Mit diesen 23 Medientrend-Funfacts bist du der Hit auf jeder Party

(Zumindest, wenn du auf die selben “merkwürdigen” Partys gehst, wie wir.)

Für den Adventskalender des Media Lab Bayern haben wir 2018 Funfacts zu aktuellen Medientrends recherchiert, sie eingesprochen — und unter anderem als Alexa-Skill zur Verfügung gestellt.

Weil viele Media-Lab-Freunde den Kalender so toll fanden (und Alexa keine Rückspul-Funktion hat), gibt es hier noch einmal alle Fakten in Textform und Leseempfehlungen zu jedem Trend. Die Audiodateien, eingesprochen vom Team des Media Labs, findest du hier. Das ganze Media Lab Bayern wünscht dir einen guten Rutsch ins neue Jahr und ein innovatives Jahr 2019!

AI

Faxen ist alt und out. Eine andere Technologie ist fast genauso alt, erfreut sich aber großer Beliebtheit. Viele moderne AI-Anwendungen basieren auf neuronalen Netzen. Und die Idee, maschinelles Lernen mithilfe neuronaler Netze möglich zu machen, gibt es schon seit knapp 70 Jahren. 1951 gab es einen ersten Prototypen, den Stochastic Neural Analog Reinforcement Calculator (SNARC).

Glaubst du nicht? Hier kannst du “A ‘Brief’ History of Neural Nets and Deep Learning” nachlesen!

Podcasts

Das Wort “Podcast” war keinesfalls alternativlos. Damals, als es noch IPhones gab, suchte der Guardian-Journalist Ben Hammersley nach einem Wort für die neuen Audioformate. Sein Vorschlag: Podcast. Es hätte aber auch eine seiner Alternativen werden können: AudioBlogging oder GuerillaMedia.

Glaubst du nicht? Hier ist der Artikel, um den es geht.

Voice Assistants

Bings Chatbot in China heißt Xiaoice. Und ist scheinbar etwa beliebter als Alexa. Einer Studie zufolge hat jeder vierte Nutzer dem Bot schon einmal gesagt, dass er sie liebt. Das sind mehr als 10 Millionen Menschen.

Glaubst du nicht? Den Fakt hat das Marketing-Startup Acquisio auf einer Konferenz aufgeschnappt.

End of Reach

Facebook-Reichweite ist tot? Nicht ganz: Der US-Amerikaner Jered Threatin kaufte sich Likes, Fans und Eventzusagen für seine Band. Mit diesen Zahlen überzeugte er Locations in ganz Europa, ihn auftreten zu lassen. Da Fakes aber keine Tickets kaufen, blieben die Tanzflächen natürlich leer.

Glaubst du nicht? Hier gibt es die ganze Geschichte.

Adblocking

Online-Medien schreiben nicht gern über Adblocking. Auch nicht im negativen Sinne. Denn egal, worum es im Artikel geht: Danach steigt die Nutzung von Adblockern spürbar an.

Newsletter

Email ist ein Massenmedium. Mehr als 2,6 Millionen Mails werden pro Sekunde verschickt. Medienunternehmen wollen davon profitieren und starten wieder viele Newsletter. Manche übertreiben vielleicht auch ein bisschen: Die Washington Post bietet auf ihrer Website 73 verschiedene Newsletter und Mail-Alerts an.

Glaubst du nicht? Hier kannst du selbst nachzählen.

Deepfakes

Deepfakes ist eine Software zur Videomanipulation. Sie wurde erfunden, um die Gesichter weiblicher Prominenter in Pornos zu schneiden. Man kann sie aber auch für das Gute einsetzen. Ein Nutzer hat zum Beispiel Nicholas Cage in alle möglichen Filme reingeschnitten.

Glaubst du nicht? Hier gibt es eine Zusammenfassung zum Ursprung von Deepfakes. Und hier das Video mit Nicholas Cage.

