Das mit den Followern

Erst will man sie, dann hasst man sie — oder?


Immer wieder fällt mir ein Tweet ins Auge, der sich in irgendeiner Form mit Followern beschäftigt. Entweder sind es zu wenige, zu anspruchsvolle, zu kritische, zu ative, zu …

Ich habe die richtigen, wie es scheint. Vielleicht setze ich mich aber auch anders mit ihnen auseinander? Oder sie mit mir?

Bei mir läuft so einiges via DM. Einige meiner Follower kennen mich entweder virtuell näher (wissen also, wer ich bin, kennen meinen Namen, meinen beruflichen und privaten Hintergrund und wissen, dass ich authentisch twittere als Morbus Laetitia) oder gar persönlich. Und das nicht von Twittertreffen, wo man alles sein kann und darf, aber nicht ehrlich sein muss, sondern wirklich persönlich.

In den anderthalb Jahren, die ich jetzt als Morbus Laetitia twittere (und auch in den Jahren davor schon aus eher beruflich motiviertem Anlass) stolpere ich regelmäßig über Fake-Accounts. Nein, nicht über die, die klar erkennbar sind als solche, sondern über jene, die Geschichten erzählen, die durchaus wahr sein könnten. Könnten. Ist man allerdings ‘vom Fach’ in so manchen Themen, stellt man (sich) andere Fragen als ‘Laien’. Und dann kommen Zweifel auf, die sich, weil unbeantwortete und offensichtlich unbeantwortbare Fragen immer häufiger auftreten, sich verdichten zu Misstrauen.

Und dann entfolge ich. Und fühle mich mies. Warum? Keine Ahnung. Weil ich mich kurzzeitig habe täuschen lassen? Weil ich mich frage, was das soll? Warum man sich mit Dingen interessant machen will, unter denen andere leiden? Weil ich Lügen hasse?

Und dann frage ich mich, ob es unter den heute 1.808 Followern, die mir das Vertrauen schenken, welche gibt, die mir misstrauen. Das wäre schlimm, denn ich bin ein ehrlicher Mensch, ein offener dazu. Ich twittere, wie ich bin: mal so, mal so, mal ganz anders. Heute lustig und blödelnd, morgen depressiver Stimmung, übermorgen genervt von meinem Leben, meinen Krankheiten, die mich ankotzen (und nicht dazu geeignet sind, mich auf Twitter oder auch sonst interessant zu machen, definitiv nicht!), immer aber voller Liebe für meinen kindlich-blöden Hund und voller Enthusiasmus für meinen Sport. Und das Schreiben. Und und und.

So bin ich.

Und nun die Kreisschließung zum Anfang dieses Textes: Wer einfach nur twittert, wie er ist, wie er lebt, wie er fühlt wird ‘seine’ Follower finden. Manche kommen und gehen wieder, andere bleiben. Und werden zu virtuellen Freunden. Oder auch mehr.

Das ist Twitter. Das ist social media.

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