Eine kleine Anleitung zum Widerstand

Wisst ihr noch, wie wir am Wahlmorgen aufwachten, Trump hatte gewonnen, und wir trauerten um das was kommen würde. Es ist jetzt da und das kannst du dagegen tun:

Quelle: Womensmarch https://www.instagram.com/p/BP0nWC0D8Rt/?taken-by=womensmarch

Diskutieren und Widersprechen

Du hast einen Mund. Mach ihn auf. Ich bin Diskussionen auch leid, aber jede Diskussion ist besser als das Gespräch zu beenden, so dass wir, die Bürgerinnen und Bürger, Bewohner und Bewohnerinnen dieses Landes, uns entzweien.

Außerdem fühlst du dich besser und denkst nicht, was wäre, wenn ich doch was gesagt hätte.

Hinterfrage die Wahrheit

Lerne von Fake News zu erkennen und teile nicht jeden Mist. Wenn etwas zu einfach erklärt ist und zu sensationsgeil und keine seriöse Quelle es bestätigt — vielleicht stimmt es einfach nicht? Lies mehr als ein Medium. Hol’ dir verschiedene Perspektiven.

Sei da für andere

Wenn du siehst, dass Belästigung stattfindet, tu was. Sprich mit dem Opfer und beruhige es, sei da für ihn oder sie. Wenn du dich alleine nicht wohlfühlst, sprich andere Unbeteiligte an. Zusammen seid ihr stärker. Wenn jemand in der U-Bahn wegen ihres Kopftuchs belästigt wird, wenn einer wegen seiner Kippa beleidigt wird, muck auf. Hass und Beleidigungen unterliegen nicht der Meinungsfreiheit.

Achte auf deine Sprache

„Jude”, „schwul” und „behindert” sind keine Schimpfwörter. Vor 80 Jahren wurden Juden, Schwule und Behinderte systematisch getötet. Wenn sie dir in diesem Kontext rausrutschen, entschuldige dich und mache auch andere darauf aufmerksam. Aus Worten werden Taten. Das darf nicht wieder passieren.

Äußere dich und konsumiere korrekt

Mach ein Poster, schreib ein Gedicht, häng ein Banner vor’m Reichstag auf. Starte eine Diskussion. Unterstütze die Leute, die das machen. Kauf ihre Bücher oder ihre Kunst, damit ihre Stimmen gehört werden.

Wählen gehen

Wenn du die deutsche Staatsbürgerschaft, kannst du wählen gehen. Wenn du mit der Auswahl der Parteien und dem Status Quo nicht zufrieden bist, kannst du ein Arsch sein und deine Stimme enthalten. Das ist dein gutes Recht in einer Demokratie. Aber bedenke: so enttäuschend die Parteien sind, kaum eine ist so menschenverachtend und nicht in deinem Sinne wie die AfD. Die AfD will zurück in die 50er. Die Zeit war für niemanden gut.

Lieber eine schlechte Wahl als am Ende des Tages keine Wahl. Wie willst du eigentlich sonst deinen Kindern erklären was du damals gemacht hast, wenn nicht das einfachste Werkzeug, dieses Privileg, der Wahl, dass dir die in die Wiege gelegt wurde, zu nutzen?

Demonstrieren

Mehr als drei Leute sind eine Gruppe sind eine Demonstration. Diese kannst du bis zu 48h vorher anmelden. Kleiner Hinweis am Rande: Spontanveranstaltungen ohne Initiator oder Leiterin entstehen spontan und können folglich nicht angemeldet werden. Mach von deinen Rechten zur Demonstration in dieser Demokratie gebrauch.

Kandidieren

Du findest Parteien und ihr Programm doof? Dann tritt ein und mach es besser. Es muss ja keine der vier Großen sein, es gibt ja auch die Tierschutzpartei oder die grauen Panther. Da ist auch sicher was für dich dabei. Die meisten Bundestags-Politiker sind meinem Empfinden nach zu alt und fern meiner Lebensrealität. Wenn ich will, dass sich das ändert, dann muss ich was tun.

Spende Zeit oder Geld

Du kannst Geld spenden für soziale Einrichtungen und Initiativen rund um die Themen, die dir am Herzen liegen sowie dich ehrenamtlich engagieren. Schau doch mal bei z.B. Vostel. Du bist Grafiker oder eine begnadete Texterin? Engagiere dich in einer NGO. Finde, dass Thema was dich interessiert und leg los. Hier gibt es eine kleine Übersicht.

Agiere in deinem Wirkungskreis

Wenn du die Möglichkeit hast und in der Position bist, stelle jemand Benachteiligtes ein. Mach deine eigene Quote und lebe und agiere entsprechend deiner politischen und moralischen Einstellung.

Äußere konstruktives Feedback an Unternehmen

Unternehmen hören auf ihre Kunden und Kundinnen. Nicht auf eine Stimme, aber je mehr, desto lauter werdet ihr, desto eher hören sie auf euch. Auch die Wirtschaft kann Politik machen. Wofür gibt es Lobbying? Lass sie wissen, wenn sie mal was gut machen. Wenn sie sich doof verhalten: dafür gibt es ja den guten, alten Boykott.

Das Wichtigste: Fang nicht gleich an. Nicht morgen. Sondern jetzt.

Hollywood lehrte uns, dass jede Tragödie ein Happy End haben kann. Eine Diktatur wird zerbombt und besiegt und demokratisiert. Die Amis eilen zur Rettung herbei. Aber was wenn die Amis die Bösen sind. Böse neue Welt. Wir leben in der Zukunft, die schlimmer sind als die Dystopien von Black Mirror und diese Zukunft ist jetzt. Wir können die amerikanische Politik mit ein paar Tweets nicht verändern. Ich wiederhole: wir. können. die. amerikanische. Politik. nicht. verändern. Das können wir uns nicht anmassen. Aber wir können schauen, dass uns nicht ein ähnliches Schicksal widerfährt. Statt Machtlosigkeit und Hoffnungslosigkeit, können wir mit kleinen Dingen Widerstand leisten. Das kann ich jetzt tun, und das kannst du auch.

P.S. Sybille Berg schrieb auf Spon warum unsere Demokratie in Gefahr ist.

P.P.S. Rechtschreib- und Grammatikfehler liegen an der späten Uhrzeit und der Aufgewühltheit. Deal with it.

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