Blockchain

Die Bitcoin-Blockchain basiert auf dem Proof-of-Work-Verfahren. Das verbraucht enorm viel Strom. Grob gesagt müssen Computer immer mehr Rechenleistung aufwenden, um zu beweisen, dass eine Überweisung wirklich stimmt. Die Bitcoin-Blockchain verbraucht deshalb im Moment etwas mehr Strom als Ö̶s̶t̶e̶r̶r̶e̶i̶c̶h̶ Irak*.

Glaubst du nicht? Hier findest du eine Schätzung des Stromverbrauchs der Bitcoin-Blockchain. Und hier eine Tabelle mit dem Stromverbrauch von Irak.

*Beim ersten Recherchieren im November 2018 verbrauchte die Bitcoin-Blockchain noch eine Menge an Strom, die aufs Jahr gerechnet etwa 73 Terrawattstunden oder eben dem Verbrauch Österreichs entsprach. Durch den Preisverfall des Bitcoin ist auch der Hunger nach Strom etwas gesunken. Das Mining lohnt sich einfach nicht mehr so sehr.

Influencer

Influencer sein ist nicht nur anstrengend, sondern auch teuer. Die Website Fashionista hat ausgerechnet, wie teuer der Instagram-Lifestyle tatsächlich ist. 31.400 Dollar kostet es demnach im Jahr, den Instagram-Standards für Style und Aussehen zu entsprechen.

Glaubst du nicht? Hier ist der Artikel, um den es geht.

Wearables

Spione lieben Wearables. Die Fitness-App Strava veröffentlichte die Bewegungsdaten ihrer Nutzer — und verriet damit unter anderem die Ausstattung und Umrisse von Militärbasen. Die Soldaten hatten auf ihren morgendlichen Joggingrunden um die Basis Fitnessarmbänder getragen.

Glaubst du nicht? Hier gibt es die ganze Geschichte beim Guardian.

Robo Journalism

Um zu erkennen, ob ein Text von einem Menschen oder einer AI geschrieben wurde, gibt es ein paar Kniffe. Die Wissenschaftlerin Janelle Shane nennt etwa ein fehlendes Verständnis für Kontext und Inhalt und ein kurzes Gedächtnis mit vielen Wiederholungen als Hinweise auf einen AI-Text.

Glaubst du nicht? Hier gibt es eine Zusammenfassung ihrer Tipps.

AR

Augmented Reality gibt es viel länger, als man so glaubt: Ein Vorläufer von AR-Brillen wurde schon 1968 entwickelt — im gleichen Jahr als wir zum Mond geflogen sind. Die NASA war übrigens der Early Adopter — allerdings erst 30 Jahre später. 1999 baute sie ein Kontrollpanel, das durch Augmented Reality unterstützt wurde

Glaubst du nicht? Ads Reality hat den Fakt ursprünglich ausgegraben.

Vertical Video

Selbst hippe Tech-Publikationen können nicht von sich behaupten, immer richtig zu liegen. Und manchmal schätzt selbst die ehrwürdige Wired die gesellschaftliche Entwicklung falsch ein. Zum Beispiel behauptete das Magazin noch 2013: “THAT’S NOT HOW YOU USE THAT: SHOOTING VIDEO IN PORTRAIT MODE!” kaum fünf Jahre später hieß es dann: “Die Zukunft ist vertikal”.

Glaubst du nicht? Hier ist der erste Artikel. Und hier der zweite.

Chatbots

Der beste Chatbot der Welt ist der Bot Mitsuku: Er gewann den Loebner-Preis für Programme, die verschiedene Varianten des Turing-Tests bestehen, insgesamt vier mal: 2013, 2016, 2017 und 2018. Die Juroren bezeichnet Mitsuku als “33 Prozent menschlich”.

Glaubst du nicht? Hier gibt es die Website des Loebner-Preises.

Stories Everywhere

Whatsapp Stories, Facebook Stories, Instagram Stories und so weiter — alle kostenlos, oder? Nicht ganz, denn man bezahlt für das nette Bewegtbildfeature mit seinen Internetgebühren. Eine Untersuchung von Instagram-Nutzern vor und nach der Einführung von Stories ergab, dass der Datenverbrauch des durchschnittlichen Nutzers später dauerhaft um mehr als 40 Prozent gestiegen war. Und wir alle wissen: Gerade in einem deutschen Netz kann das schnell teuer werden.

