haben eine deutlich höhere Chance, nachhaltig am Markt zu bestehen.

Die meisten Startups starten deshalb nicht mit einer Idee, sondern einem Problem. Was stört die Nutzer an den vorhandenen Lösungen besonders? Wo kann man ihnen das Leben ein bisschen leichter machen? Darauf aufbauen entwickeln die Startups dann nutzerzentriert eine Lösung, die vermutlich keine Revolution, aber eine tragbare Alternative ist. Auch finanziell ist es erfolgversprechender, lieber in kleinen Schritten vorwärts zu gehen, als Zeit und Ressourcen in die Suche nach dem “neuen Facebook” zu vergeuden.

2. Startups sind schneller

Und das liegt nicht einmal daran, dass die Startups “besser” wären als etablierte Medienhäuser. Aber eine Firma mit sechs Mitarbeitern ist nun einmal flexibler als eine mit 500. Ein Startup kann eine Lösung finden, bauen, und wieder verwerfen, ohne größere Konsequenzen. Ein Medienhaus muss viel mehr Zeit und Geld investieren, bis ein Prototyp weit genug ist, um den eigenen hohen Ansprüchen zu genügen. Fehler oder Pivots werden also teurer.

Außerdem stehen Startups ohnehin unter höherem Druck. Sie haben kein etabliertes Produkt, das unabhängig von der neuen Produktidee Geld einspielt. Das neue Produkt muss sofort liefern, die Firma muss sofort Geld verdienen. Das führt ebenfalls dazu, dass Startups schneller innovativ sind.

3. Startups haben weniger Verantwortung

Neugegründete Startups noch keine wertvollen Marken, die keine Kratzer bekommen dürfen. Wenn ein Startup eine Idee richtig in den Sand setzt: Was solls, im schlimmsten Fall benennt man sich halt um und startet von vorne. Eine Medienmarke wie “Der Spiegel” ist unbezahlbar, die Ansprüche an neue Produkte deshalb ungleich höher. Das verlangsamt natürlich alle Innovationsprozesse.

Wenn es keinen Ruf zu ruinieren gibt, experimentiert es sich leichter. Und keine Innovation entsteht, ohne vorher verschiedene Dinge auszuprobieren. Und das geht leichter, wenn man weniger zu verlieren hat.


Jetzt seid ihr gefragt: Wir suchen weiterhin eure #99MediaProblems! Was nervt euch am meisten? Wenn ihr euch ein Startup wünschen könntet, was würde es bauen? Postet eure Probleme auf Twitter mit dem Hashtag #99MediaProblems oder markiert Media Lab Bayern!

Und wenn du ein Startup kennst oder selbst gegründet hast, das sich mit einem der genannten Probleme beschäftigt: Bewirb dich für die nächste Förderungsrunde unseres Media Startup Fellowships! Deine ersten Kunden warten schon auf dich!

Bei Fragen und Anregungen: Schreibt uns unter hi@media-lab.de!