Grand Prix Monza 2018
Es war alles angerichtet für die Party in Rot, die erste Startreihe in Ferrari-Hand. Kimi Räikkönen mit der schnellsten jemals in der Formel1 gefahrenen Runde auf der Pole-Position, Teamkollege und WM-Anwärter Sebastian Vettel auf Platz zwei. Dahinter in Lauerstellung die beiden Mercedes mit Lewis Hamilton und Valtteri Bottas.
Eine nach dem Rennen oft gestellt Frage lautete: Warum setzt Ferrari nicht auf Stallorder, wie es Konkurrent Mercedes doch oft und erfolgreich macht? Nun, zumindest an diesem Tag in Monza war das für Ferrari gar nicht möglich. Beim Start lautete das vorrangige Ziel, vor den beiden Mercedes zu bleiben, was schwer genug war. Tatsächlich gelang es Hamilton, an Vettel vorbei zu ziehen. Als Vettel im Verlauf der ersten Runde versuchte, seinen zweiten Platz zurück zu erobern, kam es in der Ascari-Schikane zum Kontakt der beiden Kontrahenten. Vettel drehte sich und musste die Box ansteuern, um sich einen neuen Frontflügel abzuholen. Vettel fiel ans Ende des Felds zurück und damit war die Frage der Stallorder für Ferrari bereits erledigt. Die Schuldfrage sehen beide Piloten wie üblich beim jeweils anderen. Hamilton konnte seinen Weg fortsetzen und blieb immer auf Schlagdistanz zu Räikkönen.
In den Boxen bereitet man sich auf den Stop vor, sowohl die Mercedes- als auch die Ferrari-Mechaniker legen neue Reifen bereit. Als Kimi in die Box abbiegt, packt man bei Mercedes wieder zusammen und lässt den Briten draußen. Taktik und Stallorder haben an jenem Tag in Monza offenbar bei Mercedes besser funktioniert. Hamilton stoppt 8 Runden später und hat damit jüngere Reifen als Räikkönen, der zu allem Übel hinter Mercedes Mann Bottas festhängt, der noch nicht gestoppt hat. Als Valtteri zu seinem Stop abbiegt, ist Hamilton bereits wieder auf Schlagdistanz zu Räikkönen. Hamilton ist clever genug, nichts zu überstürzen und legt sich den Finnen kurz vor Schluß, als dessen Reifen am Ende sind, zurecht.
Auch Platz 3 ist heiß umkämpft. Der junge Holländer Max Verstappen erhält während seines Duells mit Valtteri Bottas eine Zeitstrafe. Was war geschehen? Verstappen bremst am Ende der Start/Ziel Gerade innen die erste Schikane an, außen rauscht Bottas Richtung Desillusion heran, kollidiert leicht und muss den Notausgang nehmen. Die Strafe ist zumindest diskussionswürdig, wo sollte Verstappen hin, sich in Luft auflösen? Entsprechend die Reaktion des jungen Holländers: „Sie killen unseren Sport!“
Lewis Hamilton gewinnt schließlich den Grand Prix von Monza und vergrößert seinen Vorsprung in der WM, sein treuer Adjutant Bottas wird immerhin noch Dritter. Ferrari muss weiter auf den ersten Monza Sieg seit 2010, damals Fernando Alonso, warten.