Glaubst du nicht? Wired hat über die Studie geschrieben.

GDPR

Die europäische Datenschutz-Grundverordnung mag ihre guten Seiten haben — am meisten bemerkt man sie allerdings, wenn man zum tausendsten Mal eine Cookie-Warnung auf einer Website wegklickt. Damit sich die Webseiten merken können, wer die Cookie-Warnung weggeklickt hat, setzten sie übrigens auf, genau, einen Cookie.

Glaubst du nicht? Probier es selbst aus! In allen gängigen Browsern kannst du dir alle Cookies, die eine Website setzt, in den Einstellungen anzeigen lassen.

Data Driven Journalism

Bei “Datenjournalismus” geht es darum, Geschichten in Daten zu finden, klar. Doch die meisten denken dabei wohl eher daran, einem Politiker anhand von Finanzdaten Korruption nachzuweisen oder auf strukturelle Diskriminierung hinzuweisen. Dabei gäbe es auch viel spannendere Datensets für Datenjournalisten: Es gibt zum Beispiel eine maschinenlesbare Liste von Bigfoot-Sichtungen oder eine Liste mit allen Restaurants in den USA, die Tacos oder Burritos auf der Karte haben.

Glaubst du nicht? 2017 hat der Datenjournalist Benjamin Cooley die Datensätze in seinem Jahresrückblick beschrieben.

Neural Interaction Design

Die Firma CTRL-Labs in den USA denkt schon jetzt darüber nach, wie Inhalte aussehen müssen, wenn Nutzer sie mit ihren Gedanken steuern können. Dafür baut sie unter anderem Messgeräte, die Neuronenströme im Gehirn in Computerbefehle umwandeln.

Glaubst du nicht? Hier gibt es die Angebotsliste der Firma.

Emails

Ein richtiger Funfact: Die Öffnungsraten bei Emails sind 8% höher…wenn man den Betreff weglässt.

Glaubst du nicht? Hier gehts zur Studie.

Subscriptions

Viele Medienhäuser versuchen heutzutage, sich auch im Digitalen nicht mehr über Reichweite, sondern über Abos zu finanzieren. Viele Breitenmedien berechnen dafür zwischen 400 und 500 Euro im Jahr. In der Nische geht es aber auch teurer. Das Premium-Abo des amerikanischen Politikportals Politico kostet für Einzelpersonen 8.000 Dollar oder mehr — der Preis eines Firmenabos kann auch schnell sechsstellig werden.

Glaubst du nicht? Digiday hat eine Liste.

Instagram

Wer gründet, startet oft mit einer Idee — und baut am Ende etwas ganz anderes. So ging es auch Kevin Systrom, dem Erfinder von Instagram. Denn um Bilder ging es auf Instagram längst nicht immer: Die App begann als Fourquare-Klon, bei dem man sich GPS-basiert an verschiedenen Orten einloggen konnte. Der Name der App: Burbn.

Glaubst du nicht? Hier gibt es die ganze Geschichte bei The Atlantic.

Paywalls

Beim Wall Street Journal sitzen echte Trendsetter. Das Medium ist stolzer Besitzer der ältesten Paywall der Welt. Dort werden die Inhalte schon seit dem Start der Website 1996 hinter einer Paywall versteckt. Zum Vergleich: Spiegel Online zeigte da noch Zigarettenwerbung.

Glaubst du nicht? Hier gibt es eine Studie zu dem Thema. Und so sah Spiegel Online 1996 aus.

VR

VR hat ein Sexismus-Problem. Warum? Weil es in modernen VR-Systemen hauptsächlich zwei Methoden gibt, Raumtiefe darzustellen: Motion Parallax und shape-from-shading. Motion Parallax wird bevorzugt, weil es leichter zu programmieren ist. Studien deuten an, dass Frauen bei dieser Methode allerdings häufiger schlecht wird.

Glaubst du nicht? Hier findest du zwei Artikel, die darauf eingehen, einen bei Fast Company und einen von der renommierten Wissenschaftlerin Danah Boyd bei Quartz.


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